Mittwoch, 28. November 2012

JACKASS - THE MOVIE (2002 Jeff Tremaine)


Jeff Tremaine, Johnny Knoxville und Co experimentieren auf eigene Gefahr. So benutzen sie Sylvesterraketen als Rollschuh-Antrieb, verschlucken Spielzeug, hangeln über Krokodile und vieles mehr. Hin und wieder spielen sie ihren Mitmenschen Streiche...


Was aus Aufmerksamkeitsdefiziten entstehen kann...

Nun habe ich mir dieses peinliche, fragwürdige Werk auch einmal angetan und muss ehrlich eingestehen, dass mir doch der ein oder andere Schmunzler beschert wurde. Ich komme aber nicht umhin zu sagen, dass ich das meiste im groben bereits in meiner mehrjährigen Arbeit im Kindergarten gesehen habe: mutwillige Zerstörung, in die Hose machen, Verletzungen, Streiche spielen, miteinander kämpfen, erbrechen, ...

Nur weil der Rahmen dieser Aktionen extremer ist (und das ist er nur aus Erwachsenensicht, wenn man vergessen hat wie gewagt die Kindheit mit all ihren Experimenten war), muss man nicht gleich den großen Wind drum machen. Also! Leute die durch diesen Film den großen Kick erfahren, sollten unbedingt Erzieher oder Kinderpfleger werden!!!

Kurz gesagt sehen wir in diesem Film wie einige Idioten sich wie Kinder verhalten. Und ja, das kann mal witzig sein, Kinder sind mit ihrer Art schließlich belustigend und dies sicher nicht durch anspruchsvolle Komik. So muss sich jeder ehrlich fragen, an welchen Stellen von Jackass er lachen musste. Man lacht nun einmal aus dem Affekt heraus, selbst wenn man zu verspiest ist hinterher dazu zu stehen an welchen Stellen das nun war.

Gelacht habe ich selbst u.a. über folgende Ideen und Aktionen: die alten Männer in ihrem Elektrorollstuhl, dem Typen der in einem Sanitärgeschäft ins Vorführklo scheißt, den Sprung in den Ventilator, die Attacke auf den Vater auf dem Klo und die Tröte auf dem Golfplatz, also quasi meistens, wenn Streiche gespielt wurden.

Nur noch peinlich oder unwitzig wurde es bei folgenden Beiträgen: tanzen im Tanga (gähn, kann nur ein Spießer drüber lachen), Urin mit Schnee essen, tätowieren lassen während einer wilden Autofahrt, Sylvesterrakete im Po, Alligator in Mamas Wohnung, Spielzeugauto im Po, dicker Typ setzt sich auf Bank (da hätte vielleicht noch mein Uropa drüber gelacht, so neu war der Gag) und noch einiges mehr, an das ich mich grad nicht erinnern kann.

Ideen, die sogar recht interessant waren, gab es in der Ausnahme auch zu sehen. Da war zum einen das Experiment mit den Sylvesterraketen an den Rollschuhen und der Seiltanz über dem Alligatorengehege. Uninteressant, da langweilig, sind solche Aktionen wie die Autocrashs, das auf sich schießen lassen, das ständige anderen heimlich den Kopf Anrasieren (schon beim ersten mal nicht lustig), Kämpfe mit (Kick-)Boxern usw.

Sollte die deutsche Synchronisation passend zum mir unbekannten Originalton sein, kommt man nicht umhin zu sagen wie strunzdoof die Typen hier sind. Alles ist mit „krass“ oder ähnlich hohem Vokabular betitelt, Dummheit siegt! Und dann muss mir noch wer erklären was der Fettsack in der Truppe zu suchen hatte. Der durfte ein paar mal zeigen wie ekelig fett sein ist (na toll!), einen einzigen Stunt erlebt er durch Assistenz mit (er wird bei einer Form des Extremtauziehens umgeworfen), und ansonsten machen immer die anderen die harten Jobs. Im Pandakostüm umher laufen während die anderen das selbe treiben, sich dabei im Gegensatz zu ihm allerdings absichtlich weh tun, ist auch nicht gerade die Krönung seiner Auftritte. Dass auch er dennoch ebenso dumm ist wie der Rest, zeigt sich in seiner ständigen Partylaune bei ultrapeinlichen Aktionen.

Selbst wenn man die Position vertritt, dass ein derartiger Film tolle Unterhaltung bietet, würde mich ein Punkt dennoch an diesem Werk speziell nerven: die Schnitte! Wenn man zeigen will, wie real solch gewagte Aktionen sind, dann sollte man auch weniger Kamerapositionen einbauen und des öfteren auch länger draufhalten. So könnte man z.B. nach einem Sturz warten bis der Selbstgeopferte aufsteht, oder man könnte nach erfolgtem Streich die Reaktion/Mimik des Betroffenen filmen.

Besonders missglückt fand ich die Aufnahmen während einer Rollschuhparty in einem fahrenden Kleinlaster. Anstatt draufzuhalten und in Echtzeit die Stürze aus einer Perspektive zu zeigen, werden einem nur die Highlights präsentiert (wahrscheinlich weil die Verantwortlichen glaubten das ist hipp und dass der Teen von heute durchs ständige Zapping ohnehin verlernt hat einer längeren Kameraeinstellung Interesse zu schenken). Immer wieder wird zur optischen Abwechslung Fettie gezeigt, der stolz den Laster fährt. Davon hätte eine kurze Aufnahme gereicht, um sich dann dem wesentlichen zu widtmen.

Im Fazit bleibt also nur das selbe zu sagen wie zu Beginn der Review: peinlicher, fragwürdiger Film (wenigstens zum Glück erst ab 18 Jahren freigegeben), der immer dann schocken will, wenn das passiert, was im Kindergarten Alltag ist. Wer diesen Film liebt, sollte sich Arbeit in einer Kindertagesstätte suchen und nicht zu ungeduldig sein. Ansonsten muss man diesem Schund aber auch den ein oder anderen Lacher und das öfter unfassbare Hingucken (je nach Extreme der Situation) eingestehen. Im Fazit kann ich aber von mir behaupten, dass ich diesen Pseudokick auf keinen Fall benötige.


Trailer,   OFDb

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