14.05.2021

DIE QUAL DER WAHL (2012)

Bislang war Senator Brady ohne Gegenkandidat. Nun, kurz vor seiner dritten Wiederwahl und kurz nach einem amourösen Skandal, treten zwei Großindustrielle den naiven Huggins ins Rennen, der mithilfe eines Experten tatsächliche Chancen erhält den Schaumschläger bei der Wahl zu schlagen. Allerdings nicht ohne sich selbst zu verraten...

Kommunisten mit zwei Möpsen aus dem Regenbogenland...

Wer seicht und oberflächlich unterhalten werden möchte, und somit keine Satire a la "Wag the Dog" erwartet, kann zu "Die Qual der Wahl" greifen, in welcher der stets souverän spielende Will Ferrell auf Zach Galifianakis trifft, der nur auf dem ersten Blick gegen seinen Standard, geprägt aus den "Hangover"-Filmen, besetzt ist. Das politische Gekabbel zwischen den beiden erinnert ein wenig an die Ex-Präsidenten-Komödie "Ein Präsident für alle Fälle" (dort wie hier mit Dan Aykroyd in einer Nebenrolle besetzt), nur dass "The Campaign" (Originaltitel) gar nicht erst versucht die Auseinandersetzungen seriös zu thematisieren. Überraschend trumpft die Komödie von "Austin Powers"-Regisseur Jay Roach mit einer Schlammschlacht weit unter dem Niveau dessen wie ein Wahlkampf tatsächlich ablaufen würde. Seitenhiebe auf die tatsächliche Politwelt der USA gibt es freilich trotzdem, z.B. in den plumpen Methoden, mit denen man das denkfaule Volk auf seine Seite bringt, aber der eigentliche Reiz liegt in der realitätsfernen Verhaltensweise Bradys, bei dem man nie weiß wie extrem das Drehbuch ihn noch außerhalb der Norm agieren lassen wird. Eins sei verraten: es geht weit über die erwarteten Grenzen hinaus, was mit dieser respektlosen Art tatsächlich Partymomente erzeugt. 

Freilich zieht nicht jeder laute Gag, und zu mancher Komik, wie der Charakterzeichnung von Huggins Ehefrau, muss man Zugang haben, um was damit anfangen zu können. Ich konnte es nicht und habe dennoch Freude mit "Dog Fight" (Alternativtitel) gehabt, der zwar kaum Sinn macht, darauf aber auch ignorant scheißt. Die Nebenrollen von Dan Aykroyd und John Lithgow (die überraschend stark harmonieren) hätten für meinen Geschmack ruhig etwas größer ausfallen können, und das blauäugige Happy End steht im Widerspruch zur treffsicheren Reflexion billiger Meinungsmache. Aber "Rivals" (Alternativtitel) ist ohnehin Trivialunterhaltung, die sich nicht um Niveau schert, sie dient einzig dem Prinzip möglichst geistloser Unterhaltung, die gelegentlich mit funktionierenden satirischen Ansätzen überrascht. Galifianakis Holzhammer-Komik reicht an die Klasse Ferrells facettenreicherer, da sehr grotesker, Interpretation seiner Figur freilich nicht heran, letztendlich funktioniert ihr Zusammenspiel aber passabel genug um bei wenig Erwartungen von "Southern Rivals" (Alternativtitel) nicht enttäuscht zu werden.  OFDb

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