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Sonntag, 7. Februar 2016

KILLER BEAN FOREVER (2009 Jeff Lew)


Als Killerbohne die Gang von Cappuccino wegen Ruhestörung tötet, hat er den mächtigen Gangsterboss an den Fersen, was den eigentlichen Auftrag des Killers nicht gerade einfacher macht, denn nun machen die Gejagten Jagd auf Killerbohne...


Kalter Kaffee...

Bereits die Eingangssequenz macht schnell deutlich welcher Wind durch diesen computernanimierten Zeichentrickfilm weht. Da werden Kaffeebohnen mit Ärmchen und Beinchen als Sinnbild für schwarze Amerikaner eingesetzt, und sie tanzen in äußerst billiger Animation obercool zu schlechter, lässiger Musik. Kurz darauf werden sie vom Helden des Streifens massakriert, was deutlich macht dass hier das Action-Genre aufs Korn genommen werden soll.

Echter Komik steht jedoch der endlose Drang nach Coolness im Weg, und so wird „Killer Bean Forever“ eher zum Spiegelbild als zur Parodie des Genres, denn was verarscht gehört wird anbetend zelebriert. Das wäre ohnehin schon ein plumper Ansatz, aber da die Schauwerte amerikanischer Actionfilme immitiert werden, steht dem Streifen die schlechte Animation um so mehr im Weg, ein Zeichenstil der sich einzig bei Autos Mühe gibt, während Figuren und Hintergründe schlicht und langweilig ausgefallen sind. Die Münder, die auf dicke Lippe machen wollen, sehen eher aus wie Schnäbel, so dass die ollen Killerbohnen eher wie hässliche Angry Birds aussehen.

So vergeht einem schnell die Lust bei diesem uninspirierten Stück Zeichentrickfilm. Zwar konnte man in der deutschen Fassung die Synchronstimmen von Bruce Willis, Til Schweiger und andere berühmte Sprechern gewinnen, aber selbst die lassen keine wahre Ironie beim Aufsagen ihrer Texte aufkommen und fügen sich stattdessen feige in das sich viel zu ernst nehmende Gesamtbild ein, das viel zu mutlos ist um wahre Lacher zu ernten.

Den Jüngsten könnte dieses schlechte Stück Film aufgrund des ungeschulten Blickes noch gefallen, aber für die ist das Werk viel zu brutal und fragwürdig ausgefallen. Die FSK ordnete den Streifen schließlich gerechter Weise der FSK 16 zu. Nur dass 16jährige, die auch nur halbwegs etwas auf dem Kasten haben, dem coolen Treiben der harten Schwarzen sicherlich auch nur ein müdes Achselzucken entgegensetzen können und den Streifen bereits in ihren jungen Jahren als Kinderkacke empfinden müssten. Müde und bemühte Wortspiele wie „Es interessiert ihn nicht die Bohne“ unterstreichen diesen Eindruck.

Einfallsreich sieht anders aus. „Killer Bean Forever“ ist ein schlecht animierter, lahmer Zeichentrickfilm der seine Vorbilder zwar fleißig studiert hat, letztendlich aber keine Parodie sondern ein animierter Actionfilm ist. Das ginge jedoch nur bei guter Animation, einfallsreichen Sprüchen und wesentlich mehr Talent in Ordnung. „Killer Bean Forever“, den man fast schon als Soloarbeit von Regisseur Jeff Lew bezeichnen kann, ist verschenkte Lebenszeit und lädt lediglich zum Fremdschämen ein.

Der Film basiert übrigens auf den Kurzfilm „Killer Bean 2 - The Party“, der ebenfalls von Jeff Lew inszeniert wurde und so wie der hier besprochene Streifen mit einem Massaker aufgrund von Ruhestörung beginnt. Ob es einen Teil 1 gibt oder die 2 im Titel bereits als Gag gedacht ist, weiß ich nicht. Ich kenne den Kurzfilm nicht, und nach der Langfassung werde ich mir diesen auch garantiert nicht antun.


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