Warum dieses kunterbunte, höchst amüsante Spektakel trotzdem nicht zum großen Geheim-Tipp wird, liegt in der Banalität vieler Gedankengänge und in fehlerhaften Ideen, die zwar im ereignisreichen Treiben fast unentdeckt untergehen, den mitdenkenden Zuschauer jedoch schon etwas verärgern können. Warum Fishs ehemalige rechte Hand nach Behebung der Programmierung gegen Ende wieder zu Pinguins Gehilfen wird, bleibt die Geschichte einem als Erklärung schuldig. Warum eine Familie, die vor Jahrhunderten aus Gothams Gedächtnis ausradiert wurde, dennoch auf dem Friedhof ein Familiengrab besitzt, ist so unsinnig und fehlerhaft wie das Verhalten der Schwester des kriminellen Bürgermeisters, wenn sie in ihrem letzten Auftritt in dieser Staffel auf Bruce Wayne stößt, und jeder Urinstinkt der Rache scheinbar erloschen ist, obwohl sie eine gnadenlos gezeichnete Figur ist. Auch die Sprunghaftigkeit die Macht auf Verbrecherseiten betreffend und das Zusammenspiel wer wann wem hilft, gehört nicht zu den Stärken des zweiten Jahres, entspringt zwar auch dem flotten Erzählstil, der an anderer Seite vorteilhaft ist, etwas mehr Stringenz wäre in diesen Punkten jedoch wünschenswert gewesen. Was anderen Werken stark schaden würde, sorgt hier jedoch lediglich dafür, dass "Gotham" trotz toller Spezialeffekte und vieler gut durchdachter Inhalte simple Trivialunterhaltung bleibt. Aber sie macht weit mehr Spaß als im durchaus unterhaltsamen ersten Jahr, und die Heldenfiguren werden zu besseren Identifikationsfiguren als zuvor. Gerade die Entwicklung Bruce Waynes ist erstaunlich zu nennen, wenn man sich den Buben zu Beginn der Serie ansieht und ihn mit jener Person vergleicht, die er zum Ende der zweiten Staffel geworden ist. Ein toller Cliffhanger um frei gelassene Monster und um die wahren Herrscher Gothams macht zudem tatsächlich neugierig auf das dritte Jahr. OFDb
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
01.11.2022
GOTHAM - STAFFEL 2 (2015)
Im zweiten Jahr ist um einiges mehr los in der Serie "Gotham" als zuvor. Weit weniger verkrampft erzählt, nicht mehr mit unangenehmen Charakterzeichnungen von Nebenfiguren belastet und mit mehr Mut zu phantastischen, ja geradezu wahnwitzigen Themen, wird die zweite Staffel zu einem höchst unterhaltsamen Unterfangen. Was bereits interessant mit einer Rachegeschichte in Verbindung mit der damaligen Erbauung Gothams per manipuliertem Bürgermeisterwahlkampf beginnt, entspinnt sich zu einer Story um einen alten Mönchskult, entwickelt sich weiter zu einem Monster- und Mutantenszenario in wundervoller Nervenheilanstaltskulisse, welches selbst vor wiedererweckten Toten nicht Halt macht. Das Tempo ist dementsprechend hoch, oft ist man überrascht wie schnell eine Geschichte, der man größere Dimensionen zugetraut hätte, relativ schnell beendet wird. Zunächst dachte ich "Gotham" kümmert sich nicht mehr um eine einheitliche Geschichte pro Staffel, so wie es leider "The Walking Dead" ab der vierten oder fünften Staffel ungefähr tat. Aber das täuscht, und das geglaubte zu Ende Erzählte bekommt mit dem Beginn einer anderen Geschichte eine neue Bedeutung, bzw. eine Fortführung. Man spart also nicht mit Überraschungen, hält den Zuschauer ordentlich auf Trab, während die Figuren sich immer zügiger in jene Richtung entwickeln dürfen, die sie später im "Batman"-Universum sein dürfen. Im Falle des Riddlers fehlt eigentlich nur noch Kostüm, Ganovenname und die Bande, als Persönlichkeit selbst ist er längst ab dem letzten Drittel der Staffel zum eigentlichen Riddler geworden.
Kategorien:
2010-2019,
Action,
Drama,
Fantasy,
Filmbesprechung,
Kriminalfilm,
Thriller,
TV-Serie/Web-Serie,
unterhaltsam,
USA
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen