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Samstag, 25. Februar 2017

DIE KLOTZKÖPFE (Block-Heads 1938 John G. Blystone)


Stan Laurel hält 20 Jahre nach Kriegsende noch immer brav die Stellung im Schützengraben, da ihm niemand mitgeteilt hat, dass längst kein Krieg mehr tobt. Als er Heim gebracht wird, sucht ihn sein ehemaliger Freund Oliver Hardy auf. Da dieser Laurel zunächst für einen Invaliden hält, bietet er ihm an bei sich und seiner Frau zu wohnen...


Weder Steak noch siebenschichtige Torte...

Wenn man einem Film von Laurel und Hardy Episodenhaftigkeit und das Fehlen einer echten Geschichte vorwerfen darf, dann ist es „Die Klotzköpfe“, der fast ständig nur von Nebensächlichkeiten erzählt. Zunächst erleben wir Stan im Schützengraben, der 20 Jahre lang das Kriegsende verpennt hat, dann, zumindest noch auf diese Idee aufbauend, sucht Olli ihn im Heim für Soldaten auf und glaubt sein Freund würde nur noch ein Bein besitzen. Dann erweist sich die Heimfahrt mit einem Auto als tückisch, schließlich auch der Gang 13 Stockwerke nach oben, da der Fahrstuhl kaputt ist. Eine Schlägerei, Schattenspiele und das Anlegen mit einem Vater und seinem Sohn sorgen dafür, dass es immer wieder rauf und runter geht, man in der Wohnung so schnell also nicht ankommt. Doch mal dort angekommen gibt es zunächst Ärger mit der Ehefrau, dann mit der Küche und schließlich auch mit der Eifersucht eines Mannes von nebenan, der Großwildjäger ist.

Selten war mir der Zustand keine echte Geschichte erzählt zu bekommen so egal wie im hier vorliegenden Fall, ist „Blockheads“ (Alternativtitel) doch einer meiner absoluten Lieblingsfilme des berühmten Komiker-Duos, so sehr wie hier der Wahnsinn herrscht und eine gute Idee an die nächste gereiht wird. Im Schützengraben bei Stan lauern Witze, die einem über 50 Jahre später in „Die nackte Kanone“ unglaublich modern vorkamen. Kleine Ideen, wie ein viel zu schnell nach unten rasender Fahrstuhl, und große choreographische Szenarien, wie Hardys Hilfe Laurel gegenüber, der fälschlicher Weise für einen Invaliden gehalten wird, wechseln sich gut ineinander greifend ab und lassen dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen, so viel wie es hier zu lachen gibt.

Und wenn man glaubt man hat alles gesehen, dann darf die Nachbarin sich aufgrund mangelnder Verstecke gegen Ende noch als Sessel tarnen, der stets auf Laurel einschlägt, wenn dieser, nicht eingeweiht, versucht sich auf den angeblichen Sessel zu setzen. Typische Laurel-Spinnereien wie das Rauchen einer Pfeife, bei welcher die eigene Hand zur Pfeife wird, oder das Herunterziehen des Schattens einer hochstehenden Jalousie, dürfen ebenso wenig fehlen wie seine Tolpatschigkeit, Ollis Neigung aufgrund von Überheblichkeit im Chaos zu landen und jeglichen weiteren Running Gags, die sich aus etlichen (Kurzfilm)-Jahren Dick und Doof entwickelt haben.

Die beiden Komiker agieren in bester Laune, blödeln hemmungslos albern und gekonnt vor sich hin und beweisen einmal mehr ihre Grenzenlosigkeit in Bezug auf ihre Themenvielfalt. Bittere Themen wie der Krieg umgehen sie nicht. Und auch die Beobachtungsgabe aktueller Geschehnisse fehlt nie. Diesmal veralbern sie eine damals frisch aufgekommene Umgangssprache, was für einige Wortspielereien sorgt, die man ohne diese Kenntnis heutzutage meist nicht mehr versteht. Dem Film tut dies freilich keinen Abbruch, wird dieser Bereich unter vielen in „Lange Leitung“ (Alternativtitel) doch nur nebenbei eingebaut, während um Stan und Olli herum das gewohnte Chaos tobt.

Das Fehlen einer Geschichte sollte neugierige Zuschauer nicht davon abhalten „Block-Heads“ (Originaltitel) einmal zu sichten, bietet er doch wahre Höhepunkte im Schaffen von Oliver Hardy und Stan Laurel, also von zwei Schauspielern, die ohnehin durch ihr enormes Können zu Humorlegenden wurden. „Die Klotzköpfe“ schaut sich wie eine Aneinanderreihung diverser Kurzfilme mit leichtem Bezug zueinander, und irgendwann ist er auf diese Art auch ganz plötzlich vorbei, ohne dass es tatsächlich eine Art von Schlussstrich gibt. Darüber kann sich aber nur jener ärgern, der mit der Komik des Duos nichts anzufangen weiß. Das sind dann aber meistens Menschen, welche die Komik der beiden ohnehin nur als albern und substanzlos empfinden, und die Meinung von Leuten mit solchem Mangel an Beobachtungsgabe ist mir ohnehin ziemlich egal.


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