10.04.2021

MASKS (2011)

Die junge Stella wird an einer kleinen privaten Schauspielschule ausgebildet und hört zufällig von einer gewagten Lernmethode, die der Gründer der Schule entwickelte, welcher aufgrund der Fragwürdigkeit dieses Ansatzes seinen Ruf ruinierte, so dass offiziell nie wieder auf diese Art unterrichtet wurde. Mobbing und verschwundene Mitschülerinnen ändern nichts an Stellas Interesse an einem Gerücht, dass besagte Methode doch noch heimlich unterrichtet wird. Und eines Tages wird ihr diese tatsächlich angeboten, jedoch nur wenn sie sich völlig von der Außenwelt isoliert...

Die Kraft der Masken...

"Tears of Kali"-Regisseur Andreas Marschall mag etwas mehr Geld zur Verfügung gehabt haben als ein Amateurfilmer, Elemente eines Hobbyfilms schimmern in der Independent-Produktion "Masks" jedoch trotzdem immer wieder durch. Weiß man dies, darf man erstaunt sein wie sauber inszeniert das Ergebnis fast darüber hinwegtäuschen kann. Aber allein die unübersehbare Horror-Fan-Verehrung vor Argentos "Suspiria" macht keinen Hehl daraus, dass nicht gerade Profis hinter der Kamera tätig waren. Vor der Kamera sieht es schon ein wenig besser aus, wissen die Mimen doch überraschend überzeugend zu agieren. Und auch das Drehbuch scheint zunächst gekonnt sowohl mit dem klassischen Entleihen der Vorbilder, als auch mit eigenen Ideen umzugehen. Leider will man jedoch mehr als nötig erreichen. Dass man visuell zu sehr auf Argentos Kultfilm achtet, mag sich noch leicht entschuldigen, allein schon weil der Meister selbst diesem Versuch verfiel, als er mit "Horror Infernal" seinen Originalfilm künstlerisch übertrumpfen wollte. 

Dass man in "Audition for Death" (Alternativtitel) jedoch versucht eine möglichst anspruchsvolle Geschichte zu erzählen, schadet dem Ergebnis weit mehr, funktioniert der Streifen doch in seiner Schlichtheit zu Beginn am besten, wenn er gekonnt Spannungsmomente, Handlungsabläufe, das Unwohlsein am fremden Ort und die Mystik der verbotenen Schauspielmethode gegriffen bekommt. Beginnt Stella erst einmal mit dieser, will man zu viel, so dass sich die Geschichte (auch intellektuell) übernimmt. Während unnötige und sperrige zusätzliche Handlungsumwege das Geschehen überfrachten, gelingt es Marschall nicht die Faszination des Mythos der Lernmethode auf deren tatsächliches Anwenden zu übertragen. Ein eher plump anmutendes Drogenszenario verleitet den Regisseur zu anstrengenden optischen Spielereien, die theoretisch betrachtet nicht schlecht herüber kommen, in der Mitte der Laufzeit den Streifen jedoch eher ausbremsen, anstatt ihn zu fördern. Zumindest ging man nicht uninspiriert und untalentiert zu Werke, so dass "Masks" zumindest noch als magerer Durchschnitt durchgeht. Dennoch ist das Mehrengagement im Vergleich zu Amateurfilmen schade zu nennen, verfügte die Geschichte von "Masks" doch über weit mehr Potenzial, als ausgeschöpft wurde. Freunde harter Horrorkost sind freilich dennoch willkommen, zumindest wenn sie sich nicht davon abschrecken lassen, dass der Film immer eine Spur pseudo-intellektuell anmutet.  OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar posten