Ein Jahr nachdem Samuel Z.Arkoff mit „I Was A Teenage Werewolf“ und „I Was A Teenage Frankenstein“ zwei berühmte Filmmonster im Teen-Alter auf das Publikum losließ, nutzte er die Resteverwertung der Masken, um einen augenzwinkernden Blick hinter die Kulissen des Filmemachens zu werfen. Das Projekt welches beide Monster zusammenführen sollte, unter der Regie des selben Regisseurs der für die Teenie-Frankenstein-Variante verantwortlich war, sollte offiziell in den Studios von Arkoff spielen, und damit auch mit der Monsterfilm-Branche an sich, die laut den im Film neuen Besitzern der Studios out und damit nicht mehr erwünscht sind.
Zu viel von dem Schund wurde gedreht, heißt es dort, und das ist ein höchst selbstironischer Moment, war es doch Arkoff, der Monsterfilme am Fließband produzierte, gerne unter der Regie von Horrorfilm-Legende Roger Corman. „Der Satan mit den 1000 Masken“ ist also definitiv augenzwinkernd gemeint. Sicherlich ist man auch an Werke wie „Die Rache der schwarzen Spinne“ und „Beast from Haunted Cave“ nie todernst herangegangen. Grusel sollte Spaß machen. Aber nie war die distanzierte Grundhaltung so deutlich zu erkennen wie hier. Glücklicher Weise wird der Streifen dabei keinesfalls zur Komödie wie ein „Invasion of the Saucer Men“. Er ist erzählt wie die typischen Produktionen Arkoffs dieser Zeit.
Als putziger kleiner Trivialfilm weiß „How to Make a Monster“ (Originaltitel) dann auch zu gefallen. Allein seine wahnwitzige Grundidee lässt es gar nicht zu den Streifen ernst zu nehmen. Es gehört für den Zuschauer schon Spaß am freiwilligen Schund dazu, gewollter Trash sozusagen, um mit dem Werk etwas anfangen zu können. Und auf dieser Ebene weiß Herbert L. Strocks Horrorfilm dann auch zu gefallen. Die Geschichte ist typisch naiv für seine Zeit vorgetragen. Der Plan des Bösewichts völliger Irrsinn. Das ganze Vorhaben zusammen mit einem dümmlichen Mitwisser durchzuführen, der ein wenig an Stan Laurels Doof-Rolle erinnert, kann als noch irrsinniger bezeichnet werden und wird dem Schurken freilich irgendwann zum Verhängnis. Ebenso wie seine keine Grenzen kennende Selbstüberschätzung.
Aber eines muss man ihm lassen: er ist toll gespielt. Robert H. Harris hebt sich in der Rolle des wahnsinnigen Maskenbildners angenehm vom talentlosen Rest ab. Er scheint ein gelernter Schauspieler zu sein, so souverän wie er sich in diesem eigentlich lächerlichen Film konsequent in seine Rolle einfühlt. Das tut dem Streifen sichtlich gut, der dem gewohnten roten Faden einer solchen Story folgt, und bis auf seinen schrägen Aufhänger keine weiteren Überraschungen zu bieten hat und aufgrund seiner Sympathie somit im angenehmen Mittelfeld der 50er Jahre Monsterfilm-Produktionen dümpelt. Der Schluss ist ein wenig enttäuschend, aber auch nicht gerade untypisch für seine Zeit, weder die Geschehnisse noch die arg plötzlich erscheinende The End-Schrift betreffend.
Freunde solch alter, wunderlicher Werke werden ihre Freude mit „Der Satan mit den tausend Masken“ haben. Nie bremst der Film sich aus, nie steht er auf der Stelle. Auch bei den Attacken der „Filmmonster“ setzt man nie auf unnötige Wiederholung von ein und der selben Idee. Und wer sich in den Werken Samuel Z. Arkoffs auskennt, wird einige im Hintergrund erscheinende Masken auch manchem Film zuordnen können. Die darf man im Finale gar in Farbe erleben, denn ab da wo das Privatreich des Psychopathen betreten wird wandelt sich der Schwarz/weiß-Film zum Farbfilm. „Der Zauberer von Oz“ lässt grüßen. OFDb
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen