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Montag, 1. September 2014

POSSESSION (The Possession 2012 Ole Bornedal)


Ein auf dem Flohmarkt erstandenes Holzkästchen hat einen merkwürdigen Einfluss auf die jüngste Tochter eines frisch geschiedenen Vaters. Nachforschungen ergeben, dass ein böser Geist in der besagten Kiste aufbewahrt wurde...


Böse Kinder bekommen Po-Session...

Es klingt nicht wirklich aufregend, aber es ist streng genommen mal etwas anderes von einem jüdischen Exorzismus zu erzählen, wo doch sonst immer christlicher Einfluss Einzug in dieses Thema hält. Viel anders als bei der Konkurrenz-Religion findet der Exorzismus jedoch nicht statt, lediglich die Gestalt, die ihn leitet, sieht durch seine Rabbie-Junior-Herkunft ungewohnt aus, und ein solcher Unterschied macht den Kohl nicht wirklich fett. Glücklicher Weise versteht es Regisseur Ole Bornedal („Nightwatch - Nachtwache") den altbekannten Plot routiniert gekonnt umzusetzen, so dass man mit „Possession“ doch noch einen sympathischen Film erlebt, was nach meinen kürzlichen Enttäuschungen mit „The Pact“ und „The Conjuring“ im Gruselbereich dringend Not tat, auch wenn „Possession“ nicht so unheimlich ausgefallen ist wie er sein könnte.

Aber dass er mit seiner späteren Exorzismus-Geschichte überhaupt versucht gleichzeitig auch den Spuk-Bereich abzugrasen und die Horror-Gattung um böse Kinder, spricht schon für „Possession“. Hier weiß der Sub-Genre-Cocktail zu wirken, auch wenn mir die konsequente Weiterverfolgung des Spukgedankens mehr zugesagt hätte als die Geisteraustreibung mit der sich das letzte Drittel beschäftigt und dabei sehr versöhnlich und überraschungsarm vorgeht.

An anderer Stelle darf man jedoch sehr wohl überrascht werden. So gibt es einige unangenehme Szenen, die einen sicherlich nicht kalt lassen werden, und auch die umgedrehte Ausgangslage klassischer Spuk-Geschichten, die meist mit dem Einzug einer glücklichen Familie in ein neues Haus beginnt, weiß zu gefallen. Die Eltern leben in Scheidung, kommen halbwegs miteinander zurecht, bekämpfen sich aber dennoch mit Kleinigkeiten, und dieser Mangel an Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl ist nicht gerade unterstützend für die Tochter, die dringend Hilfe benötigt, und von der die Frau im Laufe der Geschichte glaubt, sie sei von ihrem Papa, dem Ex-Mann, körperlich gezüchtigt worden, da dieser mit der Scheidungssituation nicht klar käme.

Das bietet einiges an Spielraum um die Figuren in für die jeweils aktuelle Situation ungünstige Positionen zu setzen, um den Zuschauer etwas verzweifelt zurück zu lassen. Gebunden ist man an der Figur des Ex-Mannes, der einem sehr sympathisch ist, was an seiner Alltags-Wirkung liegt, die den Schauspieler Jeffrey Dean Morgan bereits in „Zufällig verheiratet“ punkten ließ. Leider versteht er viel zu schnell was Sache ist, und leider wird auch der Frau Mama zum für ihren Ex-Mann günstigsten Zeitpunkt klar, was mit ihrer Tochter los ist. Etwas verzwickter hätte die Situation da gegen Ende ruhig bleiben können, zumal der Autor zuvor gerade diesen Bereich ganz gut beherrschte.

Es ist etwas schade, dass das Postermotiv des Streifens eine der besten Szenen bereits verrät. Aber auch mit Kenntnis dieser sprechen wir noch immer von einer herrlich unangenehmen Szene, eine von vielen in welcher der Jungstar Natasha Calis beweisen konnte, was in ihr steckt. Diese Nachwuchs-Schauspielerin sollte man im Auge behalten. Ohnehin ist „Possession“ gut besetzt, und dies zusammen mit einer gekonnten Regie macht aus einer routinierten Geschichte einen angenehm routinierten Horrorbeitrag für zwischendurch, der zarten Gemütern sicherlich das Gruseln lehren wird.

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