28.02.2021

BATMAN VS. DRACULA (2005)

Eigentlich wollte Pinguin, frisch aus der Anstalt entkommen, eine Beute auf dem Friedhof aufstöbern, stattdessen erweckt er versehentlich Dracula. Der hat in Gotham City schnell eine Armee von ihm willenlos folgenden Vampiren um sich geschart. Batman muss nicht nur gegen einen übernatürlichen Gegner kämpfen, sondern auch noch wissenschaftlich die Macht des Fürsten über seine ehemals menschlichen Sklaven ergründen, um sie aus seinen Fängen erretten zu können. Auch Reporterin Vicky Vale, für die Bruce Wayne Gefühle hegt, gerät in die Gefangenschaft des Dämonen...

Zwei Fledermausmänner...

Die Idee, um die Zusammenführung sich in manchen Punkten recht ähnlicher, ansonsten völlig unterschiedlicher, prominenter Fiktiver, besitzt im Falle von Batman und Dracula ihren Reiz. Letztendlich ist jedoch inhaltlich eher Dutzendware bei diesem Zeichentrickfilm-Projekt rumgekommen, welches eine abendfüllende Laufzeit nicht rechtfertigt. Man ist zu sehr am Grundlagenprogramm mit allerlei Kampfsequenzen interessiert, anstatt eine erzählenswerte Geschichte zu präsentieren. Zudem kann man erneut der Versuchung nicht widerstehen, möglichst viele bekannte Gesichter aus dem Batman-Universum zu integrieren. Warum man die Anwesenheit des Jokers, wenn man schon meint ihn einbauen zu müssen, nicht dafür nutzt mit der Macht, die Draculas Biss entfacht, aufgrund Jokers Genialität und geistiger Verwirrtheit, einen überraschend starken Konkurrenten Draculas aus ihm zu machen (und ihn damit mehr in den Vordergrund zu rücken, als die jetzige Hauptfigur Batman), will sich mir nicht erschließen. Dieses Vorhaben hätte Anreiz für eine spannende und irre Geschichte geboten. 

Stattdessen darf der viel zu punkig animierte Clown nach einem gelungenen Scherz darüber, dass er nicht der einzige ist, der von den Toten auferstanden ist, lediglich unnötig als Batmans Versuchskaninchen in dessen Gefangenschaft agieren. Das wäre mit jeder anderen Figur ebenso möglich gewesen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse Batmans sind ebenso frei von Innovation, wie der komplette Plot, und mit der Erweckung von Draculas Angebeteter bekommt dieser ebenso Klischees seines Universums um den Kopf gehauen, wie es auch Batman beschert wird. Das hat sein Gutes und Schlechtes und geht schon irgendwie in Ordnung. "The Batman vs. Dracula - The Animated Movie" (Alternativtitel) kann man mit halber Backe gucken, wirklich reizvoll ist das Ergebnis für Menschen unter 16 Jahren jedoch nicht ausgefallen. Zudem gefiel mir der zeichnerisch zu soft dargebotene Bruce Wayne nicht. Letztendlich guckt sich der Film von Michael Goguen, der neben diversen Scooby-Doo-Projekten auch an der Cartoon-Serie "Batman: The Brave and the Bold" beteiligt war, aufgrund seiner leichten Düsternis und seines relativ geringen infantilen Getues im direkten Vergleich aber runder, als der olle "Batman vs. Teenage Mutant Ninja Turtles" - zumal deren Zusammentreffen weit mehr Sinn ergibt als jenes mit den Pizza mampfenden Schildkröten-Mutanten.  OFDb

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