Montag, 17. September 2012

TODESTRAUMA (The Dorm That Dripped Blood 1982 Jeffrey Obrow u.a.)


Ein Studentenwohnheim soll bald abgerissen werden. Eine Gruppe Jugendlicher verbringt dort das Wochenende um alles vorzubereiten. Doch ein Killer geht um...


Psychos lauern überall...

Dies ist ein Slasher, in welchem die Darsteller einmal gut gecastet sind, glaubhaft agieren und nicht so dumm wirken wie in den meisten anderen Teenie-Horrorfilmen dieser Art. Also ein Grund reinzuschalten? Eigentlich nicht wirklich! Denn obwohl der Film diese positiven Punkte aufweist, zudem einen Mörder präsentiert der abwechslungsreich und auch recht blutig tötet, kann man "Todestrauma" nicht ernsthaft empfehlen. Er ist zwar völlig humorlos, staubtrocken und zäh erzählt (alles Trümpfe von Horrorfilmen der 70er und frühen 80er Jahre), kann aber trotz gelungener dunkler Kulisse erst gegen Ende einen Hauch Spannung erzeugen. Das ist wirklich schade.

Das Problem ist einfach, dass die Figuren einem trotz der positiven Besetzung unsympathisch sind. Sie sind doppelt so bieder wie John Carpenters Laurie Straude, sind so eindimensional charakterisiert, dass man sich nicht mit ihnen identifizieren kann, und die Situationen, die sie durchleben, sind zu 08/15, als dass man wenigstens da mitfiebern könnte.

Das leer stehende Studentenwohnheim ist eigentlich eine gut gewählte Location, und auch den Raumgestaltern des Filmes kann man da keinen Vorwurf machen. Man kann es als Geniestreich betrachten, dass der Regisseur es nicht hinbekam bei all diesen positiven Elementen Spannung zu erzeugen. Wäre etwas mehr Inhalt oder eine tiefer gehende Charakterzeichnung vorhanden, könnten diese die nicht vorhandene Spannung bis zum Finale passabel überschatten. Aber alles was einen anstrahlt ist die gähnende Leere von Einfallslosigkeit, und man erblickt nichts, aber auch gar nichts, was es in den Blütejahren der Slasher nicht bereits zu sehen gab. O.k., wie erwähnt mordet der Killer recht abwechslungsreich. Der auf dem Cover angedeutete Bohrermord ist auch vorhanden, nett anzuschauen, aber nicht, wie das Cover suggeriert, Hauptbestandteil des Films.

Als halbwegs gelungen kann man betrachten, dass der Film einen durchaus, wenn auch relativ spät, miträtseln lässt wer der Mörder ist. Dies allerdings nur bedingt, da weder ein System hinter dem Töten zu erkennen ist, noch die Auswahl der in Frage kommenden Personen sehr hoch ist. Die Auflösung ist schließlich o.k., etwas zu geschwätzig ausgefallen, trotz des ewigen Rumgebrabbels aber vom Killer-Darsteller gut gespielt. Die Beweggründe sind wenig nachvollziehbar, die Erklärung lückenhaft, aber wer versteht schon das Denken eines durchgeknallten Massenmörder?!

Der Film endet richtig fies und hält eine bitterböse Schluss-Pointe bereit, die dadurch zu punkten weiß, dass sie einer gemeinen Situation zusätzlich einen staubtrockenen schwarzhumorigen Dialog beschert.

Kurz vor der Mörderauflösung wird der Film wie erwähnt kurz spannend. Mit der Kenntnis über den Killer ist es damit aber auch wieder vorbei, was aber nicht weiter schlimm ist, da der Film in dieser Phase anderweitig flott zu schauen ist, da nun endlich etwas passiert bei dem man mitfiebern kann.

Alles was dem Film fehlte, um mehr zu sein als Routine war ein Hauch mehr Story und etwas Nervenkitzel. Alles andere wäre vorhanden gewesen, konnte sich aber unter mauer Regie und schlechtem Drehbuch  nicht entfalten. Auch wenn es sich anders liest, so hatte „Todestrauma“ aber immerhin keine Längen und ließ sich routiniert kurzweilig gucken, trotz (oder wegen?) seiner trockenen Erzählweise.

Blutig wird es übrigens nicht all zu oft. Gore-Fans werden also auch nicht all zu begeistert sein, könnten durch die Experimentier-Freude des Mörders aber dennoch mal einen Blick riskieren. Zu empfehlen sei der Film jenen Leuten, die sich an Spannungsarmut nicht stören, es mögen wenn Filme schön langsam erzählt sind und keinen Funken Humor aufkommen lassen (von besagter Schluss-Pointe einmal abgesehen).


Trailer,   OFDb

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