Samstag, 9. Juni 2012

TRIANGLE - DIE ANGST KOMMT IN WELLEN (Triangle 2009 Christopher Smith)


Eine Gruppe von Leuten gerät während eines Segelboot-Ausflugs in ein mysteriöses Unwetter. Das Boot hält dem wilden Treiben der Natur nicht stand und so sitzt man auf dem Meer fest - jedoch nur für kurze Zeit. Die Rettung scheint in Form eines großen Schiffes zu nahen, doch entpuppt sich dieses als fast menschenleer. Eine einzelne Person hält sich hier auf, und die macht Jagd auf die gerade angekommenen Gäste...


Und täglich grüßen die Überlebenden...

Sie begann etwas unausgegoren mit dem passablen „Creep“, die Karriere des Regisseurs Christopher Smith. Doch schon zwei Jahre später sollte er mit „Severence - Ein blutiger Betriebsausflug“ beweisen, dass er mehr kann als schlichte Vorbilder nachzuahmen und legte mit besagtem Werk eine ungewöhnliche Mixtur aus Horror und Komödie vor. Da ist es schön zu sehen, dass Smith nun nicht versucht sich bei seinem dritten Langfilm selbst zu kopieren. Er setzt mit „Triangle“ völlig anders an. Liest man sich die Inhaltsangabe durch, klingt der vorliegende Plot nicht gerade nach Innovation, doch das täuscht.

Zwar benötigt der Streifen fast die Hälfte seiner Laufzeit bis er sich inhaltlich überraschend wandelt, aber das ist nicht weiter tragisch, ist „Triangle“ doch bereits in der zunächst routinierten Phase gut erzählt, da er nah an den Protagonisten orientiert ist und eine Atmosphäre versprüht, die einen mitten im Geschehen sein lässt. Dass in der Vorphase noch vieles rätselhaft erscheint, unterstützt die Wirkung des Filmes.

Kommt es zur besagten Wende in der Geschichte, benötigt man einige Zeit der Umorientierung. Glaubt man nun zu wissen wie es weiter geht, kommt es zu einer überraschenden Tat der Heldin, mit welcher uns Smith nicht nur den Stinkefinger zeigt, sondern auch zum Lehrer wird. Denn sein so knifflig wirkender Zaubertrick beruht nur auf dem Unterschied zwischen den Zahlen 2 und 3, und diese Lektion erfahren nicht nur wir, sondern mit uns auch die Heldin der Geschichte.

Ab einem gewissen Punkt, so etwa 20 Minuten vor Schluss, ist es mit den Überraschungen vorbei und „Triangle“ erzählt das, was man von nun an weiß. Er wird zu einem fast fertigen Puzzle, dessen Lücken er nun füllen muss. Zwar weiß der Zuschauer wo welches Puzzleteil hingehört, aber das Wie ist es, welches ihn weiterhin fasziniert dran bleiben lässt. Nach und nach ergeben die rätselhaften Momente der ersten Phase Sinn, und nach und nach schließt sich der Kreis der Erzählung, bis „Triangle“ so endet wie er enden muss.

Dass er auch dabei keinerlei weitere Überraschungen mehr bietet, ist ohne Belang, sollte der Zuschauer dieser Herangehensweise doch dankbar sein, da nur diese die Geschichte konsequent zu einem Ende bringt. Letzten Endes ist die Idee des Streifens derart interessant, (wenn auch nicht wirklich neu, man erinnere sich innerhalb des Genres nur einmal an „Amityville - Face Of Terror“, der die Idee des hier besprochenen Streifens immerhin kurz anriss), dass man es geradezu genießt den zu erwartenden Plot der letzten 20 Minuten eingeweiht zu verfolgen.

Vielleicht schmeckt diese Art der Erzählung nicht jedem, manch einer mag klagen, dass gegen Ende die Luft raus sei, da man ja nun alles wisse. Aber „Triangle“ ist trotz seiner Storytwists und rätselhaften Erscheinung eben keiner jener Horrorfilme, die versprechen diese Eigenschaften bis zum Schluss hin aufrecht zu erhalten. Viel mehr hat man das Gefühl, dass man als eine Art Kumpel des Regisseurs Smith den Weg zum Finale hin gemeinsam beschreitet, während man sich von ihm neugierig zeigen lässt wie sich die einzelnen Puzzleteile ineinander fügen, um am Ende Sinn zu ergeben.


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