Schlombies Filmbesprechungen auf Facebook:

Sonntag, 14. Dezember 2014

SO EIN MILLIONÄR HAT'S SCHWER (1958 Géza von Cziffra)


Eine Frau verliebt sich in den armen Schlucker Eddie, der in Wirklichkeit der Millionär Peter Collins ist. Da er erst kürzlich aufgrund seines Vermögens fast die Falsche geheiratet hätte, lässt er die Holde zunächst noch im Glauben er habe kein Geld. Das sorgt freilich für allerlei Verwirrungen, aber zum Glück steht dem frechen Peter sein nicht minder frecher Butler Alfons immer hilfreich zur Seite...


Tun Sie‘s nicht...

Wie könnte ich eine Komödie nicht mögen, in welcher Peter Alexander und Heinz Erhardt vereint auftreten? Ein solcher Film ist ein Muss für Freunde nostalgisch deutscher und leichter Unterhaltung, und da stört es den Bewunderer dieser Stars von einst auch nur bedingt, dass „So ein Millionär hat‘s schwer“ nicht so gut ausgefallen ist, wie er es mit den beiden prominenten Zugpferden an Bord hätte werden können.

Nachdem ein Off-Kommentator mit schlechten Wortspielen eine Art Werbetext für ein französisches Urlaubsgebiet losgelassen hat, beginnt auch endlich einmal die Geschichte, mit welcher der Film besser direkt begonnen hätte. Oder auch nicht? Für unfreiwillig komische Lacher war der Beginn zumindest schon einmal sehr unterhaltsam. Und auch Alexanders oftmals peinliches Herumgehampel, während seiner meist uninteressanten und in die Geschichte nicht integrierten Lieder, wird im Laufe der Komödie noch so manches Mal den Zuschauer auf eine Art zum Schmunzeln bringen, die so sicherlich nicht gedacht war. Aber das degradiert den Streifen noch nicht zu reinem Trash wie beispielsweise „Hurra, die Schule brennt“.

„So ein Millionär hat‘s schwer“ weiß auch aufgrund seiner Stärken zu gefallen, und das sind u.a. die Sympathie der Stars, ihre lockerflockige Spielfreude und der augenzwinkernde Grundgedanke, dass ein Tunichtgut daran glaubt als Millionär keine Chance gehabt zu haben so etwas wie Arbeit zu erfahren. Ein solches Beispiel zeigt wie verspielt man einen an sich trivialen Stoff mit einem etwas anderen Blick auf die Dinge bereichern kann. Der freche Umgang der beiden Stars mit ihren meist dekadenten Mitmenschen bietet genug Grundlage hierfür. Wieviel Einfluss Alexander und Erhardt auf ihre Texte hatten, ist mir nicht bekannt. Aber Erhardt klingt in seiner Art Humor zumindest so stark nach Erhardt, dass ein Grad Mitspracherecht oder gar Improvisation eigentlich mit an Bord gewesen sein muss.

Auch ein Blick auf das Drehbuch stützt eine solche Vermutung, ist der Stoff doch eigentlich arg plump zusammengezimmert und löst die Geschichte doch die aufgebauschten Probleme viel zu schlicht auf. Nicht einmal der Bösewicht des Streifens wird gelungen abserviert. Auch der Prozess wie Peter Collins und seine Angebetete zusammen kommen ist überstürzt erzählt und dabei keinesfalls so hinreißend ausgefallen wie es beispielsweise im ebenfalls leichtfüßig erzählten „Hilfe, meine Braut klaut“ der Fall war.

Es ist wie gesagt das Glück des Filmes, dass er seine beiden Stars besitzt, die immer genug zu retten wissen, um „So ein Millionär hat‘s schwer“ kurz vor dem Kentern zu retten. Dementsprechend leisten die beiden Promis jedoch nur Reperaturdienste, anstatt eine sympathische Grundlage zum glänzen bringen zu können. Schade, aber immerhin schaffen sie es, dass man auf die hier besprochene Komödie erfreut zurückblickt, auch wenn sie so manches Mal, hauptsächlich während der unangenehmen Musikmomente, genervt hat. Einzig das Duett „Tun sie‘s nicht“, in welchem Heinz Erhardt und Peter Alexander gemeinsam singen, hebt sich von den anderen melodischen Momenten erfreulich ab, was aber nicht nur an der Lustigkeit des vorgetragenen Songs liegt, sondern auch daran, dass dieser nicht nur billig heruntergeträllert wurde, sondern auch Situationskomik beinhaltet und zudem in den Handlungsverlauf integriert wurde.

Der geht gegen Ende gar mutige Wege, wenn die Geschichte freiwillig alberner wird als zuvor. Warum plötzlich von einem Gefängnisaufenthalt der sehr anderen Art erzählt wird, werden nur die Beteiligten des Filmes wissen, denn nötig und sinnvoll ist es für die Geschichte nicht - witzig aber allemale. Die Leichtigkeit, die der Streifen mit diesem Nonsens gewinnt, tut ihm sichtlich gut und sorgt dafür, dass kurz vor Schluss bei der ansonsten vorhersehbaren Geschichte nicht die Luft ausgeht. Somit schafft es der etwas wackelige „So ein Millionär hat‘s schwer“ bis zum Schluss unterhaltsam über die Ziellinie.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen