Samstag, 14. September 2013

BLOODSUCKERS (2005 Matthew Hastings)


Die Zukunft: seit der Mensch bis ins Weltall vorgestoßen ist, ist er auf unzählige Vampirgattungen gestoßen, die unserer Spezies nicht freundlich gesonnen sind. Als eine Weltraum-Crew den Tod ihres Captains rächen möchte, laufen sie geradewegs in eine Falle unerwarteter Feindverbündung...


Vampire sind Aliens...

Blutsauger aus dem All sind im Horrorgenre keine neue Idee. So gab es in den 60er Jahren den japanischen Film „Goké - Vampir aus dem Weltall“, Charles Band ließ Ende der 90er Jahre den „Angriff der Weltraumvampire“ auf die Menschheit los, und Energie anstatt Blut saugend ließen Tobe Hooper mit „Lifeforce“ und Jim Wynorski mit „Der Vampir aus dem All“ zumindest sinngemäß vergleichbare Wesen auf der Erde landen. Die Erde ist genau das was diese Filme gemein haben. Autor und Regisseur Matthew Hastings schwebte es nun vor, die meist lächerlich ausgefallene Idee im Weltraum spielen zu lassen. Er versetzt die Handlung in die Zukunft und rückt das Genre Science Fiction in den Vordergrund, während er das Genre Horror in der zweiten Reihe parkt.

So einige werden nichts mit dem billig produzierten Streifen anfangen können, aber mir hat er gefallen, der billig naive aber charmante Film, der schlicht erzählt ist und doch immer interessante Storywendungen bietet. „Bloodsuckers“ schaut sich wie ein Pilotfilm, und da die etwas oberflächlich ausgefallenen Charaktere zu gefallen wissen, hätte er das meiner Meinung nach auch ruhig sein können. Eine Serie zum hier gesichteten Szenario fänd ich eine interessante Idee, schaut sich der Film vom Stil her doch ein wenig wie die humorlose und anarchiefreie Variante der geglückten Science Fiction-Serie „Lexx“.

Ja, richtig gelesen: „Bloodsuckers“ ist ernst gemeint, wirkt trotz Vampirgattungen mit Namen wie die Vorheeses und die Leatherfaces (nein, dies ist kein Amateurfilm) nicht einmal augenzwinkernd erzählt oder gar ironisch angehaucht. Und trotzdem (oder deshalb?) weiß die simple, fast plumpe Umsetzung zu gefallen. Die Chemie stimmt einfach. So wie bei „Alien vs. Zombies“ weiß man manchmal nicht wirklich warum, aber „Bloodsuckers“ wird einfach nicht zum Langeweiler. Im Gegenteil, ich fand die Geschehnisse Richtung Ende immer interessanter.

Dass Matthew Hastings ausgerechnet mit einer ernsten Umsetzung trumpft, darf schon verwundern. Immerhin war er für den wundervollen ersten „Todes-Date“ verantwortlich, der nur bei einem Ausnahmepublikum Anklang fand, und drehte er doch die ein oder andere Folge der charmant witzigen Serie „EUReKA“. Aber wie man sieht kann er auch anders. Der Frage warum es im Weltall so viele Vampirgattungen gibt, wird gar nicht erst nachgegangen. Wir bekommen die Zukunft mit ihren Gesetzmäßigkeiten vorgesetzt, und dürfen nun erleben wie eine Weltraum-Crew von einem Erlebnis zum nächsten gehetzt wird.

Die Geschichte selbst wirkt dabei niemals gehetzt, obwohl so allerhand passiert. Dialogszenen wechseln sich mit Actionszenen wunderbar ab, und ab und an gibt es auch manch herrlichen Gore-Effekt zu sichten. Schauspielern kann nicht jeder, das merkt man ganz besonders im Originalton, aber das stört nicht weiter, will „Bloodsuckers“ doch ohnehin nur trivial unterhalten und versucht gar nicht erst einen auf große Space-Opera zu machen. Bescheidenheit ist eine Tugend. Und es tut gut trotz Kostengünstigkeit überzeugende Spezialeffekte zu sichten, zumindest wenn man auch mit schlichtem Ergebnis zurecht kommt. So katastrophal wie die Effekte aus „Lexx“ ist „Vampire Wars - Battle Of The Universe“ (Alternativtitel) zumindest nicht ausgefallen.

Dass zudem noch Michael Ironside in einer kleineren Rolle vorbei schaut, gibt dem Streifen einen weiteren charmanten Pluspunkt. Und dass die Geschichte, so einfach sie auch gestrickt sein mag, neben überraschender Wendungen auch noch clevere Seitenhiebe auf Amerikas Kultur und Vergangenheit zu bieten hat und gekonnt mit Klischees spielt, macht den unbekannten Streifen endgültig zu einem kleinen Hingucker für ein Ausnahmepublikum, das nicht nur in den großen Kino-Hits daheim ist. „Bloodsuckers“ ist ein kleines Liebhaberstück ohne genügend Potential zu besitzen zum Geheim-Tipp, Kult oder gar Lieblingsfilm zu werden. Es war einfach schön, dass er mir in meiner Cineasten-Laufbahn begegnet ist. Und wer weiß: vielleicht gibt es in 10 - 20 Jahren ja mal ein Wiedersehen.


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