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Montag, 2. November 2015

INVASION DER ZOMBIES (Non si deve profanare il sonno dei morti 1974 Jorge Grau)


Der Kunsthändler George und eine junge Frau namens Edna geraten in die Ermittlungen der Polizei als die drogenabhängige Schwester Ednas unter Mordverdacht steht ihren Lebenspartner umgebracht zu haben. Sie behauptet steif und fest ein sich merkwürdig benehmender Mann habe ihren Mann getötet. Kurz zuvor wurde Edna selbst von besagtem Mann attackiert, deshalb glaubt sie ihrer Schwester auch sofort. Die Polizei hingegen glaubt den beiden Frauen kein Wort, denn der beschriebene Mann ist vor einer Woche verstorben. Doch die Attacken kürzlich Verstorbener mehren sich in dieser Gegend immer mehr, und während George und Edna sich immer wieder gegen Angriffe von Zombies verteidigen müssen, keimt im ermittelnden Kommissar der Verdacht auf, dass er es hier mit Leichen-schändenden Satanisten zu tun haben dürfte...


Ein Mörder, ein Ungeheuer, eine Bestie...

Alle paar Jahre schnappe ich mir „Invasion der Zombies“ und schaue ihn mir an, diesen völlig aus der Reihe tanzenden italienischen und spanischen Zombiefilm, der sich so gar nicht wie die anderen Vertreter Italiens guckt. Ein Blick auf das Erscheinungsjahr verrät uns auch gleich warum: Jorge Graus Film erschien nach „Nacht der lebenden Toten“, aber bereits vor Romeros „Zombie“, der das italienische Kino überhaupt erst beflügeln sollte Zombiefilme im Fließbandverfahren herunter zu drehen.

Dementsprechend zahm ist „Das Leichenhaus der lebenden Toten“ (Alternativtitel) im Vergleich ausgefallen, der, wenn man sich am Plakat gerade eben genannten Alternativtitels orientiert, fast schon wie eine Horror-Komödie vermarktet wurde, jedoch ein ernster und ernstzunehmender Beitrag des Horror-Genres ist, wahrscheinlich sogar der ernstzunehmendste aus Italien schlechthin, versucht er doch aufgrund seines frühen Erscheinungsjahres die Thematik der lebenden Toten noch auf gruselige Art anzugehen, mit schaurigen Atemgeräuschen der Wiedererweckten, nebeligen Landschaften und Szenen in unheimlicher Umgebung.

Hierfür greift er bereits nicht mehr auf die Voodoo-Thematik zurück, sondern auf die von Romero kreierten Untoten aus „Die Nacht der lebenden Toten“, von dem zwei Passagen zwar sehr deutlich übernommen wurden (die erste Zombieattacke und eine Szene in welcher sich die Protagonisten in einem Haus verbarrikadieren), ansonsten ist „Invasion der Zombies“ erstaunlich eigenständig ausgefallen, sich um das Miteinander der Figuren kümmernd ohne tiefgehende Charaktere zu formen und der Entstehungszeit geschuldet sich an einer Umweltthematik orientierend mit einem Öko-Helden im Mittelpunkt.

Der wird keinesfalls freundlich gezeichnet, ebenso wie die meisten anderen Figuren des Streifens überragt weder eine gute noch eine böse Seite des Charakters. Lediglich der Gegenspieler der beiden Hauptfiguren, ein alter Cop mit der Mentalität eines „Dirty Harry“, wird deutlich fragwürdig dargestellt, was auch so sein muss damit der Film enden darf wie er endet.

Dass die Öko-Warnung des Streifens eher ein Lächeln hervorbringt als ein Nachdenken dürfte klar sein, die damit einhergehende Erklärung warum die Toten auferstehen kann sich jedoch sehen lassen und sorgt innerhalb der Erzählung nebenbei für eine zweite gute Idee, wenn Neugeborene in einem Hospital urplötzlich aggressives Verhalten an den Tag legen. Tierhorror-Elemente werden leider vermieden, obwohl der Auslöser der Zombieepidemie auch hierfür bestens geeignet gewesen wäre, aber das hätte den fertigen Film auch sicherlich überfrachtet, der bereits im Hauptbereich nicht viele lebende Tote benötigt um für Unbehagen zu sorgen.

„Invasion der Zombies“ fängt ruhig an, wird niemals reißerisch oder peinlich, sondern dreht die Spannungsschraube in langsamen Schritten immer höher, was aufgrund der italienischen Mentalität angeblicher Engländer nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist, aber Grau schafft es eine interessante und gruselige Geschichte zu erzählen, da er sich unbeirrt auf die Erzählung konzentriert und dabei aufpasst, dass diese möglichst glaubwürdig inmitten ihrer phantastischen Idee bleibt. Hin und wieder gibt es ein paar Ekelszenen zu sichten. Nötig wäre dies nicht gewesen, der Streifen dürfte in einer gekürzten Fassung sicherlich genauso gut funktionieren wie in der ungekürzten.


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