Samstag, 28. Juli 2012

DAS WAISENHAUS (El orfanato 2007 Juan Antonio Bayona)


Als Kind lebte sie in einem Waisenhaus, wurde dann aber adoptiert. Als Erwachsene kommt sie an diesen verlassenen Ort zurück, um dort erneut ein Heim für Kinder zu eröffnen. Laura wohnt hier mit ihrem Mann Carlos und ihrem todkranken Sohn Simón, der neuerdings mit eingebildeten Freunden spricht. Als Simón spurlos verschwindet, beginnt Laura an eine übernatürliche Existenz in diesem Haus zu glauben...


Mein neuer Freund aus der Höhle...

Es verwundert nicht, dass ein auf klassischen Grusel getrimmter Horrorbeitrag aus Spanien kommt. Ob nun ein Jahr vorher „The Baby‘s Room“ samt Anhängerschaft oder noch ein Jahr davor „Mercy Falls - Geisterwache“, in dem Land entstanden so einige Werke dieser Art zu dieser Zeit, und meist kann man sie auch als geglückt betrachten. „Das Waisenhaus“ ist jedoch trotz der Preise die er erhielt eine eher wackelige Angelegenheit geworden, vielleicht weil er einfach im Vergleich mit den Konkurrenzfilmen komplett ohne modernen Touch auskommen will, wohingegen die eben erwähnten Grusler im geringen Maße der Moderne entgegen traten.

Denn wenn ein Film, und mag er noch so gut fotografiert sein, nichts Neues zu erzählen weiß, dann muss er logischer Weise neue Wege finden, auf eine altbackene Geschichte neugierig zu machen. Wählt man aber einen alten Stil und eine alternativ schon zigfach gesehene Geschichte, kann die Rechnung nicht aufgehen. Allerdings meckere ich hier auf hohem Niveau. Denn die Psychologie des Filmes ist stimmig, und die Auflösung weiß zu überraschen und mixt damit zwei Alternativen zu einem Ganzen.

Aber ob da wer nun parapsychologische Untersuchungen durchführt, was in „Poltergeist“ bereits stimmig vertieft wurde, jemand mit unsichtbaren Freunden spricht, Geister Kontakt zu Hausbewohnern aufnehmen oder Spuren der Kindheit ein Geheimnis wahren (und in diesem speziellen Falle ein Geheimnis, welches ebenfalls schon oft Lösung ähnlicher Filme war), „Das Waisenhaus“ erzählt nichts was nicht schon einmal auf der großen Leinwand zu sehen oder im Videoregal zu ergattern war, und das lässt ihn schlussendlich etwas gewöhnlich wirken.

Das ist schon schade, denn er ist mit viel Liebe und Mühe umgesetzt worden. Wie eben erwähnt ist der komplette Film hübsch fotografiert, die Darsteller wissen alle zu überzeugen, die Musik untermalt den Film stimmig. Aber wenn sich zwischendurch Desinteresse breit macht und das Spannungspotential zu gering ist, dann kann man noch so viel Respekt vor der Arbeit der Filmschaffenden haben, das Ergebnis bleibt mager. Und da Gruselfilme mit einem hohen Anteil Drama immer seltener werden, ist es um so trauriger, dass ein Film nicht richtig zünden will, der zu dieser raren Gattung gehört.

„Das Waisenhaus“ kann man gucken. Er ist teilweise recht stimmig inszeniert und das Drehbuch ist clever. Aber er schaut sich einfach zu zäh um rundum zu gefallen. So ist das Ergebnis etwas gewöhnlich ausgefallen, was kaum zu glauben ist, wenn man die Mühe bedenkt, die man dem Streifen deutlich ansieht.


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