LEXX - THE DARK ZONE - REBELLEN DER GALAXIS (Lexx: The Dark Zone - I Worship His Shadow 1997 Paul Donovan)


Sein Schatten herrscht gnadenlos seit tausenden von Jahren über die 20.000 Planeten der Zone des Lichts. Mit seiner neuen Waffe, dem ganze Planeten zerstörenden Raumschiffes Lexx, will er auch die letzten Winkel der Galaxis erobern. Geschulte Rebellen wollen dies verhindern, aber ihnen kommt der trottelig Erzverräter Stanley Tweedle in die Quere, ein Wachmann vierter Klasse, der sich gerade zur Entkörperung melden muss. Durch ungeahnte Umstände gerät er in den Besitz des Schlüssels der Lexx. Gemeinsam mit Zev, die halb menschlicher Sexsklave und halb Klusterechse ist, einem in sie verliebten Roboterkopf, der versehentlich ihre willenlos machende Sexsklavendroge abbekommen hat und dem wandelnden toten Krieger Kai fliegen sie auf der Flucht vor seinem Schatten mit der Lexx in die Dark Zone, jenem Teil der Galaxis, in dem einzig Chaos, Anarchie und Abschaum herrschen soll...


Liebellchen...

"Rebellen der Galaxis" ist der erste von vier zusammenhängenden Spielfilmen der Reihe "Lexx - The Dark Zone", die einst als TV-Mini-Serie geplant waren. Mittlerweile in Staffel 1 umbenannt, umfasst die Komplettreihe vier Staffeln, danach war Schluss. Wirklich beliebt war das ungewöhnliche Produkt nie, das Seifenopern wie "Andromeda", "Stargate", "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" und Co wahre Science Fiction entgegensetzte, dabei aber nur ein kleines, eingeschworenes Publikum ansprach. Verwundern braucht dies nicht. Die Spezialeffekte aus dem Computer sind ziemlich übel ausgefallen, immer wieder treten Leerläufe auf, Klamauk schwingt stets mit, ebenso wie sexuelle Themen, und die Synchronisation ist ein Wackelkandidat für sich.

Während Stanley, Kai und Zev recht geglückte Stimmen erhalten haben, nervt die Synchronisation des Roboterkopfes und mancher Nebenfigur, insbesondere jene von Gigerota, ungemein. Als Co-Produktion zwischen Kanada, Deutschland und England entstanden, erlaubte man sich den Gag dem Rauschiff Lexx in der englischen Sprachfassung eine männliche Stimme zu geben und in der deutschen eine weibliche. In diesem Falle haben wir das bessere Los gezogen, weiß die Verweiblichung des im Zentrum stehenden Raumschiffes doch für einigen Humor zu sorgen, eben weil immer wieder ein guter Teil der kommenden Geschichten von der Verzweiflung nicht vorhandener Sexpartner handeln wird. Dementsprechend ist es eine schwierige Entscheidung in welcher Sprache man sich "Lexx" ansehen sollte.

Für Freunde andersartiger Unterhaltung sei die Serie einen Blick wert, geht man doch einfallsreich darin vor ganz offensichtlich zunächst Klischees aus "Krieg der Sterne" und Co zu persiflieren und variieren, bevor schneller als gedacht ein individuelles Universum absurder Ideen das Geschehen beherrscht. Gerade der Pilotfilm zeigt dies schon deutlich, beginnend in der ungewöhnlichen Personenkonstellation, von der man im Nichtwissen des Inhalts zunächst kaum wissen kann wer nun für die Serie tatsächlich wichtig wird und wer nicht. Relativ wirr erzählt kommt man als unfreiwillige Crew über Umwege zueinander. Manch einem, der nur leicht unterhalten werden will, mag irgendwann der Überblick im chaotisch scheinenden Plot verloren gehen. Manch anderer könnte die Lust aufgrund kurzfristig auftretender Monotonie vergehen, wenn beispielsweise bei dem kleinen Insekt, welches des Rebellenanführer befreien soll, bei etlichen Fehlversuchen die Hintergrundmusik und das Gebrabbel des Flugroboters zu viel Wiederholung besitzt.

"Lexx - The Dark Zone" ist also nicht frei von Fehlern. Erkennt man aber seine wundervolle Andersartigkeit und kann man mit dem anarchistisch gearteten, völlig anderem Umgang mit Science Fiction, der jedoch weit mehr mit dem Genre zu tun hat als damals zeitgleich entstandene Science Fiction-Serien, etwas anfangen, steht einem ein kreativer Mix aus Nonsens und durchdachtem Welt- und Weitblick bevor, der manche Schwachstelle gern verzeihen lässt. Erkennt man erst einmal die Mentalität der Serie und das was sie eigentlich sein will, stören auch die schlechten Spezialeffekte nicht mehr, da sie zu einem Stilmittel der alternativen Unterhaltung werden und sich ganz bewusst gegen das Effektgewitter vom Mainstream abheben. Der große Wurf ist den Schöpfern dieser einfallsreichen Serie nicht geglückt, aber ein unterhaltsamer Ausflug in eine humorvoll andere Welt ist den Autoren durchaus gelungen, und gerade der Pilotfilm macht das meiner Meinung nach bereits deutlich.

OFDb

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