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Samstag, 6. Juni 2015

BLOODPARTY (Home Sweet Home 1981 Nettie Peña)


Eigentlich traf sich der Bradley-Clan um gemeinsam das Erntedankfest zu feiern. Aber so nach und nach werden die Familienmitglieder Opfer eines aus der Nervenheilanstalt entflohenen Wahnsinnigen...


Das Essen muss warten...

Michael Myers war schlank, still, maskiert, mystisch und unauffällig, Jay Jones ist das genaue Gegenteil. Der Psychopath um den sich alles in dem frühen Slasher-Beitrag „Bloodparty“ dreht ist ein muskulöser, bei seinen Taten laut lachender Mann. So etwas kann eigentlich nicht funktionieren, versprüht ein solcher Mann doch keine Bedrohung, zumindest nicht auf der Leinwand und nicht im Genre des Horrorfilms. Zwar könnte man meinen dass aufgrund des Plakat-Spruchs „einer war nicht eingeladen“ das einzige Werk von Regisseur Nettie Peña humoristisch gemeint sei - dem ist aber nicht so.

Sicherlich gibt es augenzwinkernde Momente. Aber Peña zieht die allseits bekannte Geschichte eines entlaufenden Irren der allerhand Leute mordet ernst und konsequent durch. Und obwohl alles gegen die Wirkung des Bösewichts spricht, der Film etwas zu sehr im Dunkeln spielt und unter den Figuren nicht eine sympathische Gestalt zu finden ist, weiß genau dieses konsequente Durchziehen eines ernsten Genre-Beitrags den Film halbwegs zu retten. Ein nicht wirklich nennenswerter Soundtrack unterstreicht die Bedrohlichkeit, welche dem Mörder fehlt. Die abseits gelegene Location, so wenig wir von ihr auch sehen, weiß psychologisch gesehen zu wirken, der Mut sich auf das Minimum an Story zu verlassen wird belohnt.

Nun ist „Home Sweet Home“ (Originaltitel) kein Film den man wirklich gesehen haben muss, er ist nicht einmal wirklich gut, aber eine gewisse Faszination strahlt er schon aus, müsste er doch eigentlich übelst scheitern, und das tut er nicht. Er ist stimmig inszeniert. Sicher, harte Morde und viel Blut darf man nicht erwarten, allein schon weil alles so dunkel ist, und wirklich spannend wird es nur kurzfristig und dann auch nur auf leichter Basis, aber Peña macht viel weniger verkehrt als möglich wäre, so dass der Streifen auf routinierter Ebene guckbar bleibt, ein Ergebnis das viele andere unbekannte Slasher nicht erreicht haben.

In einer etwas größeren Kinderrolle ist die Schauspielerin Vinessa Shaw zu sehen, die manch einer vielleicht aus „40 Tage und 40 Nächte“ und dem 00er Jahre „The Hills Have Eyes“ kennt. Nennenswert ist von der Leistung her jedoch eigentlich keiner der sogenannten Schauspieler. Die machen aber auch keinen Hehl daraus nichts zu können, mit Ausnahme des Final Girls, das sichtlich bemüht um wahre schauspielerische Momente ist - und dabei scheitert. Macht aber nichts, das passt zur dusseligen Rolle.

Helle ist sie nicht, erst recht wenn sie mit ihrem Freund und dem Kind am Ende alleine dasitzt. Die Erwachsenen machen sich keine Sorgen. Immer haben sie irgendeinen Grund parat warum auch der letzte Verschwundene nicht zurück kommt. Es wird schon nichts passiert sein. Und stößt man doch mal auf die erste Leiche, hat man in seiner Spießerwelt auch gleich einen ungerechten Verdacht ausgesprochen, der für die beiden so felsenfest steht, dass sie sichtlich überrascht sind, wenn sie dem wahren Täter gegenüber stehen.

Unfreiwillige Komik weht also mit einher, wenn man „Slasher in the House“ (Alternativtitel) sichtet. Aber zumindest schlägt er sich an anderer Stelle auch auf andere Art, und ich weiß nicht ob es an einer besonders geduldigen und gnädigen Tagesform liegt, oder daran dass ich die Tage zuvor Schlechteres gesichtet habe, aber aus irgend einem Grund ist mir dieses Stück schundiger Durchschnitt sympathisch. Warum kann ich gar nicht so genau sagen, allein schon deshalb weil der Bösewicht all das verkörpert, was ich an der zentralen Figur aus „Zombie Nightmare“ für das Genre so unpassend fand. Andererseits sollte der auch die Sympathie des Zuschauers tragen, was nicht funktionierte, wohingegen Jay Jones diesen Part im hier besprochenen Film nicht übernehmen soll.


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