Schlombies Filmbesprechungen auf Facebook:

Donnerstag, 24. Dezember 2015

STARBUCK (2011 Ken Scott)


Der hoch verschuldete David Wozniak bekam von seiner schwangeren Freundin gerade zu verstehen dass er ihr zu verantwortungslos ist um das gemeinsame Kind mit großzuziehen, da beschließt er endlich sein Leben in den Griff zu bekommen. Dies erweist sich jedoch als deutlich schwieriger als erwartet, denn kurz nach diesem Beschluss erfährt der ehemalige Samenspender, dass er Vater von über 500 Kindern ist und ein Teil von denen eine Sammelklage eingereicht hat, um die Anonymität des Spenders aufzuheben. David beginnt sich unerkannt mit einigen seiner mittlerweile erwachsenen Kinder zu treffen, findet Gefallen an der Rolle des fremden Helfers und weiß nicht ob er sich zu erkennen geben soll oder nicht...


Mein Vater, ein Becher voller Sperma...

Wer Gefallen an „Starbuck“ finden will, der muss sich im klaren sein dass es sich bei dieser kanadischen Produktion, die in Amerika mittlerweile als „Der Lieferheld - Unverhofft kommt oft“ mit Vince Vaughn in der Hauptrolle neuverfilmt wurde, um einen Wohlfühl-Film handelt. Hier wird der gesellschaftskritische Aspekt nicht sonderlich in den Vordergrund gerückt. Der Anwalt Wozniaks wird nicht von Andersdenkenden attackiert wie es jener aus dem Götz George-Film „Nichts als die Wahrheit“ über sich ergehen lassen musste. Es wird nicht kritisch hinterfragt ob Samenspende ein Segen oder eine fragwürdige Sache ist. Ken Scotts Werk kommt relativ blauäugig daher, weiß dass es nur Kino ist, und aufgrund dieser entspannten Haltung funktioniert er ähnlich gut wie der mit ähnlichen Schwerpunkten erzählte „Lars und die Frauen“.

Problembereiche werden nicht ausgeblendet, „Starbuck“ besitzt einige dramatische Aspekte, die nicht schön geredet werden. Aber in diesem Film löst sich letztendlich trotzdem alles in Wohlgefallen auf. Es gibt keine Probleme die nicht zu lösen wären, und genau in dieser Leichtigkeit ist er nicht realitätsorientiert, was Stoff für Gegenkritik bietet. Dies jedoch nur wenn man nicht verstanden hat, dass es in diesem Film rein um Menschlichkeit geht, um das Miteinander welches uns im Alltag gerne hin und wieder verloren geht, wenn eigene Probleme sich in den Weg stellen. Und innerhalb dieser liebenswerten Einschränkung der Thematik erweist sich „Starbuck“ nun als überraschend vielschichtiger Film, dank verschiedenster Blickwinkel und allerhand Möglichkeiten, die allein durch die Masse an Nebendarstellern gegeben ist, die für solch eine Geschichte benötigt werden.

Was ebenso eine schlüpfrige und alberne Komödie hätte werden können, wird in der Hand von Ken Scott und dank des sensiblen Spiels von Hauptdarsteller Patrick Huard zu einem tragikomischen Stück Wohlfühl-Film, der nicht wie die gedankenlosen Vertreter dieser Gattung Film rein zum träumen anregt, sondern den Zuschauer trotz manch blauäugiger Momente nachdenklich zurück lässt. „Starbuck“ fehlt es weder an Komik noch an Dramatik. Er ist nicht moralisch erzählt und ist trotz dem Fehlen unlösbarer Probleme nicht weltfremd ausgefallen. Dies alles zusammen ergibt das Kunststück, welches ihn zu einem solch angenehmen und sehenswerten Stück Kino macht, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.


Weitere Reviews zum Film: 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen