Sonntag, 4. November 2012

DAYS OF DARKNESS - RISE OF THE FLESHEATERS (2007 Jake Kennedy)


Steve und Mimi machen sich einen romantischen Campingabend. Als sie morgens zum Auto zurück kommen, ist es von ungewöhnlichen Staub bedeckt. Kurz darauf wird Steve von einem Zombie attackiert und gebissen. Ein Fremder rettet ihm und seiner Frau das Leben und führt die beiden zu einem Ort, in dem noch andere Menschen leben. Steve und Mimi müssen feststellen, dass die Welt über Nacht aufgrund eines Kometeneinschlags von Zombies eingenommen wurde und Menschen nur noch die Minderheit der Population darstellen. Steve beginnt die Zombies zu erforschen, denn obwohl er gebissen wurde mutiert er selbst nicht zu einem Untoten. Aber was macht die Toten wieder lebendig, wenn es kein Virus ist?...


Geschlechtergetrennte Infizierung...

In seinem ersten Drittel hat mir „Days Of Darkness“ so gar nicht gefallen. Völlig innovationsfrei durfte man dort die schon hundert mal heruntergespulte Geschichte um Menschen sichten, die sich einer zombieüberfluteten Welt entgegensetzen müssen. Orientiert an den mir bislang bekannten Vertretern dieser Sorte Film, wirkte das Werk berechenbar und einfallslos und zu allem übel mit den üblichen Charakteren versehen, wie man sie auch schon so oft im Zombiefilm sichten musste.

Aber diese leider sehr zähe halbe Stunde täuscht. Es war mein Glück keinen meiner ungeduldigen Tage erwicht zu haben, in denen ich den Streifen wahrscheinlich frühzeitig ausgeschaltet hätte. Denn mit einem mal entpuppte sich „Days Of Darkness“ als sehr eigenständiger Beitrag seines Sub-Genres, der sein erstes Drittel bewusst zur Täuschung nutzte. Der Gedanke ist gut, hätte aber dennoch auf interessanterem Wege stattfinden müssen, da es trotz überraschender Fortführung der Geschichte dennoch recht schwer ist, sich aus der Demotivierung, welche die erste halbe Stunde in einem entfacht hat, zu befreien und guter Dinge weiterzuschauen.

Ob das was nach diesem ersten Drittel nun folgt gut zu nennen ist oder nicht, ist recht schwierig zu beurteilen. Was der Film nun für andere Wege beschreitet ist schon arg an den Haaren herbeigezogen. Theoretisch badet die Story von nun an in Voll-Trash, allerdings guckt sich der Film aufgrund seiner sehr ernsten Umsetzung nie wirklich schundig. Man sollte nun mit unfreiwilliger Komik rechnen, aber auch die kommt nicht auf. Denn so bescheuert die Idee auch ist, sie weiß zu reizen und ist einfach mal etwas Neues inmitten eines bekannten Szenarios.

Vielleicht war ich vom ersten Drittel aber auch so genervt, dass ich mich einfach über ein Irgendwas gefreut habe, das der Monotonie einen frischen Anstrich verlieh. War ich einfach dankbar, dass die Geschichte sich anders entwickelte, nachdem sich die Langeweile zuvor so drohend ankündigte? Hätte der Film mich auch überzeugt, wenn er von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätte? Ich weiß es nicht, aber ich vermute schon, immerhin spielte er mit den Erwartungen eines Zuschauers, für den der Zombiefilm kein Neuland ist.

Provokativ wird der Held der Geschichte zu Beginn gebissen. Nun glaubt nicht nur das Publikum an seine Infektion, sondern auch einige Figuren des Films. Solche Spielereien mit der Erwartung zeigen sich auch in der Charakterzeichnung, in welcher z.B. Böse nicht böse bleiben und Harte sich als schwul outen. Es zeigt sich in der Art warum die Gruppe sich trennt, warum wer stirbt, ja sogar in einer versteckten, vom Durchschnittszuschauer nicht bemerkten Sache: warum sind alle Zombies männlich?

Warum dies so ist, beantwortet sich mit Steves Forschungen, die nach manchen Störungen Unglaubliches zutage fördern. Auf recht ungewöhnlichem Weg, ohne diesen zu verraten, entpuppt sich die komplette Zombie-Epidemie als Invasion von Außerirdischen. Das ist bereits seit „Invisible Invaders“ nicht neu, die Art der Aliens nicht seit „Brain Eaters“, und doch guckt sich „Days Of Darkness“ mit diesem Erzählstrang aus neuen Erkenntnissen recht frisch und ungewohnt. Und nicht nur dies, Kennedys Werk wird an mancher Stelle sogar ab und an spannend, eine Eigenschaft die selbst manch guter Genrebeitrag nicht besaß.

Und doch sitzt dem Film die Enttäuschung des ersten Drittels zu sehr im Nacken, um vollends in ihm aufzugehen. Klar erkennt man in der Theorie die Raffinesse der Täuschung dieser langen, mauen Einleitung, praktisch hat sie dem Film trotzdem mehr geschadet als gefördert. Und damit bleibt „Days Of Darkness“ lediglich ein Tipp unter Vorbehalt, ein kleiner Geheim-Tipp. Geheim-Tipp nicht weil er so überragend ist, sondern weil er für eingefleischte Zombie-Fans was anderes bietet. Man sollte schwachsinnigen Ideen jedoch offen eingestellt sein. „Days Of Darkness“ bedankt sich für solche nicht von jedem entgegengebrachte Offenheit damit, dass er diesen Unfug konsequent und ernst zu Ende spinnt.


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