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Dienstag, 22. November 2016

WER ZULETZT LACHT, LACHT AM BESTEN (1971 Harald Reinl)


Theo und seine Nichte Sabine stehen vor dem finanziellen Ruin, da ihr Hotel nicht mehr so gut läuft wie einst. Die einzige Hoffnung die sie haben ist der Verkauf des Objektes an die Hotelkette Mertens. Damit der Inhaber dieser nicht zu günstig kaufen kann, gaukelt man dem vor Ort weilenden Mertens mit Hilfe des neuen Pagen Robbie einen Hochbetrieb vor. Aber erstens ist die Person, welche Theo und Sabine für den Besitzer der Kette halten, nicht Mertens und zweitens ist Robbie Mertens Neffe, der heimlich längst beschlossen hat das Hotel zu retten...


Keine Wiese ohne Disteln...

Man kennt sie, diese heile Welt-Komödien Deutschlands aus den 60er und 70er Jahren, zu denen man aufgrund ihrer höchst naiven Art, ihres in ihrer Zeit feststeckenden Singsangs und der überholten Art Herumzublödeln ohnehin einen Zugang besitzen muss, um mit diesen seine Freude zu haben. Ich habe sie, habe den Mantel der Coolness und die Ausrede des Trashs längst abgelegt um meine Freude mit dieser wundervollen Gattung Film zu haben, muss nach Sichten von „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ jedoch eingestehen, dass er auch inmitten der naiven Konkurrenzproduktionen ein besonders schlicht ausgefallener Beitrag seiner Nische ist.

Zwar besteht die Handlung aus den typischen Versatzstücken, wie sie in diesem speziellen Sub-Genre seit je her zelebriert werden, Sinn macht die hier zu sehende Handlung jedoch noch weniger als üblicher Weise ohnehin schon. Warum Sabine ausgerechnet mit einem ihr zuvor unsympathischen Mann anbendelt, um Robbie eifersüchtig zu machen, warum Robbie überhaupt das Hotel retten will, und warum zum Teufel er deshalb gegen Ende das Unternehmen des Onkels übernehmen muss, sind alles Fragen, die der Normalzuschauer inmitten all des anderen unlogischen und aus anderweitigen Gründen vorhandenen Unsinns nicht stellt, ich mit Blick auf die besser funktionierenden Vergleichswerke aber sehr wohl, macht doch dieser kleine Unterschied einen Stück des Wohlfühlens während der Sichtung aus, und genau das Wohlfühlen ist doch überhaupt erst der Grund warum man sich einen solchen Film ansehen möchte, wenn es einem nicht nur nach unfreiwilliger Komik dürstet.

Zwar weiß auch „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ auf seine simple Art dennoch zu funktionieren, eben weil er dem seit je her typischen Muster nachgeht, aber er steht auf wackeligen Beinen. Da tut es gut dass Roy Black erst gegen Ende in Dauerschleife singt, und einer von den Songs, das Einschlaflied für die vermeindliche Tochter, situativ aufgrund seiner unfreiwilligen Komik trumpft. Theo Lingen ist ein Hingucker und Hinhörer wie eh und je, Eddi Arent lässt gelegentlich das Niveau seiner vergangenen humoristischen Wallace-Leistungen durchfunkeln, und Roy Black spielt angenehmer als ich es bislang von ihm gewohnt bin.

Da alles vom Anspruch und Niveau her auf niedrigster Flamme brennt, fällt auch Uschi Glas in der Ausnahme einmal nicht so untalentiert auf wie sie eigentlich ist. Inmitten einer selbst für diese Art Film arg konstruierten Romanze, die man als Zuschauer nicht mitfiebert, weiß auch sie nichts zu zerstören. Lediglich von Siegfried Schürenbergs Rolle hatte ich mir mehr erhofft, der gibt zwar sein bestes, aber das Drehbuch hat ihm eine einfallslose Figur zugewiesen.

An „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ sollten sich nur die hartgesottensten Fans dieser Gattung Komödie heranwagen, bietet er das seichte Programm der Konkurrenz sowohl inhaltlich, wie auch von der Stimmung her, nur im Light-Modus. Mir hat er aufgrund der wenigen Erwartungen die ich ohnehin an einen Roy Black-Film stelle zumindest genügend Freude bereitet, um mich trotz all seiner Schwächen versöhnlich von ihm zu trennen. Aber manch einer wird mit den Störfaktoren sicherlich nicht so großzügig umgehen wie ich.


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