12.11.2019

KILLERKILLER (2007)

Insassen einer Station für Serienkiller sind nach dem Erwachen allein in dem plötzlich verfallenen Gefängniskomplex, in welchem sie bislang verwahrt wurden. Einer nach dem anderen wird umgebracht, eine Flucht ist nicht möglich, da das Gebäude von einem undurchdringlichen Nebel umschlossen wird...

Der okkulte Grufty...

Wenn in der Eingangssequenz von "KillerKiller" ein Michael Myers-ähnlicher Psycho-Killer von seinem vermeintlichen Duschopfer massakriert wird, dann baut der Streifen auf das, was ich mir von ihm erhoffte. Leider lässt er diese Idee alsbald wieder fallen, um nach der Titeleinblendung in jenes Szenario einzutauchen, welches bis zum Schluss Hauptplot bleiben soll. Und da trennt man sich von der amüsanten Idee einer Umkehrung der Situationen aus "Halloween" und Co und serviert uns stattdessen einen Überlebenskampf ziemlich gewöhnlicher Mörder gegen einen scheinbar unsichtbaren Feind. Higgins setzt auf ein übernatürliches Flair, da macht er von Beginn an kein Geheimnis draus, und vorbei ist die reizvolle Magie einer Idee, die man anders umgesetzt hätte sehen wollen. Freilich werden noch immer Killer gekillt, so wie es der Titel verspricht, dies aber auf wesentlich uninteressantere Art, allein schon aufgrund der Charakterzeichnungen der Kriminellen, die sich vom realitätsentrückten Psychokiller, bishin zum sich zu Unrecht eingelocht empfundenen, scheinbaren Normalo erstrecken.

Nimmt man den Wechsel des Szenarios einmal großzügig an, will "KillerKiller" dennoch nicht wirklich funktionieren. Das beginnt mit den viel zu normal angelegten Dialogen, die zu einer Gruppe Durchschnittsmenschen passen würde, nicht aber zum psychopathischen Verhalten schnell aggressiver Randelemente der Gesellschaft. Zudem ist der Streifen derart kostengünstig umgesetzt, dass ihn stets ein Amateurfilm-Flair in unecht gesetztem Farbfilter umweht. Zusammen mit einem zu simpel abgefilmten Szenario beschert dies "Killer Killer" (Alternativtitel) keinen optischen Reiz. Auch hier überzeugt am ehesten die Eingangssequenz mit kleinen Spielereien der Blickwinkel der Kamera. So bleibt uns als Pluspunkt lediglich ein halbwegs interessantes Miteinander mit den beiden sich am ehesten verstehenden Insassen, die in der Lage sind zu reflektieren und dem Geheimnis vor Ort auf die Spur kommen möchten. Hier gibt es einige interessante Gedankenansätze vorzufinden, die den Film zumindest nicht völlig geistlos erscheinen lassen, letztendlich ist "KillerKiller" in seiner dialoglastigen Art aber dennoch zu geschwätzig ausgefallen, keinesfalls damit verheimlichen könnend, dass eigentlich nur Laufzeit gestreckt werden soll, da für tatsächliche Aktionen zu wenig Geld vorhanden war. Kurzum ist "KillerKiller" in so ziemlich jedem Punkt zu sehr im Negativbereich des Independentfilms gefangen, nicht ohne kleine Reize zu besitzen, letztendlich aber zu nüchtern und optisch unattraktiv ausgefallen und für einen Film, der durchaus augenzwinkernd gemeint ist, zu wenig Humorelemente anbietend. Es gibt einfach nichts, was die zu sterile Grundatmosphäre auflockert, innerhalb einer Geschichte, die ihre intellektuellen Tendenzen zu überschätzen scheint.  OFDb

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