VAMPIRA (1974 Clive Donner)


Dracula hat aus seinem Schloss eine Touristenattraktion gemacht, freilich ohne dass wer weiß, dass der berühmte Blutsauger tatsächlich existiert. Schon lange wartet er auf einen Menschen mit einer höchst seltenen Blutgruppe, die seine ehemalige Weggefährtin wieder erwecken könnte. Als es endlich so weit ist staunt Dracula nicht schlecht. Seine Angebetete erwacht als Schwarze, da das Blut von einer eben solchen stammt...


Blacira...

An sich hat das wesentlich mehr auf Komödie anstatt auf Horror getrimmte Werk sein Herz am rechten Fleck. Es ist theoretisch nicht so lieblos inszeniert wie der holprige "Die Herren Dracula", fällt trotz Schwerpunkt Komödie nicht all zu albern aus wie "Gebissen wird nur nachts", doch den Charme eines "Liebe mit Biss" und Co fehlt ihm dann doch. Dabei ist David Niven eine stilvolle Wahl den Grafen Dracula zu spielen, unterstützt durch eine ebensolche Synchronstimme innerhalb einer Deutschvertonung, die sich ohnehin hören lassen kann. Ebenso ist der Diener passend besetzt, und dass Clive Donner etwas vom Komödienfach versteht bewies er bereits zuvor mit seinem Erfolgsfilm "Was gibt es Neues,Pussy?" und danach mit dem geglückten "Die nackte Bombe".

Zudem gehöre ich nicht zu den Menschen die Probleme mit der Thematik des Stoffes haben, immerhin existieren nun einmal verschiedene Hautfarben, und da kann man das Thema ruhig einmal veralbern, zumal "Old Dracula" (Alternativtitel) diesbezüglich recht harmlos ausgefallen ist und sich in seinen Veralberungen nicht einzig auf diesen Aspekt bezieht. Was "Soulman" in den 80er Jahren war, war nun einmal "Vampira" in den 70ern, lediglich mit weniger Erfolg versehen als die Teenie-Komödie, die auch kritische Töne zu dem Thema zuließ. Der Grundton stimmt, die Komödie ist eher mit seichter Komik angelegt und manch kleine Schmunzler wissen zu treffen. Die Dekoration krankt an der typischen 70er Jahre-Mode, ist aber mühevoll genug eingerichtet, damit auch sie innerhalb des Streifens zu funktionieren weiß. Und Vampira selbst ist in Ordnung besetzt, kein Highlight des Streifens, aber überzeugend genug für ein passables Ergebnis.

Und doch, ich weiß nicht ob es an meiner Tagesform lag oder daran, dass ich emotional anderweitig abgelenkt war, irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Zu belanglos erschien mir das ganze Getue, zu wenig morbides Flair wollte sich ins Komödiengetöse einschleichen, um auch wahrlich den Horror parodieren zu können. Über kleine, funktionierende Witzchen kam "Vampira" einfach nicht hinaus. Der an sich leichtfüßig inszenierte Film wies keine nennenswerten Höhepunkte auf, funktionierte einfach auf zu harmlosem und belanglosem Erzählniveau, und das konnte mich gestern nicht bei der Stange halten. An einem geduldigeren Tag wäre ich sicherlich trotzdem aufgrund der oben genannten Stärken bis zum Schluss dran geblieben, gestern schaltete ich jedoch voreilig aus. Und da ich glaube dass "Vampira" von mir keine zweite Chance bekommt, habe ich trotzdem mal diese Review zu einer halbfertigen Sichtung geschrieben.


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