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Sonntag, 11. Oktober 2015

BLOB - SCHRECKEN OHNE NAMEN (The Blob 1958 Irvin S. Yeaworth, Jr. u.a.)


Ein roter Schleim aus dem All zersetzt Körperteile, wird dabei immer größer, bis er schließlich komplette Körper verspeisen kann. Jugendliche der betroffenen Kleinstadt erkennen die Gefahr als erstes, aber niemand will den Halbstarken glauben...


Die Abenteuer der kleinen Jane...

Als ich „Blob - Schrecken ohne Namen“ als junger Jugendlicher zum ersten Mal sichtete, bereitete mir die Vorstellung eines einzig aus Schleim bestehenden menschenfressenden Wesens ungeheure Alpträume. Die kaum fassbare Art dieses Monsters faszinierte mich, und diese Faszination hält noch immer an, finde ich den Gedanken einer solchen Kreatur doch noch immer reizvoll und unheimlich, so dass ich mich auf eine kürzlich angekündigte dritte Verfilmung des Stoffes riesig freue.

Ob es nun tatsächlich dazu kommt weiß ich nicht, aber bereits die ersten beiden Verfilmungen wissen zu gefallen. Um Sympathie für das äußerst kostengünstig produzierte Original zu empfinden bedarf es jedoch einiges Augenzudrückens, ist der Film doch objektiv betrachtet nicht gerade geglückt. Mitte 30jährige Jugendliche werden von einem roten Schleim bedroht, der auch dann wenn er schon riesengroß ist noch immer klein aussieht, weil die Kamera ihn falsch einfängt. Das Wesen wurde lediglich von einem Jugendlichen gesehen, doch bekommt der Zeuge selbst ihn kritisch betrachtende Gleichaltrige dazu, allein aufgrund seiner Worte andere Menschen vor einem Monster zu warnen. Auch der gutmütige Polizist des Ortes glaubt dem jungen Mann noch bevor er die Kreatur gesichtet hat (es gibt keine Leichen, nur Vermisste, da von den Gefressenen nichts übrig bleibt), vermeidet im Gegensatz zu den Teenagern zwar das Wort Monster, spricht aber auch von einer unbekannten Gefahr.

Das ist schon äußerst naiv und blauäugig erzählt für einen Film, der solch eine schreckliche Kreatur erfunden hat. Und das Titellied, das eher einer Komödie entlaufen scheint, macht den lächerlichen Eindruck des Streifens nicht besser, so dass es einen kaum wundert, dass Larry Hagman, als er 1972 die Fortsetzung „Beware! The Blob“ drehte, den Stoff zu einer Komödie umfunktioniert hat. Die Regisseure des Originals, das in Deutschland auch den Alternativtitel „Angriff aus dem Weltall - The Blob“ erhalten hat, setzen das Thema jedoch ernst um, so dass aufgrund der gerade aufgezählten Schwächen und manch anderer Punkte, es nicht verwundern braucht, dass über den Blob mittlerweile mehr geschmunzelt als gegruselt wird, so dass er oftmals recht schwach bewertet wird.

Wo andere Menschen die idiotische „Nacht der reitenden Leichen“ und seine Fortsetzungen verteidigen, da stelle ich mich schützend vor „The Blob“ (Originaltitel), ist er doch ein äußerst charmanter Film dessen Schwächen ich zwar nicht schön reden kann, die aber nicht verhindern können, dass der Film einer der großen verkannten Klassiker seines Genres ist. Der langsame Storyaufbau vom armen Einsiedler, der den Kometen entdeckt, über die Geschehnisse beim Arzt bishin zu den beiden Polizisten, die den einzigen Zeugen je mit anderen Augen betrachten - die Geschichte ist in ihrer ruhigen Art vom Ablauf der Gefahr her konsequent angegangen, und manche idiotische Tat oder Meinung diverser Figuren, wird durch die nachvollziehbarere Art oder Meinung einer anderen Figur wieder abgeschwächt.

Die Hoffnungslosigkeit der Situation, die ein aalglattes Happy End verhindert, die Art wie überhaupt entdeckt wird, dass der Blob aufgehalten werden kann, die Kinoszene und das darauf folgende für seine Zeit recht bedrohliche Finale, sind alles Momente die aus „The Night of the Creeping Dead“ (Alternativtitel) mehr machen als eine olle Lachnummer. Auch diese Pluspunkte können nicht verhindern, dass sich „The Glob“ (Alternativtitel) heutzutage nur noch aufgrund seines Nostalgie-Bonus so angenehm guckt, aber zumindest wird der Streifen dadurch zu mehr als zu reiner unfreiwilligen Komik.

Man muss ein Herz für Stoffe vergangener Tage haben, das lässt die naive Umsetzung gar nicht anders zu. Aber solch ein blauäugig umgesetzter Streifen erhält eine eigenartige individuelle Ausstrahlung, wenn er eine Kreatur beinhaltet, deren Vorstellung alles andere als harmlos oder lächerlich ist. Das erkannten auch die Verantwortlichen der Neuverfilmung aus den 80er Jahren, und zeigten uns erst mit den dort angegangenen Spezialeffekten wie erschreckend die Vorstellung eines tödlichen Schleims tatsächlich sein kann, wohingegen man beim Betrachten der Erdbeermarmelade im Original schon eine lebhafte Phantasie haben muss, um die Bedrohung im Brotaufstrich zu erkennen. Ehrlich gesagt freue ich mich für mich selbst, dass ich diesbezüglich über genügend Phantasie verfüge.


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