19.08.2017

SHERLOCK 13 - DAS LETZTE PROBLEM (Sherlock: The Final Problem 2017 Benjamin Caron)


Sherlock erfährt auf unangenehme Weise, dass er eine Schwester hat. Sie ist die intelligenteste unter den Geschwistern, und da sie zum Bösen neigt, wird sie in einem Sanatorium für besonders schwere Fälle isoliert auf einer Insel gefangen gehalten. Zur Zeit scheint es ihr jedoch auf irgendeine Art zu gelingen ihr Gefängnis zu verlassen...


Die Bakerstreet Boys...

Es klang alles so verlockend. Sherlock hat eine Schwester, sie ist die intelligenteste der Geschwister, neigt aber zu bösartigen Taten... Was hätte man mit dieser Ausgangslage alles anstellen können? Und da Staffel 4, zu der „Das letzte Problem“ gehört, mit den ersten beiden Filmen wieder zur alten Stärke zurückfanden, war ich tatsächlich optimistisch was den Abschlussfilm anging. Aber was soll man sagen? Leider ist der dritte Teil besagter Dekade nicht geglückt, schaut sich zwar interessant genug um neugierig dranzubleiben, aber die Ansätze, auf die sich alles stützt, sind für ein Duell zwischen Bruder und Schwester nicht die besten Voraussetzungen.

Wenn der Plot zu Beginn noch sympathisch an „Das Testament des Dr. Mabuse“ erinnert, verläuft sich das weitere Geschehen immer mehr Richtung „Saw“, und so etwas ist im „Sherlock“-Universum eine zu plumpe Grundlage. Watson, Microft und Sherlock müssen unter übelsten Bedingungen Rätsel lösen um zu überleben, und dass die ganze Sache nicht wirklich glaubhaft erscheint, eben weil die Schwester viel zu klug für solch infantilen Mumpitz wäre, lässt bereits kein hochwertiges Ergebnis zu.

Auf zumindest schlichtem Unterhaltungslevel will das Ganze jedoch auch nicht funktionieren, vielleicht weil uns die Schwester trotzdem zu distanziert präsentiert wird, ohne dabei wenigstens eine gewisse Mystik auszustrahlen. Auch Hintergründe Sherlock betreffend, die in seiner Vergangenheit lauern, sind nur teilweise befriedigend ausgefallen, erklären zwar (zugegeben auf Schulpsychologie-Art) den Charakter zu dem er schließlich wurde, dies aber auf eine konstruierte Weise, die gerne unglaublich clever wäre ohne es tatsächlich zu sein. Zumindest gegen Ende weiß das ein oder andere gelöste Rätsel zu gefallen, die finale Situation scheint mir aber dann auch für eine hochintelligente Person zu plump gestrickt, egal welch emotionales Wrack man als Genie auch sein mag oder nicht.

Der Aufhänger mit dem Mädchen im Flugzeug, welches ein wenig an den Anfang von „Die Langoliers“ erinnert, wirkt zu aufgesetzt, zumindest dieser Part der Geschichte wird aber mit ein wenig Augenzudrücken solide zu Ende geführt. Wenn alles vorbei ist findet die Geschichte schließlich immerhin einen sympathischen Schluss, auch dank der Wiedervereinigung der auseinandergerissenen Streithähne in „Der lügende Detektiv“, dass man gerade jetzt gerne eine fünfte Staffel mit ganz klassischen Detektivgeschichten sehen würde. Stattdessen suggeriert das Ende jedoch auch ein Ende der Serie. Ich habe nichts dergleichen gelesen, aber scheinbar ist jetzt wirklich Schluss. Falls dem so ist: schade dass der letzte Film der Reihe so mittelmäßig ausgefallen ist.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen