28.12.2024

DEMON FOREST (2008)

Ein Mann fährt zum vereinbarten Ort, mitten im Wald, um den Auftragskiller, den er zum Töten seiner Frau und ihres Liebhabers engagiert hat, dort zu treffen und die Sache gemeinsam durchzuziehen. Doch der Mörder entpuppt sich als Betrüger und hat besagten Ort zum entsprechenden Zeitpunkt nicht willkürlich gewählt, denn der Wald birgt ein Geheimnis, das nur eingeweihte Archäologen kennen: den Stamm der Zwergkannibalen, die genau jetzt Jagdsaison haben. Diese sollen die Durchführung der Morde übernehmen...

Bring mir einen Stock...

Ernst gemeint ist er nicht, der Film, der im Original den Titel "Night of the Flesh Eaters" trägt und unübersehbar mit einem höchst geringen Budget finanziert wurde, dies allerdings ohne in den Amateurfilmbereich abzurutschen. Zunächst wundert man sich über die gekünstelten Dialoge, die anfänglich nur die kleine, übliche Dosis Humor suggerieren, die auch ernstere Werke beinhalten, ohne zur Komödie zu werden, hier gestützt vom Klischee des harter Unternehmers, der ganz typisch einen Untergebenen fertig macht. Erst wenn der Auftraggeber des Mordes auf den Auftragskiller stößt, macht es nach einiger Zeit der Verwirrung Klick, das komplette Gespräch ist ziemlich unsinnig und wirr ausgefallen, immer mit einer Klarheit der Dinge und dem Selbstverständlichen spielend, während auffallend viele Dialogfetzen eine unnötige Wiederholung erfahren. Das ist lustig gemeint, aber auch anstrengend, also nicht so ganz mein Humor, auf den man aber konzentriert setzt, stets abgefilmt mit Nahaufnahmen weniger Gesichter im Dunkeln innerhalb eines Filmes, der bis zu diesem ausschweifenden Dialog kaum was von der Umgebung zeigt, optisch also arg dünn gesät ist. 

Mit der Auflösung der Identifikationen wirkt alles etwas weniger wirr, man bekommt sich orientiert die Komik bewusster verfolgen zu können, und die liegt nun darin begraben, dass ein Archäologe seinem Feind eine Falle gestellt hat, und sein Fachwissen nutze, um ihn nicht selbst töten zu müssen. Das übernehmen die Kreaturen eines magischen Zwergkannibalenstammes für ihn, so zumindest der Plan. Lustig ist das deshalb, weil dieser nicht hinhaut und alles was nun passiert vom Nichtauftragskiller per Fachwissen, durch das intensive Studium dieser Legenden, gewusst wird, so dass er und seine Begleitung Stück für Stück verstehen was warum passiert und warum sie im Arsch sind. Das wäre lustiger, wenn besagte Wiederholungen der Sätze, humoristisch gewollt hin oder her, nicht so penetrant Verwendung finden würden, und dies zudem vorgetragen in einer arg mauen, deutschen Synchronisation. Das ewige Gemaule der Ollen ging mir zudem doch was arg auf den Senkel, während das Schlaumeierische des "Helden" zu gefallen weiß, der stets alles was passiert mit seinem Fachwissen referiert. Die Frau trumpft immer dann, wenn sie naheliegende Schlussfolgerungen zieht, aufgrund dessen was sie über die Legende, mit der sie es zu tun haben, erzählt bekommt, Erkenntnisse die dem Fachmann selbst nicht kamen. 

Wenn dann noch ab und an ein kleiner Hauch "Die Ritter der Kokosnuss"-Komik aufkommt, wenn die Begegnung bestimmter Gestalten prophezeit wird, erhält "Demon Forest - Sie werden euch fressen" (Alternativtitel) bei der Konfrontation mit diesen und anderen Personen kurzfristig einen angenehmen Unterhaltungswert, was aber viel zu spät geschieht, um nun doch noch von einem gelungenen, kleinen Beitrag zu sprechen. Seine plumpen Spezialeffekte sind hübsch anzuschauen, ich mag die schwer erkennbaren Kreaturen zu Beginn der Hauptgeschichte, ebenso wie die individuelle Humorrichtung, die der Versuchung des obligatorischen Splatstick widerstehen kann, und ich mag die einzelnen Phasen der Entwicklung der Prophezeiung, zu deren Teil die Protagonisten und Antagonisten in einer Geschichte ohne Sympathiecharaktere ungewünscht selbst werden. Aber all dies ist in dieser arg trockenen Umsetzung, auch im zu aufgesagten Humorbereich, schlichtweg kein Stoff für einen 80-Minüter. Als Kurzfilm von 30 Minuten plus/minus hätte aus der zweiten Regiearbeit von J.R. McGarrity etwas Charmantes und Kurzweiliges werden können. So wie umgesetzt, nervt das Gesamtergebnis zu sehr, trotz seiner Pluspunkte. 

"Demon Forest" ist ein Projekt, das ich gern mehr mögen würde. Zumindest ist er anders als die meisten Werke ausgefallen, die als Horrorprodukt auf den deutschen DVD-Markt veröffentlicht werden, egal ob nun im Bereich Horror, humoristischer Horror, erste Arbeiten oder inhaltlich betrachtet. Wir haben es quasi mit einem theoretisch interessanten Film für ein Publikum zu tun, das sich gerne auch mal neugierig auf etwas ganz anderes einlassen kann, um interessiert festzustellen, woran die nette Idee letztendlich scheitert. Wer tapfer dran bleibt, wird zumindest mit einer netten Schluss-Pointe belohnt.  OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen