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Mittwoch, 3. Februar 2016

CHAIN LETTER (2009 Deon Taylor)


Im Internet geht ein Kettenbrief um. Wer die E-Mail nicht weiterleitet muss sterben...


Was noch nerviger ist als Katzenfotos im Netz...

Sie sind seit je her als Spielerei bei allerlei Menschen beliebt, die zwar glauben nicht abergläugisch zu sein, es aber eigentlich doch sind: Kettenbriefe. Während die zweite Hälfte der Menschen die sie erhalten sie kopfschüttelnd wegwirft oder löscht, verbreitet sich solch ein Unfug dank erstgenannter Personengruppe überraschend schnell im Netz. Und dass eines Tages ein Horrorfilm auf der Bildfläche erscheinen musste, der gerade das allseits bekannte Prinzip des Kettenbriefes zum Thema macht, war eigentlich nur eine Frage der Zeit und rückblickend das naheliegendste was nach „Ring“ und Co kommen musste.

Leider ist es genau der Einfluss von „Ring“ und anderen modernen Vertretern des Horror-Genres, der es nicht zulässt dass man mit solch augenzwinkernder Thematik locker umgeht. Nun muss ein solches Thema nicht gleich so albern verarbeitet werden wie der äußerst sympathische „Hellphone“, aber eine weniger ernste und unverkrampftere Umsetzung hätte ich mir schon gewünscht, ist „Chain Letter“ doch ein sich viel zu ernst nehmendes Stück Standard-Ware geworden, welches das Einschalten kaum wert ist, so erwachsen wie er sich anfühlt bei solch kindischer Thematik.

Die eindimensionalen Charaktere sind nicht ansatzweise sympathisch, die meisten Szenen gucken sich in ihrer extremen Ernsthaftigkeit zu anstrengend, nirgendwo blitzt ein Hauch subtiler Komik auf, der für Auflockerung sorgen könnte. Das Werk von Deon Taylor, der solch routiniert klingende Filme wie „The Hustle“ und „Supremacy“ abgedreht hat, guckt sich in seiner viel zu ernsten Art viel zu versteift und verweigert sich somit des Unterhaltungswertes den ein Horrorfilm besitzen sollte, wenn er nicht zu den Bereichen Grusel, Trash, Terror oder Kunst gehört. Somit bietet „Chain Letter“ lediglich Kost für jene Gattung Horror-Fan, die sich humorlos ohnehin über die meisten kurzweiligigen Fließbandproduktionen aufregt.

Sicher, es gibt harte Bilder zu sehen und „Chain Letter“ ist zumindest ein reiner Horrorfilm, gerade das Fehlen aufheiternder Elemente werden einige gut heißen, aber die Thematik  Kettenbrief ist mir einfach ein zu verspieltes, als dass ich es in solch erwachsener Umsetzung sehen wollte. Zumindest ist aber wenigstens eines nicht passiert: der zu erwachsene Stil wurde nicht aufgrund des theoretisch augenzwinernden Aufhängers unfreiwillig infantil. Das hätte auch locker nach hinten losgehen können. Mir kam das Endprodukt jedoch zu seelenlos und austauschbar vor, als dass ich mich ernsthaft dafür begeistern könnte.


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