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Samstag, 25. Februar 2017

LAUREL UND HARDY IN OXFORD (A Chump at Oxford 1940 Alfred J. Goulding)


Stan und Olli bemerken nach einem erneut angerichteten Chaos, dass sie zu dumm sind und beschließen zur Schule zu gehen. Da sie durch Zufall einen Bankräuber aufhalten, bezahlt ihnen der Bankdirektor aus Dank eine Schulausbildung in Oxford...


Das andere Kinn auch...

In ihrem letzten kreativ freien Jahr unter Hal Roach, bevor das Komiker-Duo für FOX ohne Mitspracherecht Filme drehte, entstand neben „Dick und Doof auf hoher See“ auch „Laurel und Hardy in Oxford“, beides zugegebener Maßen wundervoll anzuschauende Komödien, aber die meisten Besonderheiten, die ein solches Werk zum Leckerbissen machen, findet man eher im hier besprochenen Film. Wie so ziemlich alles was die beiden zusammen an Langfilmen gedreht haben, so besteht auch „Das Fenster im Nacken“ (Alternativtitel) lediglich aus einzelnen Episoden, die mehr bemüht als rund aneinandergereiht werden, um so etwas wie eine Geschichte zu suggerieren. Aber wie so oft bei Laurel und Hardy haben es diese Episoden in sich.

Sich zunächst als Butler-Ehepaar ausgebend richten sie das typische Chaos an, wie man es seit ihrer Kurzfilmzeit von ihnen gewohnt ist. Dies wird weiter fortgeführt in einer nicht minder witzigen Szene als Straßenkehrer, die zu einer zufälligen Überführung eines Bankräubers führt. Und erst jetzt findet die Reise nach England statt, die übersprungen wird um direkt in Oxford weiter zu blödeln. Hier beginnt nun die beste Phase von „Dick und Doof als Studenten“ (Alternativtitel), stolpern die beiden aufgrund eines Studentenjuxes doch nun Stunden lang in einem Labyrinth umher, welches zu dem Höhepunkt führt, in welchem Stan Laurel mit einer Zweitperson ein perfekt choreographiertes Hand- und Fingerspiel mit drei Händen durchführt. Da will man gar nicht wissen wie lange allein an dieser Szene geprobt wurde.

Wer gut aufpasst kann nun, rausgekommen aus dem Labyrinth und weiteren Studentenstreichen ausgesetzt, passend britisch besetzt den zukünftigen Horrorstar Peter Cushing entdecken, der in halbwegs jungen Jahren einen der Studenten mimen darf, wenn auch keinen der wirklich im Vordergrund stehenden. Das ist aber auch egal, die Show gehört ohnehin Stan Laurel und Oliver Hardy, und wenn diese nach einer herrlich absurden Auseinandersetzung mit dem Dekan nun ihr letztes Kapitel in „Dick und Doof in der Schule“ (Alternativtitel) beschreiten, wagt man inhaltlich etwas, das auch nach hinten hätte losgehen können. Wir erfahren Hintergründe über Stan, wer er einst war und wie er so dumm wurde wie wir ihn kennen.

Wenn Laurel nach einem Schlag auf dem Hinterkopf an Dummheit verliert und Arroganz gewinnt, darf der gute Mann einmal anders spielen als sonst, was keineswegs einen heruntergeschraubten Grad an Komik bedeutet. Ganz im Gegenteil, allein was in geschätzten 3 - 5 Minuten gegen Ende von „Genies in Oxford" (Alternativtitel) nun an Dicken-Witzen fällt, lässt sich kaum zählen und gehört, trotz des beleidigenden Charakters, zu den großen Lachern des Filmes. Selbstverständlich muss Stan im Laufe der Geschichte wieder der Alte werden, denn ein Erfolgspaar wie Dick und Doof reißt man nicht auseinander. Und mit der „Heilung“ Laurels schließt „Sprung ins Glück“ (Alternativtitel) - ein Happy End für Olli, nicht aber für Stan, aber der weiß ja nicht welches Leben ihm gerade entgangen ist.


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