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Sonntag, 28. August 2016

ALLES IM EIMER (1981 Ralf Gregan)


Leo Bergert hat Schulden und wurde von seiner Verlobten verlassen. Und da ihm der Selbstmord nach diversen Versuchen einfach nicht gelingen will, engagiert er eine Zufallsbekanntschaft, den Einbrecher Max, den Mord an sich innerhalb der nächsten zwei Tage zu übernehmen. Zu dumm nur dass einen Tag drauf die Welt finanziell wie auch Beziehungs-technisch wieder in Ordnung ist, und Leo dementsprechend keine Lust mehr hat zu sterben. Aber wie kontaktiert man einen Auftragskiller der nicht gefunden werden will? Da Max überraschend und schmerzlos vorgehen soll, wird Leo in den kommenden zwei Tagen zum reinsten Nervenwrack und vermutet hinter jedem Schatten seinen Mörder...


Leo und der Balkon...

Ein Jahr nach ihrem wunderbaren „Mein Gott, Willi“ drehten Regisseur Ralf Gregan und Hauptdarsteller Dieter Hallervorden zusammen mit einigen anderen Mitwirkenden besagten Streifens ihre nächste gemeinsame Komödie. „Alles im Eimer“ mag nicht eine solch ganz runde Nummer wie der Vorgänger sein, dessen Kritikpunkt etwas zu Sketch-artig ausgefallen zu sein muss sich auch der Nachfolger gefallen lassen, aber ein sympathisches Stück Unfug ist der hier besprochene Film trotzdem geworden.

Zwar darf es überraschen, dass sich die Autoren nicht auf der in der Inhaltsangabe erwähnten Idee ausgeruht haben, wie es manch andere Filmschaffende taten, sondern stattdessen immer neue Wendungen und Ereignisse das Chaos regieren lassen, womit man sich gelegentlich übernimmt und auch den Zuschauer manches Mal ein wenig aufgrund des sich auftuenden hektischen Szenarios überfordert, da man aber schnell erkennt dass hier lediglich ein Theaterstück, oder zumindest das Prinzip eines Theaterstückes, auf das Medium Spielfilm übertragen wurde, versteht man schließlich auch warum die Autoren so vorgegangen sind.

Mag „Alles im Eimer“ auch manches Mal etwas wirr wirken und kurzfristig auch mal auf der Stelle treten, so verzeiht man dem Streifen solche Schwächen doch gern, ist er doch mit einigen liebgewonnenen deutschen Schauspielern charmant besetzt, und da weiß die gut aufeinander abgespielte Bande manche Hürde gekonnt zu überwinden. Ebenso weiß Dieter Hallervordens Blödelkunst so einiges zu retten. Was er hier an mal extremen und mal subtileren Grimassen wirksam zu witzeln weiß, weiß den Liebhaber seiner frühen Stücke zu gefallen, zumal der lange Zeit unterschätzte Schauspieler, wie in all seinen Werken, dabei stets seine Würde bewahrt und sich nie komplett zum Affen macht.

Die Qualität des Vorgängers und freilich auch der drei großen Komödien Didis, „Didi - Der Doppelgänger“, „Didi und die Rache der Enterbten", sowie „Der Experte“, weiß das schlichte Lustspiel nicht zu erreichen. Während aber andere frühe Werke wie „Ach du lieber Harry“ und „Der Schnüffler“ sich der Komik Hallervordens noch nicht ganz sicher schienen und dementsprechend nicht durchgängig unterhaltsam ausgefallen sind, finden sich diese Schwachpunkte im hier besprochenen Streifen überhaupt nicht. Die Komik ist ebenso treffsicher auf Didi abgestimmt wie der hier verkörperte Personentyp, und zu unterhalten weiß diese chaotische Aneinanderreihung schräger Situationen durchaus.

Nach 95 Minuten ist man dennoch ganz froh dass doch mal Schluss ist, immerhin erfordert der Film einiges an Nerven vom Zuschauer ab, wenn man mit dem sympathischen Chaoten mitfiebert sobald sich wieder ein neuer Abgrund auftut, der überwunden werden muss. Das zeigt aber auch wie eng man am Leiden der Hauptfigur gebunden ist und wie sehr man mitfiebert, egal wie realitätsfern das ganze Szenario aufgrund immer weiterer Übertreibungen auch manches Mal scheinen mag. Was für Pierre Richard „Der große Blonde auf Freiersfüßen“ war, das war für Hallervorden „Alles im Eimer“: ein Theaterstück voller Verwechslungen, Tolpatschigkeiten und überraschender Wendungen. Manche etwas zu anstrengende Länge ist mit dem nächsten Lacher wieder wie weggebügelt.


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