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Dienstag, 21. Februar 2017

DRACULAS RÜCKKEHR (Dracula Has Risen from the Grave 1968 Freddie Francis)


Weil er die Eingangstür des Schlosses mit einem Kreuz für den Blutsauger unbewohnbar gemacht hat, nimmt Graf Dracula Rache an Monsignore Müller, indem er dessen Nichte unter seine Gewalt bringt. Da er selbst zu sehr schwächelt um den Kampf gegen seinen Erzfeind aufzunehmen, benötigt der Monsignore Hilfe vom Geliebten seiner Nichte. Da ist es nicht gerade hilfreich, dass dieser ein Atheist ist...


Der Mann mit den blutroten Augen...

Draculas zweite Rückkehr, in der dritten Fortsetzung der Hammerstudio-Version von „Dracula“, ist erstmals nicht von Terence Fisher inszeniert. Ihn ersetzt Freddie Francis, der ebenfalls Stammregiseur besagter britischer Filmschmiede war. Da ich „Blut für Dracula“, den Vorgänger des hier besprochenen Filmes, noch nicht sehen konnte, kann ich nicht beurteilen wie Draculas erste Rückkehr ausgefallen ist. Die Art wie der Graf in „Draculas Rückkehr“ in Szene gesetzt wird, ist zumindest leider nicht mehr halb so wirkungsreich wie im Originalfilm aus dem Jahre 1958.

Dracula ist nicht mehr dieses gierige Monster, dessen Menschlichkeit wie eine Verkleidung wirkte. Die Kamera fängt weder ihn noch seine blutroten Augen in Nahaufnahme erschreckend ein. Spielt Christopher Lee mit halber Backe? Ich weiß es nicht. Aber wahre Wirkung entfaltet der Vampir ironischer Weise erst dann, wenn er stirbt. Dann ist er mit dem Blut um die Augen toll zurecht gemacht, während Lee mit einem bitteren Blick den sterbenden Grafen mimt. Zuvor gab es gar Szenen, in denen er lächerlich wirkte, machte es doch den Eindruck man würde sich in einem Klamaukfilm befinden, sobald Dracula wie irre eine Kutsche lenkt, was immerhin zwei Mal im Film geschieht.

Aber das sind die Tiefpunkte in einem sonst recht unterhaltsamen Film, dem die Intensität des Originals fehlt und der harmlose Charme der ersten Fortsetzung „Dracula und seine Bräute“, der mir im Vergleich besser gefiel. Aber „Dracula‘s Revenge“ (Alternativtitel) besitzt eigene Stärken, wenn auch nicht beim Blutsauger selbst. Während bereits die eigentliche, harmlose Lovestory inklusive eifersüchtigem Sidekick zu gefallen weiß, wird die Story um zwei Asse im Ärmel bereichert. Zum einen tritt ein Atheist den Kampf gegen den Blutsauger an, was die Sache extrem erschwert, zum anderen ist es ein Priester, den Dracula zu seinem Lakaien macht, was von Francis recht reichhaltig ausgekostet wird, so oft wie der Abtrünnige den Wolf im Schafspelz verkörpern darf.

Zwar ist seine Rolle wahrlich tragisch angelegt, immerhin besitzt der Priester im Gegensatz zu vielen anderen Vampirfilm-Gehilfen Momente der eigenen Gedanken (was schließlich auch hilfreich für den Finalkampf wird), aber unter der Macht von Dracula stehend muss er quasi am eigenen Leib darunter leiden, wie er seinen eigenen Glauben mit Füßen tritt und Menschen schadet denen er nicht schaden will. So bleibt er eine traurige Figur selbst dann, wenn er den Willen des Grafen erfüllt, weiß umgekehrt aber auch durch diese durch Reue harmlose Außenwirkung in der Schurkenrolle zu gefallen, wenn alle anderen glauben sie hätten mit dem Priester wen Hilfreiches an ihrer Seite.

Dies plus einige kleine Gimmicks, wie dem Treiben auf den Dächern der Stadt, welches zu einem wichtigen Element des Filmes wird, macht aus „Draculas Rückkehr“, trotz des eher schwachen Einsatzes von Christopher Lee, einen angenehmen Film, der zwar etwas Zeit benötigt um in Fahrt zu kommen und aufgrund unnötiger Fehler, wie einer tageshellen Nachtszene, in welcher Dracula der Dorfschlampe auflauert, sich auch an anderer Stelle schwer tut, aber letztendlich doch ein angenehmer Vertreter der Gattung Horrorfilm ist, vorausgesetzt man mag auch die harmlos ausgefallenen Varianten von einst, die heutzutage niemanden mehr erschrecken und auch für ihre Zeit recht zahm ausgefallen sind.


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