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Samstag, 10. Januar 2015

GOOD ADVICE - GUTER RAT IST TEUER (Good Advice 2001 Steve Rash)


Der arbeitslose Broker Ryan Turner übernimmt aus Verzweiflung heimlich die Lebensberatungs-Kolumne seiner Ex-Freundin in einer kleinen Zeitung, um finanziell über die Runden zu kommen. Je mehr er sich mit der Psyche der Frauen befasst, umso besser werden seine Ratschläge. Nach kurzer Zeit ist seine Kolumne so beliebt geworden, dass es immer schwerer wird den Betrug geheim zu halten, erst recht vor Chef-Redakteurin Page Hensen, in die sich Ryan verliebt hat...


Fragen Sie Frau Ryan Turner...

„Good Advice“ ist eine dieser US-Komödien, die dem Publikum mit den niedrigsten Erwartungen genau das geben was sie sehen wollen: eine vorhersehbare Handlung ohne den Hauch an Überraschungen, die typisch dazu passende Figurenkonstellation, eine Dramatik weichgespült ohne Gefahr laufen zu müssen kein Happy End erleben zu dürfen und ein Humorpotential bietend, das nur jene Komik zulässt, die automatisch mit der erzählten Geschichte einher geht. Natürlich darf man auch um die Psychologie der ganzen Sache nichts geben, die ist besonders dürftig ausgefallen. Da reicht das Lesen einiger Frauenzeitschriften um aus dem Chauvi Ryan einen sensiblen Frauenversteher werden zu lassen.

Wenn ich mich geistfrei und unverkrampft mit einer leichten Komödie unterhalten lassen will, gehöre ich zu besagtem anspruchslosem Publikum. Klar würde auch ich mich über mehr psychologische Glaubwürdigkeit und einige überraschende Momente freuen, aber „Good Advice - Guter Rat ist teuer“ ist unterhaltsam genug um mit zurückgeschraubten Erwartungen seinen Spaß zu haben.

Die Romantik zwischen den beiden Hauptfiguren weiß zu gefallen ohne dass man gleich wie bei einer richtig guten Romantikkomödie dahinschmelzt, und ohnehin ist es die sympathische Besetzung, die das 08/15-Gerüst der ganzen Chose gerettet bekommt. Ob es ein von mir immer wieder gern gesehener Jon Lovitz in einer Nebenrolle ist, eine Denise Richards, die ich genau wie hier erleben möchte, da ich sie nicht leiden kann, oder Charmeur Charlie Sheen in der Hauptrolle, den man gar nicht anders als wie hier oder in „Two and a Half Men“ charakterisiert sehen möchte, sie alle bescheren „Good Advice“ das nötige Flair um routiniert angenehm unterhalten zu werden.

Regisseur Steve Rash reißt sich kein Bein aus. Es braucht nicht wundern dass ein solcher Durchschnitts-Regisseur mittlerweile Videoableger zu Kinoerfolgen wie „Road Trip“ und „American Pie“ abliefert. Aber er konnte auch mal anders, hat er doch in seiner frühen Zeit die herrlich charmante Teenie-Romanze „Can‘t Buy Me Love“ mit Patrick Dempsey inszeniert, die ich mir immer wieder angucken kann. Sechs Jahre später war er bereits auf dem schlichten Niveau eines „Schwiegersohn Junior“ angekommen, den man mit viel Wohlwollen noch geguckt bekommt. Was das betrifft war „Good Advice“ auf jeden Fall wieder ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch kein nennenswerter.

Steve Rash schafft es, dass man sich beim Sichten einer überraschungsfreien Standard-Story wohl fühlt, und ein solch schlichtes Ergebnis reicht um mich nach Feierabend oder an kranken Tagen unterhaltungstechnisch zufrieden zu stellen. Gerne darf es der große Film der überschäumenden Gefühle sein. Manchmal reicht aber auch der kleine Ableger solcher Werke, auch wenn es mich immer wieder wundert, dass ich hin und wieder mit solcher Vorhersehbarkeit zufrieden zu stellen bin.


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