Sonntag, 6. Juli 2014

HORROR-EXPRESS (Horror Express 1973 Eugenio Martin)


Auf einer Zugfahrt geht ein Außerirdischer um, der Menschen ihre Gedanken rauben kann, bevor er sie tötet...


Halb Affe, halb Mensch, ganz Außerirdischer...

Wenn ein Horrorfilm aus dem Europa der 70er Jahre kommt und zudem noch Peter Cushing und Christopher Lee im Gepäck hat, dann steht einem eigentlich ein netter Videoabend ins Haus. Und wenn der Trash-Fan dann noch einen Affenmenschen, der in Wirklichkeit ein Außerirdischer ist, serviert bekommt, der Menschen die Gedanken klaut und dem Wissenschaftler auf die Schliche kommen, da das optische Gedächtnis der Kreatur in den Augen anstatt im Gehirn vorzufinden ist, sollte man meinen dass nichts mehr schief gehen kann.

Aber was soll ich sagen, der laut privater Internet-Artikel von Filmfreunden recht positiv aufgenommene Streifen war in meinen Augen ein anstrengendes Stück Genre-Kost, das zwar sicherlich damit trumpft nicht in irgendeiner Welle mit zu schwimmen und Mut zum Unsinn beweist, es kommt aber nie wirklich Sympathie für den Streifen auf. Die Helden spielen zu hölzern, die Geschichte verweigert sich jeder Mystik, die Umsetzung bietet keine Spannungsmomente oder harte Bilder und ist zudem optisch schlicht abgefilmt. Da gibt es keine besonderen Aufnahmen durch Blickwinkel, Farbwahl sowie Licht und Schatten, da lächelt einem nur eine Modelleisenbahn an, die als solche schwerlich zu ignorieren ist. Der Versuch sie nicht nur abzufilmen, sondern sie auch in die tatsächliche Handlung zu integrieren, ist noch das stilistisch wertvollste das „Horror-Express“ erreichen wollte.

„Der Tod fährt 1. Klasse“ (Alternativtitel) ist ein Schnelldreh, wie ich nachgelesen habe zum Verbrauch von einem anderen Dreh übriggebliebener Utensilien, der keinen Anspruch an sich selbst stellt, und das müsste bei solch ulkiger Story nicht einmal stören, wenn wenigstens der Versuch unternommen würde ernsthaft unterhalten zu wollen. Aber da fehlt jegliches Flair was einen solchen Streifen auszeichnen sollte. Da fehlt die Identifikation mit dem eigenen Werk bzw. mit dem angewendeten Genre. Hier war kein Regisseur mit Leidenschaft tätig. Man kann also durchaus verstehen warum Peter Cushing zunächst nicht mitspielen wollte.

„Horror-Express“ langweilt, und das verdankt er nicht einmal seiner Handlung, die oft genug umschwenkt und Monotomie damit zu vermeiden weiß. Es ist das Fehlen sympathischer Charaktere, der Mangel an psychologischem Spiel mit dem Zuschauer. Es fehlt selbst an der Verzweiflungstat über solche Mängel mit den richtigen Quantitäten hinweg zu täuschen. „Horror-Express“ ist trotz einiger tiefer gehender Gedankengänge ein steriler oberflächlicher Film, der zu theoretisch angegangen wurde und dementsprechend so viel Freude bereitet wie die Aufnahmen der Bahnstrecken im Nachtprogramm öffentlich rechtlicher TV-Sender. Selbst lahme Werke der beiden Stars wie „Brennender Tod“ sind eher zu empfehlen als dieses missglückte Stück Trash-Film.

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