Freitag, 16. November 2012

SLUMBER PARTY MASSACRE 2 (1987 Deborah Brock)


Courtney träumt immer wieder von einem psychotischen Rockmusiker, der ihr nach dem Leben trachtet. Zusammen mit den Mädels aus der Musikgruppe in der sie spielt verreist sie für einige Tage. Plötzlich wird der Mann aus ihren Träumen Wirklichkeit...


Ein Plädoyer gegen Rockmusik...

Wenn man den 2. Teil der „Slumber Party Massacre“-Reihe gesichtet hat, der zudem der bisher einzige ist, der in Deutschland erschienen ist, dann weiß man, warum der Videokunde bisher nicht eine Veröffentlichung der anderen Folgen gefordert hat. Wieso sollte man von diesem Humbug mehr konsumieren? Was der Horrorfreund, der nur deutschsprachige Ware konsumiert, allerdings nicht weiß, ist dass Teil 1 für einen kleinen Schundhorror ein wirklich netter Genrebeitrag war und eine solche Fortsetzung nun wirklich nicht verdient hat.

Von einer echten Fortsetzung kann man ohnehin nicht sprechen. Der einzige Bezug ist eine Überlebende aus Teil 1 (und dabei noch nicht einmal eine der wichtigen Personen), die nach den üblen Erlebnissen, die ihr einst widerfahren sind (was nun mehr 5 Jahre her ist), nun eine Schraube locker hat. Dies jedoch nicht so extrem wie ihre Schwester, die sitzt aus gleichen Gründen in der Klapsmühle. Auch unsere Heldin aus Teil 2 ist auf dem besten Weg dorthin. Ständig träumt sie in alter „Nightmare On Elm Street“-Art von einem Mörder.

Dieser sieht aus wie ein Rockmusiker und hat überhaupt keinen Bezug zu dem Killer aus dem Vorgänger, zumindest in der deutschen Fassung, keine Ahnung wie es im Original ist. Der einzige leichte Zusammenhang ist die Bohrerwaffe, die unser Traumfreak-Mörder diesmal praktischer Weise an seine E-Gitarre befestigt hat. Damit wollte man besonders individuell wirken. Nun ja, ein kleiner individueller Tropfen in einem Meer untalentiertem Klau. Sie träumt vom besagten Killer und bildet sich immer wieder ein, dass ihre Träume wahr werden würden.

Ihre Freundinnen, mit denen sie sich auf der titelgebenden Schlummerparty befindet, finden ihr Verhalten etwas merkwürdig, kümmern sich aber herzallerliebst um sie. Irgendwann stoßen auch Männer mit zur Party, die der Heldin selbstverständlich ebenfalls nicht glauben. Nach einigen ominösen Ereignissen ist man sich trotzdem nicht mehr so sicher ob kein Mörder da ist, also wird die Polizei gerufen, damit sie, wenn der Mörder wirklich zuschlägt, auch ja nicht mehr erscheint.

Kurz gesagt: Wir haben hier jede Menge dummdämliche Teenager, die nur darauf warten getötet zu werden. Das klingt für den Fan des Genres Horrorfilm weder ungewöhnlich noch unangenehm, also was soll‘s!

In einem halbwegs tauglichem Film hätte ich nun erwartet, dass der schrille Traummörder Ablenkung wäre, damit der muskulöse Stelzbock, der scharf auf die Heldin ist, als der Sohn des Killers aus dem Erstling enttarnt wird und Rache übt. Aber nein, der Stelzbock ist ein Stelzbock des Stelzbockseinswegen (oder der Liebe, was auch immer) und gehört ebenso zu den potentiellen Opfern wie der Rest der Clique. Der wahre Mörder ist nämlich tatsächlich der Rocker aus den Träumen. Dort nervte er bereits. Ewig brabbelnd und doch nie einen coolen oder gar lustigen Spruch auf den Lippen und einfach nur wirkend wie ein lächerlicher Hampelmann, der nicht einmal einem Zwölfjährigen Angst machen würde.

Dieser ist nun aus den Träumen in unsere Welt gekommen oder was auch immer. Erklärt wird da nämlich überhaupt nichts, hat man halt alles hinzunehmen. Würde man vielleicht auch, wenn da nicht so ein Trottel inmitten von talentfreiem Vollschrottes relativ unblutig, aber ganz bestimmt uninteressant, nervige Teens morden würde. Die berühmte Bohrer durch den Körper-Szene aus Teil 1 wird hier endlos variiert, meist in Nahaufnahme. Das langweilt schnell. Zumal man Anfangs auch immer mit bloßen Visionen hingehalten wird.

Bei einem Film mit einer Lauflänge von etwa 75 Minuten ist es schon sehr dreist fast eine Stunde nur mit bösen Träumen hingehalten zu werden. Der Mörder, der durch seine Traumexistenz und seinem immer wiederkehrenden urplötzlichen Auftauchen aus dem Nichts, nun wirklich eine mystische Gestalt sein müsste, ist, wie das Ende zeigt, dann auch recht schlicht und menschlich zu töten, warum auch immer. Wenigstens hat die Horrorwelt nun wieder etwas Ruhe, zumindest hoffe ich, dass Teil 3 wieder mit einem anderen Killer arbeitet. Für mich ist dieser Gitarrenbohrermörder ganz klar der Jar Jar Binks der Horrorwelt, man konnte der nerven.

Freunden von Erotik in Horrorfilmen, die in Teil 1 da so einiges geboten bekommen haben, werden übrigens auch nichts ernten. Ist schon komisch! Die Fortsetzung eines halbbekannten B-Streifens zeichnet sich meist durch mehr Brutalität und mehr Freizügigkeit aus, nicht aber im „Slumber Party Massacre 2“. Hier gibt es nur einmal die nackte Oberweite einer Frau zu sehen, und die Bluteffekte waren in Teil 1 wesentlich besser ausgearbeitet.

Zum Thema Erotik wäre vielleicht noch zu sagen, dass Frauen hier vielleicht glücklich werden könnten. Ständig wird als sexueller Traum der jungen Heldin ihr Schwarm und zukünftiger Freund mit nackter Oberweite präsentiert.

Das augenzwinkernde Phallussymbol des Bohrers wird, was ja letztendlich zur Thematik passend wäre und auch in Teil 1 genutzt wurde, gar nicht mehr aufgegriffen. Die Schlummerparty gibt es nur noch des Titels und der Kaufkraft wegen, nicht aus psychologisch angehauchten Gründen wie im ersten, trashigen Teil. Auch in diesem Punkt haben die Verantwortlichen der Fortsetzung weder etwas begriffen, noch aus einer Änderung eine Verbesserung herausgeholt.

Das Talent zum Spannungsaufbau, in Szenen in denen nichts passiert, ist nicht vorhanden. Und wenn einmal etwas passiert, sieht sich der Regisseur nicht in der Lage wenigstens dies packend oder gar spannend umzusetzen.

„Slumber Party Massacre 2“ ist eine Gurke. Weder spannend noch spaßig, will witzig sein, ist es aber nicht. Im Prinzip erwartet dem Zuschauer bei der Fortsetzung das, was man noch bei Teil 1 vermutete. Dort wurde man aber noch mit einem fröhlichen, kurzweiligen Slasher überrascht. In Teil 2 geht es weder im Bett ordentlich zur Sache, noch im blutigen Sinne. Fast wünschte man sich, es hätte Freddy nie gegeben, bei all den erbärmlichen Sprücheklopfer-Horrorfreaks-Nachahmern. Man wagte es im hier besprochenem Film, das komplette Konzept von „Nightmare On Elm Street“ zu kopieren, mit dem Unterschied nichts im Ansatz zu erklären oder wenigstens mit brauchbaren Ausreden oder einer eigenen Mystik davon abzulenken. Vollschrott in Reinkultur quasi. Nun bin ich echt mal auf Teil 3 gespannt... 


Trailer,   OFDb

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