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Montag, 9. November 2015

FLIGHTPLAN - OHNE JEDE SPUR (Flightplan 2005 Robert Schwentke)


Kyle tritt mit ihrer Tochter Julia den Flug nach Hause an. Kyle döst während des Fluges ein, und als sie erwacht ist Julia verschwunden und wird auch nicht mehr aufgefunden. Allerdings hat auch niemand das Kind vor ihrem angeblichen Verschwinden gesehen. Das Flugpersonal hält Kyle für verrückt. Man vermutet das Kind habe nie existiert. Und so langsam beginnt auch Kyle an ihrem Verstand zu zweifeln...


Nicht ohne meine Tochter...

Etwas aufgesetzt mag der Grundplot schon klingen, spätestens ab jenem Punkt dass Kyle nach nur wenigen Stunden an sich selbst zweifelt und damit an der Existenz ihrer eigenen Tochter. Aber das ändert nichts daran, dass in diesem Film ziemlich schnell eine stimmige Atmosphäre herrscht, in einem herrlich unangenehmen Mix aus Spannung und (fast schon ansteckender) Panik. Dieses Gefühl der Panik wird bei der Heldin nicht nur durch das verschwundene Kind entfacht, auch die Isolation in der sie sich allein unter Ungläubigen befindet, betrachtet mit kritischen Augen als sei man wer Verrücktes, gemischt mit dem Gefühl entmündigt zu werden, all das ergibt ein wahrlich unbehagliches Gefühl.

Inhaltlich besitzt „Flightplan - Ohne jede Spur“ genau dort seine Stärke. Eine wie immer gut agierende Jodie Foster und ein um sie herum gescharter guter Cast runden das positive Ergebnis ebenso ab wie die solide Regie. Das Drehbuch schenkt uns zwar keine tiefgehenden Charaktere, aber durchaus glaubwürdige, wobei hier die Figur des Kapitäns hervorgehoben werden muss. Seine Entscheidungen sind stets nachvollziehbar und seines Berufes würdig. In der ersten Hälfte des Thrillers überzeugt auch der Sicherheitschef zunächst sehr gut. Aber dann erreichen wir als Zuschauer irgendwann die zweite Filmhälfte.

Bis hier hin herrschte ein Übermaß an Spannung, der Zuschauer wurde emotional gefordert, und das Drehbuch schien ein gutes zu sein. Doch der ganze Zauber ist schneller vorbei als es einem lieb ist, wenn sich der Autor der Geschichte urplötzlich entscheidet die großartige Atmosphäre gegen eine banale Auflösung der Vorkommnisse auszutauschen und uns von nun an ins Geschehen einweiht. Von nun an sollen wir die Rolle Jodie Foster nicht mehr kritisch betrachten, sondern mit ihr mitfiebern. Das könnte auch tatsächlich funktionieren wenn die Wendung nicht so extremst einfallslos und unglaubwürdig wäre, erst recht wenn man an den Aspekt der Detail-reichen Vorausplanung denkt, der bei all seiner Raffinesse zudem auch noch von zu vielen Zufällen abhängt (was wenn Kyle nie eingeschlafen wäre?).

Da hätte ich mir persönlich doch eher die andere schwache, aber wenigstens glaubwürdig herauszuarbeitende Alternative gewünscht, dass Kyle spinnt. Wäre ich für die Story verantwortlich gewesen hätte ich Fosters Rolle irgendwann vom Kapitän an einem Flughafen herauswerfen lassen, und der Film wäre ohne Kyle weiter gegangen. Der Sicherheitschef würde irgendwann einen Hinweis auf den Wahrheitsgehalt von Kyles Version entdecken und der grausamen Wahrheit auf die Spur kommen, wie auch immer die aussähe, Möglichkeiten gibt es zu genüge, und viele davon sind besser als die tatsächlich gewählte.

Nun ja, auch wenn das Drehbuch zur zweiten Hälfte stark nachlässt, so können die guten Darsteller doch noch einiges heraushauen. Auch ein Spannungsbogen ist noch vorhanden, wenn auch im wesentlich geringerem Maße als zuvor, so dass der zunächst so gut scheinende „Flight Plan“ (Alternativtitel) zumindest routiniert funktioniert ohne einen zum frühzeitigen Ausschalten zu verleiten. Verglichen mit dem vorherigem Potential ist das Erreichen von Durchschnitts-Niveau jedoch sehr enttäuschend.


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