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Donnerstag, 2. März 2017

DIE HAUSLEHRERIN (L`insegnante viene a casa 1978 Michele Massimo Tarantini)


Als die Klavierlehrerin Luisa ein Apartement mietet, verdreht sie allen Hausbewohnern den Kopf. Durch ein Missverständnis entsteht das Gerücht, sie sei eine Prostituierte. Und hergezogen ist sie um ihrem Liebsten nahe zu sein. Der ist Bürgermeisterkandidat, verheiratet, was Luisa nicht weiß, und deswegen gar nicht erfreut, dass die attraktive Dame mitten in der Wahlphase in seiner Stadt auftaucht. Seine ablehnende Haltung bestraft Luisa, indem sie ihn mit dem jugendlichen Sohn ihres Vermieters eifersüchtig macht, der sich daraufhin in Luisa verliebt...


Beidhändiges Musizieren...

Ich weiß nicht was mich immer wieder zu diesen Italo-Klamotten hin zieht, kann ich sie doch eigentlich gar nicht leiden, aber ein Auge muss ich doch jedes Mal riskieren wenn ich eine solche günstig auf DVD erwische, bin ich doch jedes Mal wieder von der Banalität dieser Gattung Komödie fasziniert und von dem Gedanken, dass es da draußen Menschen gibt, die mit dieser Komik ernsthaft etwas anfangen können, ohne sich während des Sichtens fremd zu schämen. Zwar ist „Die Hauslehrerin“ eine erträglichere Variante dieser Gattung Film, aber gut sieht nach wie vor anders aus.

Da uns einige Gesichter aus den „Flotte Teens“-Filmen begegnen, wurde der Film auch schon mal unter dem Titel „Flotte Teens und die Haushälterin“ veröffentlicht, obwohl er mit besagter Reihe nichts zu tun hat. Auch in der eigens für den DVD-Markt gestartete Sexy Teens-Reihe taucht der Film auf, nicht schwer zu erraten unter dem Titel „Sexy Teens und die Hauslehrerin“. Interessanter Weise gehört Tarantinis Werk tatsächlich einer Komödienreihe Italiens an, und das ist jene die mit dem blöden Titel „Die Bumsköpfe“ startete und dessen Fortsetzungen schon lange vor dem hier besprochenen Teil 4 (von insgesamt 5) mit Faketiteln um die „Flotten Teens“ gepuscht wurden.

Nach „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ und „Flotte Teens und Sex nach Noten“, die allesamt erträglicher ausfielen als der erste Teil ihrer Reihe, bekommen wir es nun mit einer allen den Kopf verdrehenden Klavierlehrerin zu tun. Diese wird zwar von einem Teenager begehrt und liebt diesen sogar am Ende des Films, ansonsten konzentriert sich das Werk jedoch wesentlich mehr auf die erwachsenen Figuren, anstatt auf die sonst so wichtigen Jugendlichen der Reihe. Der Sohn des Vermieters wird erst zur zweiten Hälfte zu einer Art zweite Hauptfigur, zuvor darf er gemeinsam mit seinen Kumpels lediglich lüstern das alltägliche Treiben der neuen Mieterin beobachten und daraus Fehlschlüsse ziehen.

Sich zum Affen machende Erwachsene wissen in kleineren Auftritten inmitten einer Teeniestory besser zu gefallen, wenn man das bei dieser bescheuerten Art Komik überhaupt so nennen kann, als ins Zentrum gerückt wie in „L‘ insegnante viene a casa“ (Originaltitel). Das Theater um den bereits vergebenen und deshalb ständig lügenden Bürgermeisteranwärter dreht sich ewig im Kreis und bekommt nicht einmal einen deutlichen Abschluss am Ende des Films beschert. Und jede weitere männliche, erwachsene Rolle geht bei den Anmachversuchen bei der Klavierlehrerin besonders peinlich vor, weil sie nun einmal für eine Prostituierte gehalten wird. Die hemmungslose, direkte Art, mit welcher die Herren um die Dame buhlen, kann man wahrscheinlich noch als die erträglichsten Witze inmitten der kompletten Holzhammer-Komik bezeichnen.

Obwohl der Film sichtlich um eine Story bemüht ist, anstatt tatsächlich eine zu liefern, guckt sich „Die Hauslehrerin“ zwar anstrengend wie jeder Italo-Klamauk, überraschender Weise jedoch nie langweilig. Tarantinis Werk leidet unter all den Vor- und hauptsächlich Nachteilen dieser Gattung Film wie jede von mir bislang gesichtete Komödie dieser Art, was auch die meisten Erotikszenen betrifft, die von dämlichen Männern, die albern herumkaspern, meist kaputt gemacht werden. Dennoch weiß die Schönheit der Hauptdarstellerin zu wirken, selbst dann wenn sie mit dem schlecht besetzten, eher kränklich als attraktiv wirkenden, Teenager herumfummelt.

Warum die beiden am Ende des Filmes zusammen kommen, wird nicht ganz klar. In der von mir gesichteten Fassung hat sich genau in jenem Moment der Annäherung / der Versöhnung ein längerer Filmriss eingeschlichen, aber ich wage einmal zu bezweifeln, dass die fehlenden Szenen einen sinnvollen Grund geliefert haben, warum die erwachsene, attraktive Frau eine Beziehung mit dem kindischen, unattraktiven Teenager eingeht. Die Fummelversöhnung gerät inmitten von Klaviermusik zu einer Geduldsprobe, fühlt sich besagte Szene doch wie eine halbe Ewigkeit an, obwohl die Darstellerin der Luisa nun ausgiebiger ihren Körper vorführen darf. Das allein macht aber nun mal noch keine gute Szene aus. Drei Minuten später ist aber ohnehin Schluss, und ich sitze vor dem Abspann und wundere mich, dass ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Und warum ich das Ganze noch halbwegs erträglich fand, frage ich mich noch immer.


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