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Sonntag, 20. Dezember 2015

CANNIBAL TERROR (Terror canibal 1981 Julio Perez Tabernero)


Kindesentführer flüchten auf eine Insel auf der Kannibalen hausen. Die Eltern reisen hinterher...


Ein Laubwald wird zum Urwald...

Das Sub-Genre des Kannibalenfilms, das seine Hochzeit in den 70er und 80er Jahren in Italien hatte, ist ein sehr umstrittener Filmbereich, der oft nicht auf Gegenliebe stößt. Meist wird die immergleiche Geschichte reißerisch erzählt, gruselig wird es nie, dafür wird der dünne Plot mit harten Ekelszenen aufgepeppt. Darüber kann man denken wie man will, aber spätestens bei „Cannibal Terror“ dürften sich Kritiker und Liebhaber dieser Filmgattung einig sein. Taberneros Werk ist der hinterletzte Schrott, billig hingerotzt, geradezu lustlos inszeniert, einzig darauf erpischt von der Erfolgswelle auch etwas Geld abzugreifen.

Die Einleitung macht schnell deutlich was man zu erwarten hat: Darsteller die selbst das billige Spiel anderer Produktionen extremst unterbieten, eine deutsche Synchronisation wie man sie sonst im Pornobereich vorfindet, ein idiotischster Storyablauf in dilettantischer Umsetzung, „Terror canibal“ (Originaltitel) besitzt keinerlei Ambitionen etwas Unterhaltsames abzuliefern. Und das ändert sich auch nicht wenn die Pappnasen von Pseudo-Figuren endlich einmal das benachbarte Waldgebiet erreichen, welches den fernen Dschungel darstellen soll. Da wird im Hintergrund ein wenig Trommelmusik und Tropengeräusche eingebaut und fertig ist die Illusion inmitten von Laubbäumen, die sich in den viel zu zivilisiert aussehenden Kannibalen ebenso wiederspiegelt.

Billigste Bluteffekte können diesmal auch den hartnäckigsten Gorefreund nicht aus der Reserve locken, und zwischen dieser harten Momente ist ewiges Zeit schinden angesagt, freilich ohne dass man sich für irgend etwas Gezeigtes interessiert. Ich habe selten solch einen langweiligen Dünnschiss gesehen. Gerade der italienische Kannibalenfilm bot immer, egal wie gut oder schlecht ein Werk ausgefallen ist, eine gewisse Grundatmosphäre aufgrund der exotischen Kulisse. Diese spanisch/französische Co-Produktion besitzt nicht einmal dieses kurzfristig rettende Element.

Es gibt nichts was es nicht gibt, aber dass irgendwer Gefallen an „Cannibal Terror“ finden könnte, halte ich für absolut unwahrscheinlich, zumal er sich nicht einmal als unfreiwillig komischer Trash anbietet, egal wieviel Alkohol man zu Hause vorrätig hat. Zumindest liest sich der Werbezug von Laser Paradise im nachhinein unglaublich lustig. Dort heißt es der Streifen sei der weltweit meistgesuchte Kannibalenfilm. Wahrscheinlich weil ihn seinerzeit jeder in die Mülltonne geworfen hat. Das empfehle ich jeglichem Besitzer dieses Filmes übrigens auch.


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