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Freitag, 22. Juli 2016

ZUFÄLLIG ALLMÄCHTIG (Absolutely Anything 2015 Terry Jones)


Ein Alien-Rat beschließt die Erde zu zerstören. Aber bevor die Menschheit ausgerottet wird, muss sie sich beweisen dürfen, so steht es im Gesetz. Also wird einer willkürlich auserwählten Person eine göttliche Allmacht gewährt, um zu schauen für welche Zwecke sie diese nutzt. Die Wahl trifft den durchschnittlichen Neil Clarke, der sich mit seinen neuen Kräften recht schwer tut...


Die allmächtige Hand...

Terry Jones hat mit seinen Monty Python-Filmen „Das Leben des Brian“, „Die Ritter der Kokosnuss“ und Co Legendäres geschaffen, und konnte für seine erste Spielfilm-Regie nach dem vor 19 Jahren von ihm umgesetzten „Sturm in den Weiden“ sogar alle noch lebenden Mitglieder der besagten britischen Komiker-Truppe zusammentrommeln, um für die hier besprochene Science Fiction-Komödie in Sprecherrollen für die übermächtigen Aliens mitzuwirken. Zudem konnte man Simon Pegg für die Hauptrolle gewinnen, der in der Cornetto-Trilogie, die einst mit „Shaun of the Dead“ startete, nicht nur schauspielerisch eine gute Figur machte, sondern die perfekt pointierten Filme auch mitgeschrieben hatte.

Da kam ein ungeheures Humorpotential zusammen, um an einem Projekt teilzunehmen, wie es plumper und massentauglicher kaum mehr hätte ausfallen können, dominiert in der Co-Produktion von England und den USA doch leider letzteres, und dort benötigt man den wesentlich lauteren Humor, um das Publikum begeistern zu können, eine wenig subtile Komik, die in Europa gerade dann auf wenig Gegenliebe stößt, wenn sie so penetrant angegangen wird wie hier. „Zufällig allmächtig“ haut mitten in die Kacke, ohne sein Szenario auch nur halbwegs clever zu durchdenken.

Da benötigt man schrill aussehende, grelle, am Computer animierte Aliens, einen laut schreienden und völlig überzogenen Möchtegern-Liebhaber, der hinter das Geheimnis von Neils Kräften stößt, um diese am Tiefpunkt des Streifens angekommen, für den hinterletzten klamaukigen Blödsinn zu verwenden, da lässt man den Hund des Helden sprechen, denn das fand die bildungsarme Schicht an leichter Unterhaltung schon immer lustig - warum auch immer, und da traut man sich trotz provozierender Komik nicht die letzte Konsequenz anzugehen, so dass eigentlich alle schlüpfrigen Witze nur angedeutet werden dürfen, hoch lebe das biedere Amerika.

Wenn man nun noch bedenkt, dass Terry Jones höchstpersönlich an dem das Zuschauer unterforderndem Skript mitgeschrieben hat, kann man kaum glauben dass der es nicht schaffte mehr Potential aus der eigentlich so simplen wie gelungenen Idee herauszuholen. Stets ruht man sich auf infantiler Komik aus. Seltenst weiß ein zu salopp formulierter Wunsch in seiner zu wortwörtlichen Umsetzung zu belustigen. Noch seltener stößt man auf einen hintergründigen Witz. Aber diese Ausnahmen kommen vor und verdeutlichen nur um so mehr wie schade es um das vorhandene Potential war.

Ich fand es bereits in „Bruce Allmächtig“ schade, dass aus der Idee einem Versager göttliche Kräfte zu geben, so wenig herausgeholt wurde. Der erweist sich im direkten Vergleich trauriger Weise als die rundere und gelungenere Sache, zählt er doch wenigstens noch zu den durchschnittlichen Komödien, wohingegen „Absolutely Anything“ (Originaltitel) sich mit seinen wenig geglückten Pointen überhaupt nicht gerettet bekommt. Fremdschämen steht im Raum. Schrille, dümmliche Komik trifft auf ein Übermaß an Spezialeffekten innerhalb einer undurchdachten Geschichte, die weder glaubwürdige Figuren noch interessante Szenarien zu kreieren weiß, was kaum zu glauben ist bei dem Stoff der hier vorliegt. Mehr gibt es auch nicht zu sagen. Finger weg! Nur wer noch immer über sprechende Tiere lachen kann wird in dieser innovationsfreien Komödie fündig.


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