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Samstag, 4. März 2017

ROBOTER DER STERNE (Tie Chao Ren 1974 Kwok Ting-Hung)


Außerirdische lassen im Bermudadreieck Schiffe und Flugzeuge verschwinden. Mittels eines großen Roboters versucht man die Außerirdischen aufzuhalten, die ebenfalls mit Riesenrobotern vorgehen...


Macht sie fettig!...

Wer glaubt es bei „Roboter der Sterne“ mit den üblichen kindischen Spielereien der Japaner zu tun zu haben, in welchen Männer in Monster- und Roboterkostümen gegeneinander kämpfen, der irrt. Wo „Godzilla“ und Konsorten es noch schaffen einem die Illusion zu bieten einer übernatürlichen Geschichte beizuwohnen, da übertrifft Kwok Ting-Hungs Werk selbst die billigst umgesetzten „Power Rangers“ darin das getrickste Szenario derart unecht wirken zu lassen, dass es sich nicht mehr wie eine Kinoillusion anfühlt. Jegliches Miniaturmodell ist nicht nur als solches zu erkennen, es sieht zudem nach Spielzeug aus, so dass die eigentliche Faszination darin liegt, dass sich „The Iron Man“ (Alternativtitel) so schaut, als ob wir der Phantasie aus der Perspektive eines Kindes beiwohnen, welches gerade damit beschäftigt ist mit seinen Robotern zu spielen.

Die völlig infantile Geschichte unterstützt diese Perspektive, könnte der Handlungsstrang doch kaum simpler und dünner ausgefallen sein, mit einer Gut-Böse-Trennung, die ebenso dem kindlischen Verständnis nachempfunden ist. Nun muss man fairer Weise aber auch erwähnen, dass das was die Deutschen dem erwachsenen Publikum schmackhaft machen wollten, in Japan tatsächlich für Kinder gedacht war. Wir, die wir das einzige Land neben Japan sind, in welchen „Iron Super Man“ (Alternativtitel) überhaupt veröffentlicht wurde, versuchten krampfhaft aus einer Kinderchose einen erwachsenen Actionstoff zu zaubern. Was im Trailer noch halbwegs funktioniert, da man dort über einen Teil der Unzulänglichkeiten hinwegblenden konnte, will im fertigen Werk nur unfreiwillig belustigen.

Nicht nur grotesk zurecht gemachte Figuren, wie der Anführer der Aliens, der selbst gegen Marge Simpson jeglichen Haarturmwettbewerb gewinnen würde, unterstützen das skurril wirkende Szenario, welches durch das verdrehte Angehen der Deutschen nun noch verrückter wirkt als es das infantile Szenario in seiner Spielzeugoptik ohnehin tut, eine Synchronisation, die sich der Lächerlichkeit des Vorhabens bewusst war, und deshalb bei der Vertonung auf ihre Art herumalbert, lässt dem Nonsens von „The Iron Superman“ (Alternativtitel) nun endgültig freien Lauf. Es ist erstaunlich welch professionelle Sprecher man seinerzeit für das Projekt gewinnen konnte. Einer Ernsthaftigkeit, wie vom deutschen Verleiher gewollt, lassen sie jedoch nicht aufkommen.

So knallbunt, lustig und kaputt sich das Ganze auch schaut, auf Spielfilmlänge von immerhin 81 Minuten wird „Roboter der Sterne“ zur Tortur. Kurzfristig darf man schmunzeln, wenn man aber einmal 20 Minuten hineingeschaut hat reicht das vollkommen aus um sich einen Überblick über diesen Schwachsinn zu verschaffen. Ich denke schon, dass jeder interessierte Cineast einen Blick riskieren sollte, denn wie grotesk das Werk ausgefallen ist, merkt man tatsächlich erst, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat. Da das Geschehen einem aber jegliche graue Zelle wegbretzelt, beneide ich jeden Zuschauer für seine Geduld, der es geschafft hat diesen Irrsinn bis zum Schluss zu schauen, ohner sich zwischendurch eine Pause gegönnt zu haben.


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