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Sonntag, 19. April 2015

GODSEND (2004 Nick Hamm)


Als ein Ehepaar bei einem Unfall seinen achtjährigen Sohn verliert, bietet ihnen ein Wissenschaftler an den Jungen zu klonen. Das Paar lässt sich darauf ein und bekommt erneut den selben Sohn. Als dieser acht Jahre alt wird quälen ihn Alpträume, und er benimmt sich merkwürdig...


Das Jahr des Todes...

Ich finde es immer schade wenn Filme vielversprechend beginnen und dann aus irgend einem Grund zur zweiten Hälfte ins extreme Gegenteil kippen und nur noch enttäuschen. Schwächelt der Rest in harmloserer Form mag man mit dem Streifen trotzdem noch etwas anfangen können, so wie in „Flightplan" geschehen oder im ersten „Jeepers Creepers". Werke wie „Godsend" werden jedoch so unterirdisch, dass es eigentlich nichts mehr zu retten gibt.

Der Film beginnt traurig, zeichnet den Charakter des Paares in seiner Verzweiflung jedoch so, dass der illegale Schritt den sie gehen glaubwürdig wirkt. Die Trauer wird also an einer relativ kurzen Leine gehalten, und auch der Vorschlag des Professors kommt sehr schnell und unverblümt daher. Da der achte Geburtstag zum Zentrum der Geschehnisse in „Godsend“ wird sind auch die acht Jahre dazwischen schnell übersprungen und der Film kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Von nun an kippt der Film vom traurigen Grundton hinüber zum spannenden. Die Karten werden interessant verteilt, die Möglichkeiten dessen was tatsächlich los ist sind hoch. Die Art wie der Sohn gestorben ist lässt davon aber schon so einige ausschließen.

In dem Alter angekommen, in welchem der Originalsohn verstarb, verhält sich der Klon merkwürdig. Da das erste Kind jedoch an einem Unfall gestorben ist, ist ein Einfluss der Gene schon einmal keine mögliche Option. Was bleibt sind Ideen wie ein göttlicher Wille, vielleicht in der Art eines "Final Destination" erzählt, oder vererbte Erinnerungen, sowie Geistererscheinungen. So hätte man beim letzten Beispiel die phantastische Möglichkeit zu erzählen gehabt, dass der Geist des verstorbenen Originals sein Recht zu leben zurückfordert, welches nun wer anders für ihn lebt. Außerdem ist bei der Aufzählung all der Hintergrundmöglichkeiten auch die Idee möglich, dass es einen Pfusch bei der Operation gab, was zu den langweiligere Alternativen zählt. Und jetzt ratet einmal für was man sich in „Godsend“ entschieden hat!

Auch mit dieser Möglichkeit hätte man durchaus noch etwas Brauchbares auf die Beine stellen könmnen, aber leider krankt bei Nick Hamms Film so einiges an der Umsetzung. Hat man in der ersten Hälfte noch gekonnt, wenn auch mit Genre-bewährtem Rezept, mit dem Zuschauer gespielt, wird nun alles etwas zu vorhersehbar. Schnell ist klar auf welche Art einst gepfuscht wurde, und der Drehbuchautor greift auf billigste Wege der Nachforschungen zurück. So darf z.B. eine ehemalige Babysitterin auf Nachfrage Dinge erzählen, die man wem Fremdes auf die Schnelle sicherlich nicht einfach so anvertraut.

Der Hinweis diverser abgebrannter Häuser zeugt auch nicht gerade von Einfallsreichtum. Für einen richtig bösen Buben, der eines Michael Myers würdig wäre, fehlt die Extreme seiner Taten. Auf recht feigem Weg suchte der Drehbuch-Autor die schnelle Abkürzung zu einem Inhaltsumschwung, quasi von der Phase des Nichtwissens des Zuschauers auf die Schnelle zum Mitwissen. Okay, alles darf er immer noch nicht wissen, aber offiziell nun mehr als zuvor. Zu dumm dass der Autor noch immer davon ausgeht, dass der Zuschauer im Dunkeln tappt. Dabei ist alles viel zu offensichtlich erzählt.

Da ist es auch nicht gerade hilfreich, dass DeNiro eher lustlos spielt. Gerade dann wenn sein böser Charakter deutlich wird erwartet man wesentlich mehr von ihm. Viel unverschämter ist jedoch, wie die Geschichte zum Ende hin keinen Hinweis auf dessen Verbleib und seine weiteren Pläne gibt. Jetzt lassen wir den Zuschauer mal rätseln und seine Phantasie benutzen? Schön wär‘s! Dann wär ja alles okay. Viel eher wirkt die Erzählung aufgrund dieser nichtgenannten Fakten lückenhaft, so als habe man einen Pilotfilme zu einer nie weiter gedrehten Serie gesichtet. Und dieser Eindruck in Kombination mit den restlichen Fehlern gibt mir nur die Wahl vor dem Film zu warnen. Hände weg! Auch wenn die erste Hälfte gelungen ist, so ist das Endergebnis von „Godsend“ doch einfach nur enttäuschend. Schade um die interessante Geschichte und die so positiv agierende Besetzung!


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