Freitag, 21. September 2012

CHOKING HAZARD (2004 Marek Dobes)


Eine Selbsterfahrungsgruppe bekommt es mit wiederauferstandenen toten Förstern zu tun, die ihnen nach dem Leben trachten...


Hilfe, die Förster kommen...

Die Tschechische Republik wollte auch einmal im Zombiegenre mitmischen und serviert uns mit „Choking Hazard“ eine humorvolle Variante des Untoten-Themas. Dabei geht man auch erfreulich eigenständig vor und überrascht immer wieder mit einem ungewöhnlichen Erzählstil. Dieser verwirrt manchmal optisch, manchmal aber auch inhaltlich. Die Figuren werden uns nach einer Eingangsszene anhand kommender Auftritte mit Rollennamen präsentiert. Die Gefahr dass hierdurch zu früh zu viel verraten wird ist kaum gegeben, so schräg und inhaltsreich wie diese Horrorkomödie ist.

Nach diesem Satz muss ich allerdings sofort die Erwartungshaltung bremsen. Was wie ein kurzweiliges B-Film-Happening klingt, ist leider nur mittelmäßig zu schauen. Eins kann ich dem Film nicht abstreiten: dass er eine schräge und einfallsreiche Komik beinhaltet. Die Figuren sind auf wunderbare Art bekloppt, und Ideen wie der Pornostar, der sich als Zeuge Jehova entpuppt, die einzelnen philosophieverarschenden Gespräche, zwangstanzende Zombies unter dem Einfluss von Elektrizität, begleitet von einer partysüchtigen Dame, Ökos die sich unter der Ausrede der Forschung als Gewaltwiederholungstäter entpuppen, all diesen schrägen Ideen kann man ihr Humorpotential einfach nicht absprechen. Und als Zombies eine Gruppe Förster auferstehen zu lassen, gehört sicherlich auch zu den besonders individuellen Ideen.

Aber was „Choking Hazard“ auf der humorvollen Seite richtig macht, macht er leider auf der Horrorseite falsch. Die Förster-Zombies haben keine Wirkung, weder im unheimlichen Sinne, noch im Sinne etwas Unheimliches parodieren zu wollen. Und auch die Komplettatmosphäre des Streifens erreicht nie selbiges, auch wiederum weder im Ernsten, noch in der Parodie. Das liegt daran, dass man eigentlich wenig mit typischen Elementen aus Horror- und Gruselstreifen arbeitet. Klar, da sind die Zombies, und klar, da fließt das Blut, aber sonst gibt es eigentlich nichts passendes zu sichten. Es wird so gut wie gar nicht mit der Gefahr in der Dunkelheit gespielt, der Wald mit seiner unheimlichen Wirkung wird nicht herausgearbeitet, das Gebäude orientiert sich nicht an typisch unheimliche Gebäude aus dem Horrorbereich, usw.

Und da liegt der Hund begraben. Die Parodie auf eines der härtesten Subgenres des Horrorfilms, kann einfach nicht funktionieren, wenn man den Stil dieser Werke komplett ignoriert. Das mussten schon die Macher von „Beverly Hills Body Snatchers“ lernen, und Werke wie „Shaun Of The Dead“ oder „Night Life“, ja selbst der klamaukige „Return Of The Living Dead 2“, sie alle haben dies begriffen, „Choking Hazard“ leider nicht.

Dank seiner besonderen Form des Klamauks ist er keine Totgeburt, wie der eben erwähnte „Beverly Hills Body Snatchers“, aber die gute Komik hat keine Basis, auf der sie sich auf erfreuliche Art entfalten kann. Man lacht oder schmunzelt über die Gags, nimmt dabei jedoch nur jeden für sich an und wartet wieder auf den nächsten, während das Drumherum einfach nicht wirkt und auf die Gesamtlaufzeit auch leider langweilt. Die bemühten B-Darsteller, die für einen solch bekloppten Film überraschend positiv agieren, können daran leider auch nichts ändern.


Trailer,   OFDb

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