Sonntag, 12. August 2012

SHARKTOPUS (2010 Declan O'Brien)


Ein Wissenschaftler züchtet eine Kreatur die halb Hai und halb Tintenfisch ist. Das aggressive Biest kann entkommen...


Hi Pussi...

Wenn man im Tierhorror-Bereich einen Titel wie „Sharktopus“ liest, merkt man erst wie sehr man mittlerweile durch Produktionen der Firma „The Asylum“ darauf getrimmt ist, gleich den kompletten Schrottfilm zu vermuten. Sicherlich badet besagter Film nicht im Filmkunst-Bereich, und der Titel verrät bereits seine Trivialfilm-Herkunft, aber das Ergebnis solcher Werke muss nicht automatisch unfreiwillig komisch und dilettantisch zugleich sein. Auffallend sind im Vergleich zum genannten Konkurrenten die etwas besseren Computeranimation der Kreaturen, die wie in „Ice Spiders“ allerdings noch immer viel zu glatt und steril wirken, um als halbwegs echtes Tier durchzugehen.

Es muss nicht verwundern, dass jemand im Dschungel der Monsterfilm-Produktionen mit einem solchen Film mit besserer Story und besseren Effekten bei trotzdem geringen Kosten um die Gunst des Zuschauers buhlt, war doch ein Produzent am Werk, der durch Jahrzehnte lange Erfahrung, sprich seit der 50er Jahre, diesen Sektor bereits mal schlechter und mal besser bediente. Die Rede ist von Roger Corman, der Declan O‘Brien zum Regisseur des hier besprochenen Streifens machte, und das auch nur weil seine Vorgängerin nicht genug Erotik in „Sharktopus“ mit einbauen wollte. Dies hat O‘Brien schleunigst nachgeholt, jedoch nicht durch Pseudo-Porno-Erotik wie z.B. in „Raptor“ geschehen, sondern schlichtweg durch das Einbauen allerhand Bikini-Mädchen, sowie Muskelmänner für die Damen.

Ginge es nach der Realität von Werken wie „Sharktopus“ wäre die Gattung des hässlichen, menschlichen Entleins schon lange ausgestorben, und es würde nur noch eine Teilpräsenz durch alte/ältere Menschen vorhanden sein. Aber wer mag sich schon an dieser pubertären Phantasie aufhängen innerhalb eines Streifens, der reißerisch mit einer Kreatur lockt, die durch die gewaltigsten Bewohner des Meeres vereint wird?

Und was soll man sagen, die Mutation ist schon recht witzig anzuschauen, wird uns auch recht oft vor die Nase gesetzt und bekommt zudem auch Momente beschert, in denen sie an Land tätig sein darf. Dank eines Stoffes der das Wesen aggressiver machte versuchte man gar Sinn in die endlosen Attacken des Gen-Experimentes zu bringen, was aber eigentlich ein unnötiges Unterfangen ist inmitten anderer Unlogiken, zu denen sich in einer solchen Produktion natürlich auch die Charaktergestaltungen der wichtigsten Personen zählen dürfen. Der klugen, jungen Wissenschaftlerin wird schlichtweg eine Brille aufgesetzt damit sie nicht wie eine „Baywatch“-Besetzung wirkt, und als Held wird uns ein neunmalkluger Mann präsentiert, der keinerlei Talente besitzt, die Heldin öfter anbaggert als es Peter Alexander in seinen Filmen je tat und am Ende dennoch das Herz der Gebildeten erobern darf.

An diesen Beispielen merkt man, dass man „The Asylum“ nicht grundsätzlich voraus war, verglichen mit der Ein-Mann-Armee aus „Mega Piranha“ macht der hier präsentierte Held sogar weniger Sinn, zumindest den Grundcharakter betreffend. Was die Masse an sinnlosen, die Intelligenz beleidigenden Aktionen betrifft, bleibt der Soldat aus „Mega Piranha“ jedoch der Weltrekord der unsinnigen Filmfiguren im B-Movie-Sektor.

Was man auf solcher Seite vergeigt, macht man auf anderer wieder gut. Erzählt wird die Geschichte aus drei Situationen heraus, so dass es lange Zeit dauert bis Langeweile aufkommt. Zu dieser kommt es leider dennoch nach etwa 70 Minuten, hier hätte es gut getan den Film nicht zwingend auf 90 Minuten zu trimmen. Aber immerhin präsentiert der Streifen die Kreatur in interessanten Situationen und man merkt dass dem Autor seine sinnfreie Geschichte durchaus bewusst ist, das hat eine charmante Wirkung. Allein mancher Spruch beweist Selbstironie („So will ich nicht sterben“), die komplette Geschichte jedoch auch schon, da muss man nicht lange suchen gehen. So etwas weiß das Niveau innerhalb des Schundfilm-Bereichs ein wenig anzuheben, was auch dringend nötig ist, wenn man eine Truppe untalentierter Möchtegern-Schauspieler engagiert. Diese verhindern dann ebenso wie die Spezialeffekte, dass das Endergebnis zu mehr als Mittelmaß werden kann. Schließlich sind Drehbuch und Inszenierung nicht dauerhaft flott genug umgesetzt um all das Untalent an anderer Seite gekonnt zu stützen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen