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Montag, 7. Dezember 2015

ORGASMO NERO - SEX UND SCHWARZE MAGIE (Voodoo Baby 1980 Joe D'Amato)


Paul studiert auf einer exotischen Insel das Leben eines Wilden-Stammes. Seine Frau Helen freundet sich mit der Stammes-ansässigen Haini an, die sie auf ihrem Flug mit nach Hause nimmt, während Paul weiter forscht. In Italien angekommen entbrennt eine Leidenschaft zwischen den beiden Frauen, die Paul nach seiner Rückkehr nicht gutheißt...


Fummel-Baby...

Der Name Joe D‘Amato warnt im Vorfeld. Bislang gefiel mir nur ein einziger Film von ihm, dieser sogar richtig gut, und das war „Man-Eater“. Der Rest, die beiden unter Horror-Fans beliebten „Absurd“ und „Sado“ eingeschlossen, waren plumpe Zeitverschwendung, und besonders übel werden die Werke dieses Schund-Regisseurs immer dann, wenn Sex und Erotik mit im Spiel sind, was recht häufig vorkommt und dafür sorgte, dass D‘Amato irgendwann in den Pornobereich wechselte. Die ohnehin schon dümmlichen „Porno Holocaust“ und „In der Gewalt der Zombies“ wurden durch Erotik- und Pornoszenen tatsächlich noch unerträglicher.

Und wer glaubt man könne auch „Orgasmo Nero“ zu diesen Horrorfilmen dazu zählen, der irrt. Zwar wird der Streifen als solcher verkauft, aber er ist lediglich ein reiner Sexfilm mit ewig lustlos penetrierenden Akteuren. Zehn Minuten vor Schluss wird ein Voodoo-Ritual vorbereitet, drei Minuten vor Schluss wird es per Tötung zelebriert. Das war der komplette Horroranteil eines 90-Minüters, abgesehen von kurzen Ritualszenen zu Beginn des Streifens, die kurzfristig Kannibalismus in das Geschehen mit einfließen lassen ohne weiter darauf aufzubauen.

Ob zumindest Freunde des nostalgischen Sexfilmes glücklich werden können weiß ich nicht, wage ich aber anzuzweifeln, so schlecht wie die Nackedei-Szenen inszeniert sind. Wie gesagt agieren Männer wie Frauen lustlos, der einzig hübsche Körper an Bord gehört der Darstellerin der Haini, und selbst für die muss man schon ein Intimbusch-Faible haben um an ihr Gefallen zu finden, was in einem europäischen Film aus den frühen 80er Jahren zugegebener Maßen auch nicht anders zu erwarten war.

D‘Amato ist ein Stümper, und er beweist es immer wieder dann, wenn er nicht bemerkt dass er gerade eine aufregende Kameraeinstellung gefunden hat und diese zu schnell in eine uninteressante über gehen lässt. Anfangs weiß noch das etwas abenteuerliche Flair im Schmuddelgewand zu locken, aber nach der x-ten Erotikszene macht sich nur noch gähnende Langeweile breit, spätestens in Italien ankommen, zu einem Zeitpunkt wo ich naiv dachte nun würde der Horror-Part angekurbelt.

Es bleibt für mich dabei: D‘Amato ist ein Regisseur ohne Talent, der eher per Zufall den großartigen „Man-Eater“ schuf, da ihm in jedem anderen von mir gesichteten Werk das Talent zu einem atmosphärisch dichtem Aufbau fehlte. Ob nun Horror, Abenteuer oder Sex, in allen drei Punkten setzt er „Woodoo Baby - Insel der Leidenschaft“ (Alternativtitel) in den Sand, was immerhin zu einem Film passt der in so vielen Momenten am Strand spielt.


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