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Mittwoch, 25. Mai 2016

POD (Pod 2015 Mickey Keating)


Die Geschwister Ed und Lyla fahren rauf auf die Familienhütte in den Wäldern, da dort ihr Bruder Martin haust, um den sie sich große Sorgen machen. Martin ist dafür bekannt wirres Zeug über Verschwörungen zu reden und hat Ed kürzlich eine bedenklich stimmende Nachricht auf den Anrufbeantworter hinterlassen. Vor Ort bedauert Martin das Erscheinen seiner Geschwister und warnt sie vor einem Wesen welches er angeblich im Keller gefangen hält und das alles beweisen könne von dem er je berichtet hätte. Aufgrund seiner katastrophalen Verfassung glaubt Ed ihm kein Wort. Lediglich Lyla ist sich nicht sicher was sie glauben soll - und soll recht bald die Wahrheit erfahren...


Es geschah in einer abgelegenen Hütte...

„POD“ schaut sich wie ein Langfilm-Debut, bei dem man einen Kurzfilm in ein Werk auf Spielfilmlänge gestreckt hat. Es gibt jedoch weder einen kürzeren Vorgänger, noch ist Keatings Streifen ein Debut. „POD“ ist der dritte Film unter seiner Regie, und das macht einen Blick auf den teilweise gar nicht so uninteressanten Streifen nur noch kritischer, ist der Mix aus „Watchers“, „Universal Soldier“ und „Tanz der Teufel“ doch eher ein Hinhalteprodukt, welches in seinem Finale nicht einhalten kann, was es zunächst krampfhaft versucht per Erwartungshaltung zu puschen.

Dass „POD“ ein kostengünstiger Film ist, von dem man im Finale sicherlich nicht viel erwarten darf, machen die Bilder und die eher durchschnittlichen Darsteller schnell deutlich. Keating ist bemüht eine Art Kammerspiel stattfinden zu lassen, und trotz einer recht guten Grundstimmung im Gespräch mit dem durchgeknallt scheinenden Martin merkt man doch, dass der gute Mann ein solches Szenario nicht wirklich beherrscht. Interessante Ansätze werden zu wiederholendem Langgeschwätz, und ein Mangel an dichter Atmosphäre hinterlässt kein ungutes Gefühl bei dem Gedanken was wohl im Keller lauern mag.

Der ziemlich unblutig ausgefallene Genre-Film überrascht zwar zunächst mit unbequemen Dialogen und einem provozierend schnellem Vorspann, alles weitere theoretisch Interessante fällt jedoch zu gewollt aus, inklusive der letzten Aufnahme der Kreatur, die wohl ein Gefühl von Terror auslösen soll. Erst wenn die Schrift (fast unleserlich) über eine wunderschöne Schneelandschaft läuft und der Soundtrack sich als stimmiger offenbart als im kompletten Film wahrgenommen, bekommt „POD“ eine angenehme Atmosphäre. Nur leider bereitet der Abspann nicht einmal eine Art Schlussbegegnung oder Überraschungssequenz vor, so dass der stimmigste Teil nichts erzählerisch Wertvolles hergibt. Schade!

„POD - Es ist hier...“ (Alternativtitel) macht sicherlich nicht alles verkehrt und ist als theoretischer Versuch einen kleinen Horrorfilm mit geringen Mitteln herzustellen für interessierte Cineasten sicherlich einen unbedeutenden Blick wert, erwarten sollte man jedoch keinen funktionierenden Horrorfilm. Es mag sein dass die maue Deutschvertonung einer leicht atmosphärerischeren Umsetzung im Weg stand, durch das Fehlen von Untertiteln konnte ich nicht auf den Originalton umschalten, allerdings hätte ein angenehmerer Ton „POD“ nur minimalst aufgewertet. Zumindest sind die Monsterszenen besser ausgefallen als in komplett missratenen Genrebeiträgen wie „Warriors of Terra“. Letztendlich will Keating mit seiner laschen Inszenierung jedoch viel mehr erzählen als es sein Talent zulässt, und auch die Andeutung auf die Hintergründe dessen was geschah machen nicht wirklich neugierig auf mehr. Mit dem Gedanken an eine Fortsetzung spielt Keating diesbezüglich durchaus.


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