Donnerstag, 13. Dezember 2012

BASIC (2003 John McTiernan)


Obwohl es nicht üblich ist, wird Zivilist Tom Hardy zu einer Militäruntersuchung hinzugezogen. Bei einer Übung kehrte ein Militärausbilder nicht zurück, scheinbar ist er tot. Zwei Verhaftete Soldaten geben widersprüchliche Aussagen. Hardy, der als Ermittlungsprofi bekannt ist, soll Licht ins wirre Dunkel bringen. Doch es erweist sich als sehr schwer die Wahrheit von den Lügen zu trennen...


Verarscht bis zum Schluss...

Es dauert nicht lange, da ist die Neugierde des Zuschauers bereits geweckt, was es in der Geschichte von „Basic“ nun genau zu ermitteln gibt. Das gibt dem Film einen guten Spannungsbogen, ohne dass man jetzt von Spannung im eigentlichen Sinne reden würde. Der Film hat eine enorm dichte Atmosphäre, die mit Beginn an direkt einsetzt und bis zum Schluss auch gehalten wird.

Der Zuschauer wird mit immer neuen Erkenntnissen bei der Stange gehalten. Ständig wendet sich das Blatt, nichts ist wie es scheint, immer hat der Drehbuch-Autor eine neue Wendung parat. Hierbei verzettelt sich „Basic“ leider gegen Ende. Ähnlich wie in „Wild Things“ wollte man zu viel, und so wirken spätere Wendungen unrealistisch in Bezug auf vergangene Geschehnisse. Ich hatte auch keine Lust mich so intensiv mit dem Werk zu befassen, um herauszufinden ob im Wirrwarr dessen was erzählt wurde nun ein kompletter Sinn, ein konsequentes Einhalten einer logischen Linie, liegt oder ob sich die Logiklöcher von auf dem ersten Blick bestätigen.

Sollte allerdings alles Hand und Fuß haben stellt sich dennoch eine unangenehme Frage und zwar die warum die komplette Aktion so umständlich angegangen wurde. Da hätte es schon simplere Methoden gegeben um ans Ziel zu gelangen. Außerdem ist das Jobangebot höchst fraglich, hat doch die Person, der es unterbreitet wird, erst den letzten Schritt selbstständig getan und ansonsten höchstens ein zwei Denkanstöße parat gehabt, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Letztendlich nimmt das dem Werk aber nicht seine enorme Atmosphäre. Hier ist „Basic“ etwas vergleichbar mit „The Game“: Obwohl der Schluss sehr unglaubwürdig ist, macht es nicht das komplette Werk kaputt. „Basic“ hätte ganz oben in der Liga der rundum gelungenen Filme mitspielen können, hätte sich der Drehbuch-Autor nicht derart übernommen. Es nutzt einfach nichts während des Schreibens auf neue Wendungen zu kommen, man braucht zuvor eine klare Linie, um dann Alternativen drum herum zu spannen. Auf dem ersten Blick glaube ich nicht, dass dies hier gemacht wurde.

Die Besetzung ist auf hohem Niveau. Travolta spielt das was er gut spielen kann. Jackson hat etwas zu wenig Screentime und die unbekannteren Darsteller wissen alle zu überzeugen. So etwas sieht man doch gerne. Hinzu kommt dass das Buch, das an eben erwähnter Stelle so schwächelt, im Bereich der Dialoge zu punkten weiß. Hier gibt es wenig Action, deswegen ist der Dialogbereich so enorm wichtig. Nur gute Charaktere mit interessanten Gesprächen und Empfindungen können ein solches Werk auf Spielfilmlänge wachsen lassen.

Nur dann braucht man auch nicht vom Strecken eines Filmes zu sprechen. Denn „Basic“ will schließlich kein Actionfilm sein, er legt bewusst den Schwerpunkt auf die Dialoge. Wahrscheinlich wird er auch deswegen nur all zu gern negativ bewertet. Das Thema und der berühmte Cast hätten immerhin auf Action schließen lassen können.


Trailer,   OFDb

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