PACIFIC RIM 2 - UPRISING (Pacific Rim: Uprising 2018 Steven S. DeKnight)


Als die Monster-Aliens einer Paralleldimension zurück kommen, um der Menschheit erneut den Krieg anzusagen, tut sich ein erfahrener Jungpilot mit einer taffen Teenagerin zusammen, um den Biestern mithilfe von Riesenrobotern den Kampf anzusagen...


Pokemon-Roboter...

"Pacific Rim" gehörte für mich neben "Edge of Tomorrow" zu den wenigen Blockbustern heutiger Tage, die mir uneingeschränkt gefallen haben, ohne unter nennenswerten Blockbuster-Krankheiten zu leiden, die den Sehwert schmälern. Beides sind Filme die vormachen, was Kino könnte wenn man sich nicht einzig den Spezialeffekten widmet, diese aber dennoch auf höchstem Niveau mit einbaut. Beides sind Filme für groß gewordene Kinder, ohne, wie im heutigen Mainstream-Unterhaltungskino üblich, dabei infantil zu werden. Mit Neugierde und einer unterschwelligen Panik zugleich wagte ich mich an die Fortsetzung des Science Fiction-Filmes um Riesenroboter und Aliens aus einer Paralleldimension heran, und das ungute Gefühl, dass ein solches Projekt nicht noch einmal so brillant ausfallen würde, bestätigte sich sehr schnell. Nicht nur dass "Pacific Rim - Uprising" dem ersten Teil nicht das Wasser reichen kann, er ist eine peinliche Enttäuschung geworden, die sich in Sachen Fremdschämen nicht hinter "Transformers", "Deadpool" und Co verstecken muss.

Aus einem Film, an dem auch mitdenkende Erwachsene ihren Spaß haben konnten, ist in der Fortsetzung ein reiner Kinderfilm geworden, ein Werk dass sich den Schauwerten ebenso extrem widmet, wie dem hektischen zwischenmenschlichen Kitsch und eines sich künstlich anfühlenden Miteinanders, gefangen in billigsten Kino-Klischees. Die Roboter werden uns präsentiert wie Pokemons, wahrscheinlich damit das neue, wesentlich jüngere, Zielpublikum fleißig die Spielzeuge zum Film kauft und, falls vorhanden, Karten ihrer Lieblingsroboter austauschen können, so wie einst in den 90er Jahren der Pokemonkartentausch derart intensiv stattfand, dass er in einigen Schulen und Horten untersagt wurde. Quantitative Schauwerte vereinen sich mit irrationaler psychologischer Motivationen, die hier entworfene Welt und das was sich in ihr abspielt werden bereits im ersten Hinterfragen als unsinnig entlarvt, durchdacht ist hier wenig. Zwar kehren einige bekannte Gesichter aus dem Original zurück, so z.B. die dort liebgewonnenen schrägen zwei Wissenschaftler, aber auch die können in dem hier gelebten Kindergarten nichts mehr retten.

Nur selten habe ich einen derartigen Schlag in die Fresse von einer Fortsetzung erhalten, wie es hier der Fall war, fühlte ich mich doch an "Rasenmähermann 2 - Beyond Cyberspace" zurück erinnert, der dem sehr schönen, völlig unterschätzten Teil 1 ebenfalls eine undurchdachte, hektische und wirre Fortsetzung für Kinder bescherte und das ursprüngliche Publikum ausschloss. Genau das ist auch mit dem hier besprochenen Werk geschehen, was die Frage aufwirft, warum man für Kinder nicht, wie sonst auch, etwas eigenes geschaffen hat oder einen TV-Ableger des Urfilmes, eventuell in Zeichentrickform. Warum muss eine offizielle Kinofortsetzung stilistisch derart abgeändert werden, dass sie dem Freund des Originals nur noch Würgreiz beschert? Was bin ich froh, dass mein ungutes Gefühl mich einst davon abhielt ins Kino zu gehen. Ich wäre mir noch verarschter vorgekommen als seiner Zeit im enttäuschenden "Matrix 2". Der bot immerhin noch mittelmäßige Unterhaltung mit einigen Schauwerten. In "Solar Rim" (Alternativtitel) gibt es nur professionelles Gepixel ohne nennenswertes Existenzrecht und infantile Handlung für Denkverweigerer.


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