11.04.2021

RESIDENT EVIL 5 - RETRIBUTION (2012)

Alice erwacht gefangen im Haupt-Testzentrum der Umbrella-Company, welche mittlerweile komplett unter der Gewalt seines Computersystems steht. Ehemalige Feinde helfen Alice bei der Flucht...

Die Rückkehr der Red-Queen...

Unabhängig davon wie sehr Computerspiele-Fans schon zu Beginn maulten, war der erste "Resident Evil" ein sehenswertes Knallbonbon der Popkorn-Unterhaltung. Im zweiten Teil wurde daraus ein zu bemühtes Action-Feuerwerk auf zu freiem Raum, mit "Resident Evil 3" wurde die Reihe endgültig zum hochgestylten Horror-Trash, mit Teil 4 folgte man diesem Vorbild, allerdings in weniger unterhaltsamen Leerlauf. Von daher kann man es als die konsequente Weiterführung des Abstiegs verstehen, dass mit "Resident Evil - Retribution" in der vierten Fortsetzung aus dem Ganzen Treiben nun nur noch ein seelenloses Produkt übrig geblieben ist, welches mit seiner vor Dummheit nur so angehäuften, dünnen Story mehr denn je selbst wie ein Computerspiel anmutet, was nicht als Kompliment zu verstehen ist für ein Werk, welches ursprünglich als (nicht werkgetreue) Spieleverfilmung begann. Die hundertfach übertriebene Coolness sorgt endgültig für eine Erstarrung des Sehwerts, aber auch des Agierens der Schauspieler, die sich je nach Situation mitten in Actionsequenzen in Pose stellen und dabei noch unnatürlicher als ohnehin schon wirken, womit jener Grad gemeint ist, der sie nicht mehr die glaubwürdige Illusion in einer Fantasie sein lässt.

Man kann sich in "Resident Evil 5" nicht rein fühlen. Leblose Figuren, die jegliches menschliche Innenleben verloren haben (was sich als besonders fatal im Mutteraspekt erweist, mit dem man versucht "Aliens" nachzuahmen), sausen in stetig stylischen Look durch gekünstelte Kulissen. Letztgenanntes könnte zwar aufgrund der Geschichte entschuldigt sein, wandert man doch von einer Simulation zur nächsten, genau dieser Aspekt macht die Geschichte aber weit weniger aufregend. Alle Gefahren wirken künstlich, sind trotz Simulation aus irgendeinem Grund aber trotzdem echt und tödlich. Die Logik dahinter bleibt verborgen. Dass selbst in jenem Handlungsstrang, der nach den Simulationenwelten spielt, eine Eiskulisse nur dem äußeren Effekt wegen gewählt wird, anstatt die Figuren in dieser auch frieren zu lassen, zeigt erneut wie gekünstelt und ignorant alles anmutet, mit dem einzigen Ziel aufgepuschte Coolness in Szene zu setzen. Zwar gibt es einige Sehwerte die zu gefallen wissen, wie die Unterwasser-Zombies oder der leider viel zu kurze Einblick in die Klonfabrik, aber das geht unter in einem Szenario, welches lieber endlose Kämpfe zelebriert, in denen Alice nicht eine Sekunde lang in Gefahr schwebt. Der Cliffhanger am Schluss dürfte nur jene interessieren, die dem reißerischen Treiben etwas abgewinnen können, denn auch hier heißt es: nicht kleckern sondern klotzen. Mit Teil 6 wird die Reihe zumindest beendet, deswegen werde ich mir diesen trotzdem noch anschauen.   OFDb

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