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Donnerstag, 29. Juni 2017

MAKO, DIE BESTIE (Mako - The Jaws of Death 1976 William Grefé)


Außenseiter Sonny ist ein Freund der Haie. Ein Amulett beschützt ihn davor von ihnen attackiert zu werden. Wer ihnen schadet, den lässt Sonny von seinen Freunden töten...


Unterwasser-Hai-Ballett...

Der Horrorfilme mit Öko-Botschaft gab es in den 70er Jahren viele. Während „Barracuda“ beispielseweise eher ein Öko-Krimi mit Horrorfilm-Touch war, der seine Botschaft zum Thema Naturschutz sehr deutlich ausführte, ist „Mako, die Bestie“ ein zweischneidiges Schwert. Zwar nimmt er auf der einen Seite die Tiere in Schutz und plädiert für einen respektvollen Umgang mit den Bewohnern der Meere, auf der anderen Seite stellt er sie jedoch als blutrünstige Wesen da, so als ob jeder Hai ein Menschenfresser wäre und auf nichts weiter warten würde als endlich über einen von uns herfallen zu können.

In „Mako, der Killerhai“ (Alternativtitel), in welchem es weder um einen einzigen Hai geht, noch dass ein gewisser Mako von ihnen je im Zentrum stehen würde, geht es angelehnt an den recht erfolgreichen „Willard“ um einen Menschen, auf dessen Befehl Tiere morden. Was dort die Ratten waren, sind hier die Haie, und von denen sehen wir einzig reale Aufnahmen, Attrappen kann da suchen wer will. Die Aufnahmen sind zwar nicht so aufregend wie uns der Off-Kommentar zu Beginn des Films weißmachen möchte, einen gewissen Respekt kann man dieser Vorgehensweise jedoch entgegen bringen.

Ohnehin ist „Jaws of Death“ (Alternativtitel) theoretisch recht anständig umgesetzt. Er konzentriert sich auf seine Geschichte, kommt ohne zusätzliche Effekthascherei aus, ist in aller Seelenruhe erzählt und bietet zudem einen Aufhänger, der ihn zu mehr macht als zum reinen „Der weiße Hai“-Mitläufer. Nur leider ist das Ergebnis höchst langweilig ausgefallen. Den Haien geht es mehr ans Leder als den Menschen, und den mal wutschnaubenden, mal lammfromm naiven Sonny dabei zuzusehen, wie er sich für seine Freunde einsetzt, interessiert auf Dauer niemandem wirklich. Im Gegenzug zu seinen Szenen dürfen wir aufgrund der realen Aufnahmen nur angedeutete Haiattacken sichten, rote Farbe inmitten von Wasser sorgt für den schnarchigen Rest.

Wie uninspiriert die eigentlich reizvolle Geschichte erzählt ist, merkt man besonders deutlich anhand einer Rückblickszene, in der wir erfahren wie Sonny an sein Amulett geraten ist. Zwar will uns der Off-Kommentar weiß machen, unser Held hätte nach dem Durchschwimmen eines Haigewässers, ohne Schaden davon zu tragen, einen mystischen Ort mit einem sonderbaren Mann gesichtet, viel mehr sehen wir jedoch einen alten Tattergreis vor einer billig errichteten Strohhütte hocken. Und wenn die Worte im Off uns von einer magisch klingenden Zeremonie berichten, sehen wir gleichzeitig bei etwas zu, das banaler nicht ausfallen könnte. Kult sieht anders aus. Jeder Mann, der seiner Frau eine frisch geschenkte Kette anlegt, müsste nach Logik des Films damit eine Zeremonie abhalten. Viel mehr Taten vollzieht der gar nicht weise und mystisch wirkende alte Opa an Sonny auch nicht.

Man hätte mehr aus „Mako, die Bestie“ herausholen können, aber allein die Besetzung reißt bereits nichts raus. Sonny wird von einem Irgendwer dargestellt, dem es am nötigen Charisma fehlt. Einzig wenn er mit Taucherbrille bekleidet wie eine Bedrohung mit seinem Gesicht aus dem Wasser ragt, erinnert er ein wenig an die Soldaten aus „Die Schreckensmacht der Zombies“, was aber hauptsächlich an seinen blonden Haaren liegt. Die weibliche Hauptfigur nervt penetrant, der Rest spielt schnarchig oder routiniert, ein Zustand zwischen dem auch der eigentliche Film hin und her pendelt. Mir hat er nicht gefallen. Ich greife beim nächsten Mal lieber wieder zu besagtem Ratten-Horror oder zu „Kuss der Tarantel“. Dort nutzt ebenfalls jemand Tiere als Mordwaffe.


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