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Freitag, 18. Dezember 2015

MEIN MANN, DAS WIRTSCHAFTSWUNDER (1961 Ulrich Erfurth)


Der Industrielle Alexander Engelmann sucht für seine verzogene 16jährige Tochter eine Mutter und glaubt in der Schauspielerin Ilona Farkas die Richtige gefunden zu haben. Er setzt einen Ehevertrag auf ohne zu ahnen, dass Frau Farkas ganz andere Pläne verfolgt...


Erhardts größte Erfolge fast ohne ihn...

„Mein Mann, das Wirtschaftswunder“ wird in einer DVD-Box als einer der großen Erfolge des Komikers Heinz Erhardt verkauft und beworben, und da erwartet man einen gewissen grundlegenden Charme, der die Komödien des heute noch so beliebten Mimen von unbedeutenden Beiträgen des Genres damaliger Zeit trennte. Da Erhardt jedoch nur eine relativ kleine Nebenrolle spielt, kann der Film von Regisseur Ulrich Erfurth die vorgegaukelten Erwartungen nicht erfüllen.

Da aber selbst der etwas wackelige „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ funktionierte, trotz selbigen Problems, muss das noch nichts heißen. Aber auch als Film für sich betrachtet, losgelöst von den Stärken Erhardts, will mir „Mein Mann, das Wirtschaftswunder“ so gar nicht gefallen. Viel zu verkrampft konstruiert empfand ich den Plot, ohne dass aus dessen Übertreibung und Realitätsferne Humor, Charme oder eine innereigene Logik geerntet werden konnte. Zudem nervte mich so ziemlich jede weibliche Rolle durch ihr schrilles Auftreten (was zu den viel zu schrillen Stimmen passte) und durch ein vorgelebtes Frauenbild, das unglaublich frech wirken will, das weibliche Geschlecht jedoch nur beleidigt.

Zwar kommt das Männerbild nicht viel besser weg, aber die Klischees in denen ihre Charaktere baden dürfen wirken verspielt, augenzwinkernd, provokativ und die kleine Rolle Heinz Erhardt betreffend aufgrund ihrer Schwächen sogar sympathisch. Leider sind dies keine Stärken die den Film tragen können, fehlt es der leichtfüßig erzählten Komödie doch an Würde und brauchbarer Witze, geschweige denn gut gesetzter Pointen. Eine Menge unnötiger Singsang gibt einem schließlich den Rest. Und wer glaubt Hansi Kraus wäre als Pepe Nietnagel in den Lümmel-Filmen bereits etwas zu gewollt auf dreist getrimmt worden, der sollte sich die Darstellung von Cornelia Froboess als unartige 16jährige im hier besprochenen Werk besser nicht antun.

Somit ist „Mein Mann, das Wirtschaftswunder“ nicht nur eine Heinz Erhardt-Täuschung, sondern auch eine komödiantische Enttäuschung, der es an so ziemlich allem fehlt was den Charme der damaligen Lustspiele ausgemacht hat.


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