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Mittwoch, 25. November 2015

KÜSS MICH, MONSTER (Bésame Monstruo 1969 Jess Franco)


Zwei Frauen geraten zwischen die Fronten diverser Interessengemeinschaften, als sie den Mord an einem Mann aufklären wollen, der in ihren eigenen vier Wänden sterben musste. Die Ermittlungen offenbaren, dass ein Wissenschaftler scheinbar eine Entdeckung gemacht hat, die einem allerhand Macht verleiht...


Unterschrift X...

Nachdem ich nach Jahren der Misserfolge in letzter Zeit endlich einmal gleich mehrere sehenswerte Jess Franco-Filme gesichtet habe, war es nur eine Frage der Zeit wann ich wieder auf ein unangenehmes Werk des Vieldrehers stoßen würde. Die Geschichte über einen Wissenschaftler, der eine Armee Übermenschen kreieren wollte, klang ähnlich schräg wie die Geschichte des wundervollen „Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein“, und da mit drei Jahren Unterschied der Abstand nicht all zu fern war, ging ich recht optimistisch an „Küss mich, Monster“ heran, von dem ich bereits im Vorfeld wusste, dass er sich trotz seiner Geschichte eher wie eine Abenteuer-Komödie als wie ein Science Fiction-Horror gucken würde.

Bislang kannte ich nur Horror- und Kriminalfilme von Franco, aber ich dachte mir aufgrund seiner sehr eigenen Herangehensweise ist das Genre eigentlich ohnehin egal, also was soll‘s. Auch nach dem Sichten dieses arg enttäuschenden ersten Franco-Ausflugs außerhalb meiner bevorzugten Filmgattungen bin ich noch dieser Meinung, schließlich kann das Genre nichts dafür wie lahmarschig „Kiss Me Monster“ (Alternativtitel) ausgefallen ist. Dass der Plot wirr und unlogisch ist, war keine Überraschung. So etwas erwarte ich bei einem Werk dieses für seine Improvisationen bekannten Regisseurs. Ich habe noch nie einen Film von ihm gesehen, in welchem es beides zugleich nicht gegeben hätte. Die wahren Schwachpunkte lagen also ganz wo anders.

Zunächst einmal muss man feststellen, dass „Das Schloss der Gehenkten“ (Alternativtitel) nicht gut gealtert ist. Die Erotik reißt nicht mehr vom Hocker, und die Komik, die meist aus den frechen Worten zweier attraktiver Girls geerntet wird, ist dermaßen überholt, dass sie selbst in ihren besten Momenten noch immer kein müdes Lächeln hervorbringt. Da die meiste Zeit nur frech geplappert und geflirtet wird, will so gar kein Interesse für die „Abenteuer“ der Freizeit-Agentinnen aufkommen, zumal sich Franco gar nicht für den so interessant klingenden Aufhänger der irren Forschungen interessiert. Letzten Endes hätten die Mädels auch ein Dokument oder ein verlorenes Halsband suchen können, die Geschichte wäre ansonsten die selbe geblieben.

Da das ganze im Gegensatz zu einem Horrorfilm auch in keinen spannenden Grundton gepackt wurde, sondern passend zum Genre und zur Kulisse mit entspannender Urlaubsmusik untermalt, will auch kein bisschen Stimmung üblicher mir bekannter Franco-Filme entstehen, ein Umstand mit dem ich beim Genre-Wechsel rechnen musste, der jedoch zum Makel wird, wenn man sich tödlichst langweilt. Eine pessimistische Stimmung wusste selbst den arg einschläfernden „Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies“ eine Zeit lang interessanter wirken zu lassen als er tatsächlich war. Solch ein Pluspunkt fehlt „Castle of the Doomed“ (Alternativtitel) leider komplett.

Für einen kurzen Augenblick wird es kurz vor Schluss einmal interessanter, wenn die Protagonisten das Rätsel einer Mühle lüften, aber selbst das ist nicht von langer Dauer. Ein ständiger Umwurf bislang geglaubter Wahrheiten interessiert gegen Ende auch niemanden mehr, aber zumindest konnte Franco diesbezüglich schon einmal für die Wallace und Sohn-Filme üben, die er in den 70er Jahren gedreht hat. Erwähnenswert ist lediglich noch ein kurzer Abstecher zum Thema Geheimbünde, da erwarten uns wunderliche Menschen in Ku-Klux-ähnlichen Kutten, jedoch in schwarz gehalten, in einer wenig aufregenden Szene, nur damit wir sie bei ihrem zweiten Auftritt in einer ebenfalls uninteressanten Szene auch gleich sterben sehen dürfen.

Das beweist, dass selbst die theoretisch interessant klingenden Randerscheinungen nicht viel unterhaltsamer ausfallen als das schnarchige Flirten strippender Hobby-Kriminalisten, welches den Hauptteil von „Bésame Monstruo“ (Originaltitel) ausmacht. Da mir klar war irgendwann wieder auf einen schlechten Franco zu stoßen, verdirbt mir der Film nicht den Ansporn meinen aktuellen Franco-Marathon fortzusetzen. Aber ein bisschen enttäuscht bin ich schon, dass dieses 60er Jahre-Werk mir so gar keine Freude bereitet hat, nicht einmal kurzfristig zu Beginn, wie bei so vielen anderen schlechten Francos.

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