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Montag, 20. April 2015

FREITAG DER 13. 4 - DAS LETZTE KAPITEL (Friday the 13th - The Final Chapter 1984 Joseph Zito)


Jason kehrt aus der Leichenhalle zurück an den Crystal Lake, wo sich diesmal ein kleiner Junge zusammen mit seiner älteren Schwester dem nicht totzukriegenden Monster stellen muss...


Retro-Nackedeis, Monstermasken und ein Fuck You-Schild...

Nach dem geglückten „Und wieder ist Freitag der 13.“ hätte es nicht wirklich ein weiteres letztes Kapitel geben müssen. Es gab nichts was nicht zu Ende erzählt wäre, und das beweist „Freitag der 13. 4“ in seiner Erzählarmut recht deutlich, setzt er doch keine neuen Akzente und zieht er doch keinen Schluss-Strich, der den Titel legitimiert. Sicherlich war Teil 3 inhaltlich ebenfalls kein Geniestreich, aber Steve Miner hatte ein Händchen für eine flotte Inszenierung im düster-trockenen Stil der 80er Jahre. Regisseur Joseph Zito hingegen, der mit „Die Forke des Todes“ einen wesentlich besseren Slasher abgeliefert hatte, lässt das Tempo der Vorgänger vermissen.

In der ersten Hälfte stört das nicht weiter, weiß doch allein die Originalmusik der Reihe wieder eine herrlich unangenehme Atmosphäre zu versprühen, und das grobkörnige 80er Jahre-Bild lässt selbst die belanglosen Wald-, See- und Hüttenaufnahmen stimmig wirken, so dass man als Fan der Reihe mit wenig Erwartungen zunächst durchaus solide unterhalten wird. Zwar fällt selbst dann im Vergleich noch die eher lustlose Erzählung auf, in welcher im Vergleich zu den drei Vorgängern sich erst gar nicht mehr die Mühe gemacht wird die Filmfiguren näher kennen zu lernen, aber spätestens wer auf harte Morde steht kommt auf seine Kosten. Hier wird mehr denn je gestorben, und auch wenn Tom Savinis Spezialeffekte nicht die intensive Wirkung erzielen wie jene die er im ersten „Freitag der 13.“ zurechtbastelte, zu überzeugen wissen auch sie, allen voran die finale Todesszene Jasons.

Das ist zwar alles nicht wirklich toll, zumal die Morde wahllos ohne interessante Vorbereitung geschehen und Jason immer und überall zugleich ist, wirklich schaden tut der seelenlose Ablauf jedoch erst in der zweiten Hälfte, wenn die Geschichte sich im Leerlauf selbst ausbremst, ein Camper einen unsinnigen Hintergrund beschert bekommt und die finale Heldin eine Idiotie nach der nächsten begeht und damit unsympathischer daher kommt als ihre drei Vorgängerinnen, mit denen man im Gegensatz zu ihr zumindest mitgefiebert hat. Etwas Schmackes bekommt das Szenario durch die Idee einen kleinen Jungen das Finale miterleben zu lassen. Die Schluss-Pointe kann man sich aufgrund dessen jedoch schon denken.

Vielleicht hätte man auf dieser verwiesen in „Freitag der 13. 5“ den neuen Anfang setzen sollen. Vielleicht hätte dann der Fan einen Film später akzeptieren können dass Jason nicht mehr der Mörder ist. Aber man wollte die Rolle des Tommy Jarvis dort ja lieber erneut als den Helden einbauen. Vertane Chance kann man da nur sagen. Trotzdem ist die Fortsetzung des hier besprochenen Filmes, ebenso wie die Teile 6 und 7, besser ausgefallen als der etwas zu müde und arg belanglos inszenierte „Freitag der 13. 4 - Das letzte Kapitel“, der seinen drei Vorgängern, die alle mit einer stimmigen Atmosphäre punkten konnten, einfach nicht das Wasser reichen kann. Dafür kopiert er viel zu sehr die Ideen dieser ohne selbst zusätzliche neue beizufügen. Teil 4 ist kein wirklicher Rohrkrepierer, der Vollständigkeit halber kann man ihn sich durchaus geben, aber von der klassischen Reihe, die mit diesem Teil enden sollte, ist er mit Abstand der schlechteste.


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Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, dass ich Teil 4 stärker finde als den 3. Wirkte auf mich alles in allem stimmiger, gerade die von dir angemahnte Atmosphäre fand ich eigentlich (so mich mein von zu vielen Horrorfilmen aufgeweichtes Hirn nicht täuscht) gar nicht so übel. Er kommt nicht an den 2. oder gar den 1. Freitag ran, aber alles was danach kommt, würde auf meiner Liste erst hinterher kommen.

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    1. Verstehe ich nicht. Teil 4 spuhlt das bisherige Rezept doch völlig unreflektiert und unüberlegt herunter, während es allen drei Vorgängern wichtig war die dünne Geschichte zumindest nachvollziehbar zu erzählen. Dass Du Teil 4 den späteren Freitags vorziehst kann ich zumindest nachvollziehen, die waren nicht mehr so düster. An denen reizen mich andere Aspekte. Insgesamt kann ich mich aber ohnehin kaum objektiv der Reihe nähern, begleitet sie mich doch seit meiner Jugend und irgendwie gucke ich die noch immer mit Blick von damals. :)

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