Samstag, 6. April 2013

MEGA MONSTER MOVIE (Stan Helsing 2009 Bo Zenga)


Eigentlich soll der egomanische Loser Stan nur ein paar Videos bei einem Verwandten seines Chefs abliefern, aber der Trip zur Erfüllung dieser Aufgabe wird zur reinen Horror-Tour, da er gemeinsam mit seinen Freunden immer wieder von diversen Monstern und Erscheinungen terrorisiert wird. Diese wissen, dass Stan Helsing ein Nachfahre des berühmten Monsterjägers Van Helsing ist. Stan weiß dies jedoch nicht...


Horror(fan)-Verarsche...

Die berühmtesten Vertreter des modernen aber doch mittlerweile klassischen Horrorbereichs leben alle von einer gewissen Mystik. Das fremde Reich eines Pinhead, bei dessen Strafen Schmerz und Lust bizarr verschmelzen, die dunkle Aura eines Michael Myers, der irgendeinem stillen Signal folgt und von dem keiner weiß warum er ist was er ist, der in Traumwelten so mächtige Freddy Krueger, der seine Opfer spielerisch ängstigt, bevor er sie dort tötet, wo sie am hilflosesten sind, und der eher stumpfe, dumme Jason, der durch seine gewaltige Erscheinung bereits bedrohlich wirkt und auf rätselhafte Art nicht totzukriegen ist. Lediglich Chucky mag in diese Aufzählung nicht wirklich hineingehören. Selbst zu Zeiten ernsterer Horrorbeiträge mit der Mörderpuppe konnte man nicht wirklich von einer vorhandenen Mystik sprechen.

Aber Chucky ist in „Mega Monster Movie“ ohnehin nur des Bekanntheitsgrades wegen mit dabei, und dass er etwas aus der Reihe tanzen mag inmitten dieser Aufzählung, und er dennoch Seite an Seite mit eben erwähnten Horrorfiguren kämpfen darf, hat einen bestimmten Grund: Die Macher dieses Filmes interessierten sich überhaupt nicht für die Mystik besagter Figuren. Ihnen geht es lediglich um deren Prominenz. Und das ist schon schade, werden sie zwar nie Zentrum des Films, so wie es einem das deutsche Cover weiß machen will, aber sie nehmen dennoch über das komplette Werk verteilt einen Schwerpunkt ein.

Den „parodierten" Figuren ergeht es damit ähnlich wie dem kompletten Genre, denn so wirklich verarscht wird das Genre Horrorfilm nicht. Hier will man nur einen stumpfen Gag an den nächsten reihen und interessiert sich dabei gar nicht für den Aufbau, die Regeln und alles andere eines Horrorfilms. Zu Pinhead fiel den Verantwortlichen lediglich ein, ihm Dartpfeile anstatt Nadeln in den Kopf zu pieksen (was trauriger Weise noch zu den lustigsten Ideen des Streifens zählt). Ein Michael Myers darf ähnlich dem Ghostface in „Scary Movie" seine Maskenmimik verändern, und für ähnliche Banalitäten wird auch die restliche Prominenz aus dem unheimlichen cineastischen Bereich geplündert.

Der deutsche Titel verrät schon, warum man sich diesbezüglich nicht mehr Mühe gab, er wird als einer dieser berühmten Movie-Movies verkauft. Da gab es mal die wirksameren Teile 1 und 3 der „Scary Movie“-Reihe, die halbwegs amüsanten Teile 2 und 4, sowie „Fantastic Movie“ und „Superhero Movie“, aber auch die unerträglichen „Date Movie“ und „Disaster Movie“. Selbst die besseren Beiträge dieser Art Film funktionierten nur auf ganz plumpen und anspruchslosem Niveau. Dementsprechend kann man sich vorstellen wie extrem sich schon ein solches Werk mit nur mittelmäßiger Wirkung guckte. Doch „Mega Monster Movie“, obwohl zu den schlechten Beiträgen gehörend, guckt sich wesentlich erträglicher als der restliche Bodensatz.

Der Grund dafür liegt jedoch nicht darin, dass „Mega Monster Movie“ nur im deutschen Titel ein Film dieser Fast-Reihe ist. Denn Mitverantwortliche dieses Werkes hatten auch ihre Finger in dem ein oder anderen oben genannten Film mit drin. Der Unterschied liegt darin, dass man sich diesmal an so etwas wie einem roten Faden versuchte und nicht Gag an Gag an Gag reihte. Ersteres funktioniert nicht wirklich, da die Geschichte immer noch der Sprung von einer Art Sketch zum nächsten ist, letzteres ist jedoch ein Segen für einen schlechten Film wie diesen, guckt er sich doch wesentlich erträglicher. Endlich kann man sich zwischen den grenzdebilen Witzchen ausruhen, gegen welche jene der „Police Academy“-Reihe hochgradig anspruchsvoll und einfallsreich wirken.

Zwar haben wir für ein Werk dieser Art recht anständige Mimen am Start und eine Inszenierung, welche Zoten und Ideenarmut einige Zeit verzeihen lässt, aber „Mega Monster Movie“ möchte auch mit diesen Pluspunkten einfach nicht dauerhaft wirken. Wenn erst einmal klar wird, dass sich die Geschichte nirgendwo hinbewegt (dem letzten Gehirnamputierten allerspätestens auffallend in der Art der Vernichtung der Kreaturen), wird auch die zunächst angenehme Routine zu banal, fällt einem doch immer mehr auf, dass die kreativen Geister hinter diesem Werk keinerlei Ahnung hatten, was sie mit der angewendeten Thematik anzufangen wüssten.

Und wenn man dann noch beobachten darf welch verkrampfte Witzchen eingefangen werden, ohne zwischenzeitlich mal einen wirklich wirksamen zu präsentieren, dann fragt man sich schon zurecht warum ein solches Werk im Gegensatz zu so vielen gescheiterten Filmprojekten, die Ziellinie durchschreiten durfte und schlussendlich fertiggestellt und bis ins Ausland vertrieben wurde.

Der im Original-Titel wesentlich sinnigere „Stan Helsing“ ist schon keine Magerkost mehr, er ist eine Art Verzweiflungstat der Verantwortlichen. Was sind sie bemüht ihr Werk trotz fehlenden Humors auf witzig zu trimmen, was strampeln sie sich dafür einen ab. Aber aus einer ausgetrockneten Orange lässt sich nun mal kein Glas Saft gewinnen. Und wenn man dann noch, wie im Falle von „Mega Monster Movie“ zu einer Zitrone greift um etwas Süßliches gewinnen zu wollen, dann kann man nur endgültig scheitern.

Wie kann man nur ausgerechnet so eine Gurke wie „Van Helsing“ parodieren wollen, ein Film der 5 Jahre zuvor gedreht wurde, sich ebenfalls auf berühmte Horrorfiguren stürzte ohne deren Mystik verstanden zu haben, weswegen man sich zur Rettung des Ergebnisses eher an den Fantasy- als an den Horrorbereich klammerte und nebenbei sein Werk in Computereffekten ertränkte. Der Witz: „Van Helsing“ wurde ein kleiner Erfolg, wer will es da den Verantwortlichen von „Stan Helsing“ verübeln, es mal auf ähnlichem Niveau im Komödienbereich versucht zu haben? Vielleicht findet er zumindest beim anspruchslosen Zielpublikum des Originals ein wenig Anerkennung. Ob ich ihm das wirklich wünsche weiß ich jedoch nicht.

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